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07.11.20

Teigtaschen mit Steinpilzfüllung und Tomatenbutter

Ja, ich weiß! Die Saison ist vorbei! Hatten wir auch geglaubt, vor einem Ausflug ins Ultental Mitte Oktober. Dann wurden wir eine Besseren belehrt 😊

So viele und schöne Pfifferlinge und Steinpilze hatten wir schon lange nicht mehr gefunden. Vielleicht kann sich jemand noch daran erinnern, dass wir eine Pilz-Such und Pilz-Findfamilie sind.

24.05.18

Jedem Volk seine Teigtaschen: polnische Piroggen

Neulich kam ich mit meinem polnischen Arbeitskollegen Kasimir über die Nationalspeisen seines Landes zu sprechen. Zwei Gerichte fielen ihm sofort ein: Borschtsch und Piroggen. Meine Neugier war geweckt!

Piroggen interessierten mich und ich fand auch mehrere Rezepte. Ich fragte Kasimir, welchen Quark ich verwenden sollte? Seiner Meinung nach wäre keiner der hierzulande käuflich zu erstehenden Quarksorten dafür geeignet. Er bekäme Quark aus Polen und er würde mir einen vorbeibringen.

04.08.16

Riavioli mit Peperonicremefüllung


Neulich fragte mich unsere Nichte, ob ich alle Geräte, welche wir im Geschäft führen, ausprobiert habe. Ich musste verneinen, denn das wäre bei geschätzten 2.000 Artikeln schlichtweg unmöglich. 

Es gibt immer wieder Dinge, die man jahrelang nicht beachtet, zwar immer wieder verkauft, aber nie auf die Idee gekommen wäre, sie selbst einmal zu testen. Zum Glück hat man Rückmeldungen von Kunden, welche die Aufmerksamkeit auf spannende Geräte lenken.  


01.02.16

Tortelli di zucca - Teigtaschen mit Kürbisfülle


Ich sehe schon, 2016 wird das Jahr der Teigtaschen. Aber von Claudio angestachelt, komme ich nicht umhin meine Version von diesen köstlichen Teigtaschen, welche nur zu Kürbis-Zeiten genossen werden kann, vorzuführen.

Es ist ja nicht, dass ich noch keine Kürbisteigtaschen verbloggt hätte, hier die Kürbis-Ravioli. Sie sind etwas schneller gemacht, weil man sie nicht lange herum drehen muss. Vom optischen sind Tortelli nach wie vor eine Nummer schöner.

Claudio hat viele Schritte wunderbar dokumentiert. Ich versuche sie zu ergänzen.

16.11.15

Vegane Teigtaschen mit Tofu-Faschiertem, Kürbis und frischem Olivenöl


Die vegane Kost ist omnipräsent und auch ich muss sie testen. Öfters gibt es bei uns ungewollt veganes Essen. Manchmal fällt es mir erst im Nachhinein auf. Diesmal wollte ich bewusst vegane Teigtaschen probieren und bin begeistert.

Zum Veganismus konvertieren könnte ich trotzdem nicht. Mir würden Zutaten wie Eier und beim Käse vor allem der Parmesankäse fehlen. Auf Fleisch könnte ich eine zeitlang locker verzichten, würde es dann doch vermissen.

16.10.12

Kartoffelteigtaschen mit Hirschfleisch-Füllung


Endlich komme ich dazu die versprochenen Kartoffelteigtaschen ins Netz zu stellen. Versprochen habe ich sie den Teilnehmerinnen des Kochkurses: "Wunderknolle Kartoffel". Momentan befinde ich mich mitten in den Kochkursen für Wild und da ist mir eingefallen, dass ich die zwei Dinge ja miteinander kombinieren könnte. Herausgekommen sind wohlschmeckende Teigtaschen. Dazu gab es die wahrscheinlich letzten Pfifferlinge dieser Saison. So wie alle Teigtaschen sind sie umwandlungsfähig, im Frühjahr fülle ich  sie mit Spargel, im Sommer mit Gemüse...
Die Grundidee ist nicht auf meinem "Mist"gewachsen. Gesehen habe ich andere herrliche Teigtaschen bei Petra, auf ihrem Blog Chili und Ciabatta. Auch Robert von lamiacucina hat Teigtaschen mit Pfifferlingsauce gemacht, wieder mit einer anderen Fülle, aber gefallen haben sie mir auch. Geworden ist aus meinen Teigtaschen dann wieder was ganz anders, aber gerade das ist das Schöne am Kochen!

Kartoffelteigtaschen mit Hirschfleischfüllung und Pfifferling-Ragout

Zutaten für 4 Personen:

Für den Kartoffelteig:
  • 1/2 kg mehlige Kartoffeln
  • 2 Eigelbe
  • 75 g Weizenvollkornmehl
  • 50 g Weizenmehl
  • 25 g Weizengrieß
  • 25 g flüssige Butter
  • Salz
Für die Füllung:
  • Hirschfleisch (können auch Parüren sein)
  • 40 g Speck
  • 25 g Karotte
  • 25 g Knollensellerie
  • 10 g Schalotte
  • 3 Wacholderbeeren, angedrückt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 80 ml Rotwein
  • 100 ml Wildsauce (habe ich vom Vortag zurückbehalten)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl

Für das Pfifferlig-Ragout:
  • 300 g Pfifferlinge
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • 150 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • Petersilie, fein gehackt

  1. Als Erstes bereite ich die Füllung zu, da diese völlig ausgekühlt sein sollte. Ich drehe das Fleisch durche den Fleiaschwolf, aber man kann es auch einfach ganz klein schneiden.
  2. Ich schneide den Speck und das geputzte Gemüse in kleine Würfel.
  3. Ich brate das Fleisch mit dem Speck in wenig Öl an, gebe das Gemüse und die Gewürze dazu, lasse alles etwas bräunen, lösche mit dem Wein ab, salze und pfeffere und gieße die Sauce an. Danach lasse ich die Füllung abkühlen.
  4. Für das Pfifferling-Ragout putze ich die Pilze und versuche sie nicht zu waschen, da sie sich sonst voll Wasser saugen würden, was aber nicht immer gelingt, da sie zum Teil voll Erde sind.
  5. Ich hacke Zwiebel und Knoblauch fein und dünste sie mit dem Esslöffel Butter weich.
  6. Inzwischen schneide ich die Pilze klein, gebe sie auch in den Topf und lasse sie ein wenig dämpfen.
  7. Danach würze ich mit Salz und Pfeffer, schütte die Sahne dazu und rühre die Petersilie unter. Kochen muß die Sauce nicht mehr, ich halte sie nur warm.
  8. Ich stelle einen Topf mit Wasser auf den Herd, lasse es aufkochen und salze es.
  9. Danach koche ich die gewaschenen Kartoffeln in der Schale, wie ihr von mir gewohnt seid, im Schnellkochtopf. Dabei achte ich auf das Ventil, wenn ich den zweiten Ring sehe, stelle ich meine Eieruhr auf 10 Minuten. Sobald die Zeit um ist, nehme ich den Topf vom Herd und lasse das Ventil von alleine heruntergehen. 
  10. Ich schäle die Kartoffeln und drücke sie durch die Kartoffelpresse und lasse sie ein wenig ausdämpfen, zugleich aber auch auskühlen, damit ich weiter arbeiten kann.  
  11. Ich verarbeite das Kartoffelpüree mit den restlichen Zutaten für den Teig zu einer geschmeidigen Masse. Dieser Teig sollte so schnell wie möglich verarbeitet werden, da er sonst näßt und furchtbar klebt.
  12. Ich rolle ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche so dünn wie möglich aus, dabei mehle ich die obere Seite immer wieder ein und drehe ihn während dieses Vorgangs öfters um.
  13. Ich schneide mit dem Krapfenrad Vierecke von ca. 8 cm.
  14. Ich gebe auf jedes Viereck einen Teelöffel Fülle, von der ich die groben Gewürze entfernt habe, klappe sie diagonal zu und drücke die Ränder fest. Dies wiederhole ich solange, bis kein Teig und keine Füllung mehr da ist.
  15. Das kochende Wasser steht bereit, die Pfifferlingsauce ist fertig, dann steht dem Kochen der Teigtaschen nichts mehr im Wege: Ich koche die Teigtaschen portionsweise im heißen Wasser. Sobald sie an die Oberfläche des Wassers kommen, sind sie fertig.
  16. Ich fische die Teigtaschen mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser und serviere sie mit dem Pfifferling-Ragout. 


Wer mag kann sich auch noch Parmesankäse darüber streuen. Zwei Portionen habe ich eingefroren, weil nur Norbert und ich zum Essen waren. Wie freue ich mich auf den nächsten Schmaus!!

06.02.12

Teigroller ist nicht gleich Teigroller - Ravioli mit Baby-Mangold

Neulich hat Robert eines seiner tollen Küchengeräte vorgestellt, einen Teigroller mit dem man Nudeln schneiden kann. War mir, und ich bin seit 25 Jahren vom Fach, etwas Neues. Es gibt in unserer Branche unglaublich viele Artikel, die man kennen sollte, die man führen müsste und dann auch noch im Stande sein sollte, sie zu verkaufen. Neuheiten sind meistens beworben und der Kunde ist oftmals besser informiert als wir. Man tut sich ob der Flut der angebotenen Auswahl auch schwer, zu entscheiden ob eine angebotene Ware wirklich praktisch ist oder nur Ballast für die Küche.
Mein Teigroller, den ich euch vorstelle, besitze ich schon seit 20 Jahren. Ich habe den Vorteil, dass ich mir Dinge bei Vertretern bestellen kann, die wir im Geschäft nicht einführen, da wir uns nicht vorstellen können, dass so etwas dann auch gefragt wird. Meistens läuft es dann so, dass ich das Gerät teste. Wenn es mir praktisch vorkommt, dann kommt es ins Sortiment, wenn nicht, dann eben nicht. Kann natürlich auch nach Hinten losgehen, weil ich ja nicht immer weiß, wie die Mehrheit der Kunden entscheiden würde.
Dieser Teigroller wurde einmal für mich geordert, dann nie mehr wieder. Vor 20 Jahren gab es außer mir, und bei mir kam es selten vor, nicht viele Menschen, die selber Teigtaschen machten. Man hatte eben erst die abgepackten im Kühlregal entdeckt und war überzeugt, dass es die Besten seien, die man je gegessen hatte.
Später habe ich dies seltene Stück bei keinem Vertreter mehr gesehen und das war's.
Er funktioniert gut, obwohl ich als Kritik dazusagen muss, dass er für eine kleine Teigplatte, wie sie von der Walze der Nudelmaschine herauskommt zu breit ist. Italienische Mamme rollen sich die Nudelplatte mit der Hand auf dem großen Küchentisch aus und da kommt er dann voll zum Einsatz.


Ich habe diesmal Ravioli mit Baby-Mangold-Fülle zubereitet. Den Baby-Mangold bekomme ich in der Verkaufsstelle des Bio-Kistl, welches in der Industriezone von Lana eine Verkauftstelle hat. Er wächst im Süden Italiens, von wo wir jetzt schon mit wunderbarem Bio-Gemüse beliefert werden, sofern die Frächter nicht streiken.


Die ganze Zubereitung dieses Leckerbissens ist wieder einmal improvisiert, mit Resten vom Mascarpone vom Scheiterhaufen, den ich zu verbrauchen hatte.
Ich knete den Nudelteig, d.h. 130 g Dinkelmehl Type 630, 70 g Hartweizenmehl, 2 Eier und 1 Esslöffel Olivenöl gründlich durch, lege ihn in einen Nylonbeutel und lasse ihn entspannen.
Den Mangold waschen ich, schneide ihn kleiner, mixe ihn im Standmixer mit 2 Löffel Mascarpone sehr fein und würze ihn mit Salz, Pfeffer und 3 Löffeln geriebenen Parmesankäse. Es muss eine nicht zu dünnflüssige aber noch streichfähige Masse entstehen.
Ich teile den Nudelteig und rolle aus dem ersten Teil eine dünne Platte, auf der Walzeneinstellung verwende ich die 6. Einstellung von 8 als Letzte.
Nun bestreiche ich die Nudelplatte gleichmäßig mit der Mangoldfülle.

Dann rolle ich eine Teigplatte in ungefähr der gleichen Größe und der gleichen Stärke aus und lege sie auf die Fülle.


Den Teigroller rolle ich mit gleichmäßigem Druck über dieses Sandwich.Er drückt die Ravioli perfekt vor, die ich dann nur noch mit dem Teigrad schneiden muss. 


Dafür brauche ich nur eine ruhige Hand.


Inzwischen kocht auch das aufgesetzte Wasser. Für die Sauce schmelze ich Butter in einer Pfanne und weil ich immer noch 2 Löffel Mascarpone übrig habe kommen die auch mit in den Topf. Er lässt sich aber mit der Butter nicht richtig vermischen, aber im Topf ist im Topf. Ich zerdrücke rosa Pfeffer im Mörser und röste diesen kurz im heißen Fett. 
Die Ravioli hebe ich portionsweise mit der Schaumkelle aus dem Wasser direkt auf den Teller.
Mit Parmesankäse und Sauce ein so köstliches Gericht, dass einem nie mehr einfallen würde, gekaufte Ravioli zu essen.


30.11.10

Casunziei - Teigtaschen mit Roter Bete und Kartoffeln

Füllungen für Teigtaschen gibt es in Italien wie Sand am Meer. Diese spezielle Füllung kommt aus Cortina d'Ampezzo, also gleich um die Ecke, auf dem Weg nach Venedig.
Die Küche von Cortina ist stark von Österreich beeinflusst. Es stand immerhin 4 Jahrhunderte unter österreichischer Herrschaft. Heute ist es eines der beliebtesten Skigebiete der Italiener.
Obwohl uns von Vertretern berichtet wird, dass vom einstigen Flair nicht mehr soviel übrig sei.
Mitten in den Dolomiten gelegen, gehört es seit diesem Jahr, zum UNESCO Weltnaturerbe und vielleicht schaut die eine und andere Renovierung heraus.
Warum es die Dolomiten ins Weltnaturerbe geschafft haben könnt ihr hier sehen:



Dass in dieser Gegend viele Sagen um Zwerge, Riesen und Ungeheuer entstanden sind, kann man gut verstehen. Als Mädchen habe ich alle mit Begeisterung gelesen. Die schönste ist für mich immer noch die von König Laurin.
Jetzt aber endgültig zu den Casunziei, Teigtaschen der "cucina povera" und gerade deswegen eine der Besten.

Casunziei

Zutaten für 4 Personen:

Für den Teig:
  • 130 g Mehl
  • 70 g Hartweizenmehl
  • 2 Eier
  • etwas Olivenöl
Für die Fülle:
  • 200 g Rote Bete (bei uns heißt sie Rote Rohnen)
  • 120 g Kartoffeln
  • 2 EL Brotbrösel in Butter geröstet
  • 2 EL Parmesankäse, gerieben
  • Salz
  • Pfeffer
Zum Servieren:
  • Parmesankäse
  • zerlassene Butter
  • Mohn
  1. Alle Zutaten vom Teig zu einer geschmeidigen Masse kneten, im Nylonbeutel gewickelt mindestens eine halbe Stunde rasten lassen.
  2. Rote Bete und Kartoffeln zusammen im Schnellkochtopf, auf der Siebeinlage, weich kochen, schälen und etwas auskühlen lassen. Bei normaler Größe braucht das, beim 2. Ring, sieben Minuten.
  3. Im Cutter (ich nehme zu diesem Zweck immer mein Lieblings-Gerät , den Fincut von Fissler) nicht zu fein hacken und in eine Schüssel geben.
  4. Mit den restlichen Zutaten mischen und bereitstellen.
  5. Jetzt kommt das unumgängliche Wasser dran. Ich stelle einen Topf mit Wasser auf den Herd und bringe es zum Kochen und salze es dann.
  6. Den Teig bis auf die letzte Stufe von der Nudelmaschine ausrollen.
  7. Zuerst streue ich Hartweizenmehl auf die Arbeitsfläche, damit mir die Teigtaschen nach dem "anpitschen" nicht kleben bleiben. Ich lege dann, wie bei den Kürbisravioli, den Teig auf das Mehl, verteile gleichmäßig Häufchen der Fülle, lege eine zweite Nudelplatte darüber und drücke sie mit den Fingern um die Fülle fest. Wenn dies alles schnell passiert, dann brauche ich die Ränder nicht zu befeuchten, es klebt auch so.
  8. Ich schneide die Teigtaschen, mit dem Teigrad, in große Dreiecke.
  9. Dann gebe ich die Casunziei ins kochende Wasser, ungefähr 3 Minuten. Mit dem Hartweizenmehl im Teig können sie fast nicht verkochen.
  10. Inzwischen habe ich schon Butter aufgeschäumt.
  11. Jetzt werden die Teigtaschen auf den Tellern verteilt, Parmesan darübergehobelt, Mohnsamen gestreut und mit der Butter "abgeschmolzen".

Jetzt, wo es kalt geworden ist, ist das erste was ich tue, wenn ich nach Hause komme, den Backofen auf 70°-80° einschalten, schiebe die Teller hinein und lasse sie vorwärmen. Ich liebe es, wenn die Teller schon warm sind, bevor die Speisen darauf verteilt werden.

30.09.10

Südtiroler Schlutzkrapflen

Heute gibt es wieder einmal eine regionale Spezialität. Ich habe Spinat geerntet, aber nicht sehr viel, deshalb bieten sich diese Teigtaschen an. Nur mehr wenige stellen sie selbst her, da es alle möglichen Fertigprodukte gibt. Die Fülle dieser Schlutzkrapfen wird zumeist mit Kartoffeln gestreckt, das schmeckt mir nicht, deshalb selbst ran an die Produktion. Der Nudelteig der Schlutzkrapflen wird normalerweise mit einer Hälfte Roggenmehl und einer Hälfte Weizenmehl zubereitet. Mir ist der Anteil des Roggenmehls zu groß. Sie werden zu brüchig und überhaupt nicht bissfest. Da ich nur wenig Spinat habe, muss auch ich die Masse etwas strecken. Ich mische Ricotta romana und Schinken unter.

Südtiroler Schlutzkrapflen:
Der Teig:
  • 100 g Weizenmehl Typ 550
  • 60 g Hartweizenmehl
  • 40 g Roggenmehl Typ 1150
  • 2 Eier
  • 1 EL Olivenöl
Die Fülle (reicht nur für 3 Portionen, muss vergrößert werden)
  • 150 g gekochten, ausgedrückten Spinat (für 4 Portionen würde ich 250 g nehemen)
  • 50 g Schinken
  • 80 g Ricotta romana
  • Salz
  • Pfeffer
  • Parmesankäse, gerieben
  • Butter
  1. Ich knete schon am Morgen die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig zusammen, gebe ihn in eine Nylontüte und lasse ihn bis zum Mittag ruhen.
  2. Wenn ich mittags nach Hause komme, dann stelle ich als erstes Wasser zum Kochen auf. Dann hacke ich mit dem Cutter den Spinat ganz fein, schneide den Schinken in Mini-Würfel und mische alle Zutaten der Fülle.
  3. Ich nehme vorerst die Hälfte des Teiges, drehe ihn solange durch die Walze der Nudelmaschine, bis ich auf der letzten Stufe angekommen bin.

  4. Ich steche mit einem runden Ausstecher Kreise aus, setze einen Teelöffel voll Füllung auf jeden Kreis, lege die Nudelplatte zusammen, so dass ich einen Halbmond erhalte und verschließe ihn mit den Fingern. Bepinseln braucht man nicht, wenn man schnell genug ist. Dann ist der Teig noch feucht genug und klebt von alleine, wenn er länger liegt und austrocknet, muss man mit Wasser die Ränder befeuchten.

  5. So gehe ich vor bis ich über vierzig Schlutzkrapflen habe, weil mir dann die Fülle ausgeht.
  6. Ich koche die Schlutzkrapflen ca. 3 Minuten und siebe sie ab. Ich gebe sie in eine feuerfeste Form und mische hier schon ein bisschen geschmolzene Butter unter, da sie sonst zusammen kleben würden.

Für jeden einzelnen kommt dann noch auf dem Teller Parmesankäse darüber gestreut und schäumende Butter.
Da wir für das ganze Schuljahr nur zu dritt sind (warum verrate ich euch in einem der nächsten Post's) hat diese Portion gereicht. Für 4 Personen wäre genügend Teig, aber die Fülle müsste auf jeden Fall größer sein. Mit dem restlichen Nudelteig habe ich Suppennudeln gemacht. Die hat es abends natürlich in der Suppe gegeben.
Jetzt noch zu zwei Speisen, welche ich in den letzten Tagen nachgekocht habe, von Christina. Ich hinke ja immer noch meiner Nachkochliste nach, aber einiges habe ich geschafft!


Ihre Wirsingröllchen sind mangels Wirsing zu Chinakohlröllchen geworden. Hat fantastisch geklappt, auch ohne Zahnstocher. Ich habe mich genauestens an die Arbeits-Anleitung gehalten. Nur bei der Zutatenliste musste ich ein bisschen was ändern. Christina, du bist mir nicht böse, Parmesankäse und Rosinen konnte ich nicht miteinander vermischen und Gemüse mit Sahne ist auch nicht so mein Ding. Quinoa ist eine Super Fülle für die Röllchen. Ich habe dann an Stelle der Rosinen Kapern und entsteinte, gehackte Oliven genommen und einfach die Sahne in der Sauce weggelassen. Deine Menge reichte für uns Drei, aber das ist immer so eine individuelle Sache. Erich hat Lasagne draus gemacht, die könnt ihr hier sehen. Dieses Gericht hat es sicher nicht das letzte Mal gegeben. Es hat uns sehr gut geschmeckt.
Aber der Hammer ist diese Nachspeise: Zwetschgen-Sauerrahm-Parfait mit Griesschmarren


Außer dem Amaretto, den ich weggelassen habe, habe ich an den Zutaten nichts geändert. Ich habe allerdings die Masse halbiert, das war ausreichend, sonst hätten wir bis nächste Woche Parfait.
Es ist ein wenig Arbeit, aber macht sie nach, jetzt wo es Zwetschgen gibt, es lohnt sich!

21.01.10

Kürbis-Ravioli

Solange es Kürbisse gibt, muss ich die Zeit nutzen und bereite alles mögliche mit dieser interessanten Frucht zu. Sie sind wegen ihrer großen Anzahl an Kernen ein Symbol für Fruchtbarkeit, bestehen zu 95 % aus Wasser und es gibt sie in vielen Farben und Formen. Ich ziehe den Butternuss-Kürbis vor, solange ich ihn bekomme. Kürbisse verlieren bei längerer Lagerung nur Flüssigkeit. Sie werden leichter, aber der Geschmack bleibt erhalten.
Größte Voraussetzung zur Verarbeitung ist ein großes scharfes Messer. Ich habe schon oft bemerkt, dass es Menschen gibt die vor großen Messern Angst haben. Sie nehmen das kleinste Messer, dass zur Verfügung steht. Dabei verletzt man sich bei einem kleinen, mit dem ich herumfitzeln muss, viel eher, als wenn ich mit einem großen, natürlich auch scharfen, Messer mit einer bestimmten Sicherheit schneide. Kleine Messer sind zum Essen da, große zum Arbeiten.

Kürbisse sind hart wie Holz, deshalb kann man aus ihnen auch so schöne Kürbisköpfe schnitzen.
Also, ich habe einen Butternuss-Kürbis und zerteile ihn mit purer Gewalt. Ich brauch natürlich nur einen Teil davon. Den nicht verwendeten decke ich mit Klarsichtfolie ab und gebe ihn in den Kühlschrank. Abends gibt es Kürbiscreme-Suppe mit Curry.
Ich nehme einen Löffel und hole die Kerne aus dem Inneren des Kürbisses. Danach stelle ich ihn, mit der Schnittstelle nach unten, auf ein Brett und schäle ihn mit meinem Messer. Jetzt ist er bereit für die Weiterverarbeitung.
Gekaufte Kürbis-Ravioli sind mir immer zu süß. Das kommt daher, dass in die originale Fülle Amaretti (ein süßer Mandel-Keks) kommen. Ich habe mir eine Version ausgedacht, in der nur ein Hauch von dieser Süße zu schmecken ist.
Zutaten für 4 Personen:
Für den Teig:
  • 130 g Mehl
  • 70 g Hartweizenmehl
  • 2 Eier
  • etwas Olivenöl
Für die Fülle:
  • 1/2 kg geputztes Kürbisfleisch
  • Rosmarin, getrocknet und zerrieben
  • wenig Muskatnuss
  • wenig Zimt
  • 2 TL Amaretto di Saronno
  • 1 TL Kürbiskernöl
  • 50 g Parmesankäse gerieben
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
Für die Sahnesauce:
  • 50 g Butter
  • 100 ml Sahne
  • 25 g Parmesankäse
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  1. Ich schalte den Backofen auf 200° Heißluft.
  2. Ich schneide das Kürbisfleisch in Schnitze, gebe sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und streue ein wenig Rosmarin darüber.
  3. Ich gebe das Kürbisfleisch in den Ofen und lasse es dort für 15 Minuten. Es soll an den Rändern ein bisschen gebräunt sein.
  4. Nachdem ich die Kürbisscheiben herausgenommen habe, lasse ich sie abkühlen und zerdrücke sie dann mit einer Gabel auf dem Backpapier zu Mus.

  5. Ich gebe dieses Kürbismus in eine Schüssel und füge alle anderen Zutaten hinzu. Alles gut vermischen, dann müsste das so wie auf dem Foto aussehen.
  6. Jetzt kommt der Nudelteig dran: Mehle auf eine Arbeitfläche geben, eine Mulde bilden, Eier und Olivenöl hineingeben, so wie auf dem Foto hier. Alles gut verkneten, um so länger um so besser. Falls der Teig zu trocken ist, mache ich mir nur die Hände nass und knete weiter, falls er zu nass ist, gebe ich noch etwas Hartweizenmehl dazu, aber nur wenig. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben und trotzdem schön geschmeidig sein. Dann gebe ich den Teig in einen Nylonbeutel und gönn ihm eine Verschnaufpause. Ich gebe den Beutel mit dem Teig nie in den Kühlschrank, warum auch, der Teig bleibt bei Zimmertemperatur viel geschmeidiger Solange, dass sich eventuell Salmonellen bilden könnten, lass ich ihn nicht liegen.

    Bis hierher bereite ich alles schon morgens zu und gehe dann zur Arbeit. Mittags wird dann weiter gekocht.
  7. Ich stelle wieder einmal Wasser zum Kochen auf den Herd.
  8. Ich beginne den Teig zu verarbeiten, indem ich nur die Hälfte aus dem Beutel nehme und ihn, beim größten Abstand, durch die Walze der Nudelmaschine drehe. Falls nicht schon beim Ersten Gang eine Nudelplatte entsteht, lege ich das was herausgekommen ist zusammen und drehe den Nudelteig nochmals durch diese Einstellung von der Walze. Das wiederhole ich solange bis ich eine schöne homogene Nudelplatte habe. Jetzt verstelle ich die Walze auf die nächstschmälere. Die Platte wird immer länger. Irgendwann muss ich sie teilen, da ich nicht Professor Gaged bin, der sein Arme verlängern kann. Ich mehle überhaupt nie ein. Der Teig, wenn er richtig ist, klebt nicht zusammen. Die erste Hälfte des Teiges wird bis auf die letzte, dünnste Stufe ausgewalgt, die zweite muss noch warten. Dann lege ich ihn auf die mit Hartweizenmehl gemehlte Arbeitsfläche. Jetzt heißt es schnell sein, da der Teig sofort zu trocknen beginnt. Ich möchte ihn, ohne mit Wasser herumfummeln zu müssen, mit der zweiten Nudelplatte, "zusammenpitschen", wie der Südtiroler so schön sagt.

  9. Ich gebe die Fülle in kleine Häufchen regelmäßig auf diese Nudelplatte, und walge sofort die zweite Hälfte des Teiges ganz dünn aus. Mit ein bisschen Glück, kann ich diese schön über die andere legen und dann drücke ich mit den Fingern, zwischen der Fülle die Teigplatten zusammen, das müsste ohne Probleme auch ohne Wasser funktionieren. Dabei muss ich achten, dass so wenig wie möglich Luft in den Räumen von der Fülle bleibt, sonst schwimmen die Ravioli, später beim Kochen, wie kleine Bojen an der Oberfläche, und ich habe den größten Stress sie unter Wasser zu halten.


    Falls doch Luft drinn geblieben ist, nehme ich ein kleines Messer (für so etwas sind die kleinen da) und pikse die Luftblase an einer Stelle an, wo ich sie danach in den unteren Teig drücken kann und das Ventil ist wieder geschlossen.
  10. Mit dem Teigrad schneide ich nicht perfekt regelmäßige Ravioli, aber das sollen sie auch nicht sein. Schließlich sind sie "fatti in casa".
  11. Das Wasser kocht schon längst und ich salze es. Ins Nudelwasser kommt nie und nimmer Öl. Ich habe keine Ahnung, wer auf so etwas gekommen ist. Ich verstehe auch den Sinn und Zweck nicht.
  12. Jetzt koche ich die Ravioli wie lange? Keine Ahnung , 3 Minuten, 4 Minuten? Das ist bei Nudelteig mit Hartweizenmehl ziemlich einerlei, er verkocht nicht so schnell. Ich koche aber nicht alle gleichzeitig, sondern die erste Portion für alle. Dann kommt erst die zweite dran.
  13. Für die Sahnesauce gebe ich das Stückchen Butter in ein kleines Pfännchen und lass sie schmelzen. Dann schütte ich die Sahne dazu und lass beides aufkochen. Mit Parmesankäse, Salz und Pfeffer würzen und fertig ist diese einfache Sauce.

Ich nehme die Ravioli mit dem Schaumlöffel heraus (mit einem, bei dem das ganze Wasser abfließt, sonst gibt´s Raviolisuppe), da ich das Wasser noch für die zweite Portion brauche und verteile sie auf die Teller. Mit der Sahnesauce serviert erübrigt sich zusätzlicher Parmesankäse.
Im Kochwasser hat sich das Hatweizenmehl im Boden abgesetzt und das Wasser ist klar. Wenn ich normales Mehl zum Einmehlen genommen hätte, hätte ich jetzt Béchalelsauce, weil es eindickt.