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05.04.16

Spirale in zartgrün und rosa

Zwar sind wir endlich in der geliebten Spargelzeit angekommen, aber es gibt auch noch wunderbare Fave. Das ist fast das einzige unbedeutende Problem, welches sich im Frühling stellt, ob der großen Auswahl an frischem Gemüse: Was kommt heute dran? Aber zum Glück geht es jetzt noch eine Weile so weiter und wir können uns nicht nur an den frischen Farben ergötzen, sondern auch genießen.

Direkt im Garten angepflanzt habe ich noch nichts, aber es wartet schon so allerhand in den Startlöchern. Außerdem gibt es in der wilden Natur auch schon einiges zu sammeln.

07.02.11

Mein Geschäft im Untergrund


Das klingt ja ganz schön kriminell. Aber ich habe wirklich ein Geschäft im Untergrund, in meinem Keller. Ich schreibe mir eine "Einkaufsliste" für den Keller. Ich habe da Regale und wähle verschiedene Produkte aus. Ich habe sogar ein Kühlfach, in dem sich haufenweise Fonds befinden, aber auch Fleisch vom Biobauer, Dörrfrüchte, Walnüsse, alles mögliche und normalerweise selbstgemachter Blätterteig. Das einzige was ich im Keller nicht habe, ist ein Förderband und eine Kasse. Ich habe das alles schon bezahlt, nicht geklaut. Dann kommt alles ins Körbchen und wird mit in die Wohnung genommen.

Der Blätterteig war aus. Also hab ich wieder einmal "gefaltet". Ich hatte auch schon so lange vor selbstgemachte Cremeschnitten herzustellen. Ich kann mich sehr gut an meine erste Cremeschnitte erinnern, was wieder einmal bezeugt, dass ich ein Ess-Gedächtnis habe, denn ich kann mich überhaupt an viele erste Speiseerlebnisse erinnern: wann und wo und wer dabei war .....

Den Blätterteig habe ich euch schon hier aufgeschrieben. Ich habe schon viele verschiedene Varianten probiert, aber dieser schmeckt mir einfach am Besten.
Dann wäre nur noch die Creme dran. Ich schreibe euch gerne auf, aus welchen Zutaten sie besteht und wie sie verarbeitet wird. Aber fragt mich nicht wie ich sie zwischen die zwei Blätterteigplatten gekriegt hab. Eine Katastrophe war das.
Aber erst einmal zur Creme:
Creme für Cremeschnitten
  • 300 ml Milch
  • 1 Ei
  • 3 Eigelbe
  • 135 g Zucker
  • 35 g Mehl
  • Vanilleextrakt
  • 2 Blatt Gelatine
  • 400 ml Sahne
  1. Ich weiche die Gelatine in kaltem Wasser ein und lasse sie ganz schrumpelig werden. Sie kann im Wasser liegen bleiben bis ich sie brauche.
  2. Ich erhitze die Milch mit dem Vanilleextrakt bis kurz vor dem Siedepunkt.
  3. Ich schlage die Dotter und das ganze Ei mit dem Zucker in einem Kochtopf schaumig und siebe das Mehl dazu und rühre auch dieses unter.
  4. Die heiße Milch schütte ich zur Eiermasse und erhitze alles, unter ständigem Rühren, noch so lange bis die Creme dick ist.
  5. Dann rühre ich die Gelatineblätter ein und rühre die Creme kalt.
  6. Die Sahne schlage ich steif und hebe sie sanft unter die Creme.

Sie ist leider aber immer noch so dünn, dass sie fließt. Ich kann sie auch nicht gänzlich abkühlen lassen, dann ist sie schon gestockt und ich kann sie nicht mehr auf der Blätterteigplatte verteilen. Ein Fehler von mir war, dass ich die Platten nicht auf die Größe des Backrahmens, den ich ja besitze!!; ausgerollt habe.

Ich beschreibe euch jetzt, wie ich hier vorgegangen bin und danach versuche ich Besserungsvorschläge an zuführen.

Ich habe 1/2 kg Blätterteig verarbeitet, habe ihn ziemlich dünn ausgerollt (ohne zu messen) und halbiert, dann auf ein kalt abgespültem Backblech gelegt, mit einer Gabel mehrmals eingestochen und dann bei 200° 30 Minuten gebacken. Er muss durch und durch hellbraun sein, dann ist er erst richtig knusprig. Wenn er ausgekühlt ist, kann man ihn weiter verarbeiten.

Ich würde das nächste Mal beide Blätterteigplatten auf die Größe des Backrahmens ausrollen. Er kann ruhig ganz dünn sein. Höher wird er beim Backen sowieso. Sonst alles wie gehabt. Damit die Creme aber auch nicht aus dem Rahmen läuft, würde ich dann ein Backpapier unter die untere Platte legen, das was über steht an den Ecken einschneiden und mit Klebestreifen an den Rahmen außen hochkleben.

Die ober Platte habe ich bevor ich sie aufgesetzt habe schon in Portionen geschnitten. Wer einmal eine Cremeschnitte verzehrt hat, weiß, dass ein Schneiden danach unmöglich ist.

Fondant kaufe ich beim Konditor, da hört sich auch bei mir der Spaß auf. Diesen habe ich erwärmt, noch etwas Wasser dazugegeben und auf die oberen Blätterteigplatten verteilt.

Dann kommt die Cremeschnitte in den Kühlschrank, wo die Creme dann erst richtig stockt.

Es ist sicher nicht das letzte Mal, dass ich diese Süßspeise fabriziere, denn sie zergeht einem auf der Zunge.

Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass Norbert mein Retter in der Not ist. Wenn er nicht gewesen wäre, der mir sämtliche Ausbrüche der Creme gestoppt hätte, dann wäre die gesamte Geschichte sicher im Kompostkübel gelandet.

06.08.10

Lana, ein Dorf im Burggrafenamt

Heute stelle ich euch das Dorf vor, in dem wir leben, arbeiten, lieben und leiden. Lana ist eines der wenigen Dörfer in Südtirol, welches nur einen Namen hat, das heißt, sein Name wurde nicht übersetzt. Lana ist die italienische Bezeichnung für Wolle. Es nochmals ins Italienische zu übersetzen ging nicht.

Die Fotos stammen alle von unserem Junior, da er außer ein bisschen kochen, nicht viel zu tun hat. Das wäre früher nicht möglich gewesen, denn bei diesem Eifer wären meine Eltern arm geworden, wenn man diese Flut an Fotos entwickeln gelassen hätte.

Aber hier ein paar Eindrücke eines 14-jährigen von seinem Heimatdorf:

Es steht momentan alles in Blüte






Schöne Durchgänge und Kirchen



Überall Wasser.....




und verwunschene Wege




Interessante Häuserfassaden...




..und noch ein paar interessante Gesellen, welche Lukas mit seinem Freund Roli am Gardasee in die Linse eingefangen haben, von denen wir gerne gewusst hätten was aus dem einen jedenfalls wird


Aber gekocht haben wir auch!



Beim Mangold-Quiche war der selbst gemachte Blätterteig vom Kühlfach und den Rest haben wir miteinander gebastelt. Es hat diesmal gemeinsam gut geklappt, da er in Zeitnot war. Da ist man halt doch noch froh, wenn eine geübte Hand schnell aushilft.
Hier die Kurzfassung dieses Rezeptes:
  • 1 Blätterteig

  • ca. 500 g Mangold-Stiele (übriggeblieben von den Mangold-Schnecken von Robert, die wirklich sehr gut waren)

  • 100 g Speckstreifen

  • 1 Knoblauchzehe
Für den Guss:
  • 1/8 l Milch

  • 130 g würziger Bergkäse (hier Marienberger)

  • wenig geriebene Muskatnuss

  • Salz

  • 3 Eier

  1. Die Mangold-Stiele haben wir weich gedünstet, dass sie aber noch Biss hatten, mit der feingehackten Knoblauchzehe vermischt und sie dann abkühlen lassen.


  2. Den Blätterteig habe ich ausgerollt und in die eingefettete Form gelegt, die Stiele und die Speckstreifen darauf verteilt und den von Lukas angerührten Guss darüber verteilt.

  3. Den Backofen hat Lukas schon frühzeitig auf 180° Ober und Unterhitze vorgeheizt und er hat die Quiche auf der 3. Ebene eingeschoben.

  4. Nach ca. 40 Minuten war sie fertig und hat vorzüglich geschmeckt.

08.12.09

Schweinefilet im Artischockenmantel

Endlich ist es wieder so weit. Es gibt sie wieder! Eines meiner Lieblingsgemüse: die Artischocke, italienisch: il carciofo. 2003 wurde diese Pflanze zur Heilpflanze des Jahre auserkoren, weil sie außer als Delikatesse auch als Heilpflanze sehr geschätzt wird. Darauf möchte ich heute nicht eingehen, sondern nur ihren ausgezeichneten Geschmack hervorheben.
Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Artischocke erinnern. Sie muss auf mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Es war eines meiner ersten Essen bei meiner Schwiegermutter. Sie hatte die Artischocke im Ganzen gekocht, die häufigste Zubereitungsart. Ich bekam so ein Ding auf meinen Teller und wusste nicht was ich damit anfangen sollte. Man klärte mich auf. Ich sollte mir etwas Olivenöl auf den Teller schütten und mit Kräutersalz würzen. Danach sollte ich die Blätter, natürlich mit der Hand, einzeln von der Artischocke zupfen und mit den Zähnen das Fruchtfleisch, welches am breiteren Teil des Blattes liegt, abziehen. Ich habe die ganze Artischocke mit Genuss gegessen.

Eigentlich ist die Artischocke eine Knospe von einer großen Pflanze, welche ungefähr 1 Quadratmeter Fläche ausfüllt. Deshalb ist sie auch nicht unbedingt in einem Garten zu sehen, sie ist einfach zu groß.

Eine andere Knospe ist die Kaper. Die ist allerdings ein wenig kleiner!

Heute habe ich ein Rezept, bei dem man das berühmte Artischockenherz freilegt. Im Film "Die fabelhafte Welt der Amélie", wird dem Gemüsehändler vorgehalten, er sei nicht mal ein Gemüse, denn sogar eine Artischocke habe ein Herz.

Hier eines meiner Lieblingsrezepte:

Zutaten für 4 Personen:
  • 2 Schweinefilet

  • 1 Blätterteig

  • 4 Artischocken

  • 1 Zitrone

  • 1 kleine Zwiebel

  • wenig Rosmarin

  • mehr Thymian

  • etwas Petersilie

  • Suppe

  • Parmesankäse

  • Salz

  • Pfeffer aus der Mühle

  • Olivenöl

  1. Ich zupfe die äußeren Blätter von den Artischocken, bis die weicheren, gelben sichtbar werden und schäle den Stiel, bis der weiche Teil zum Vorschein kommt.

  2. Die Spitzen der Artischocke schneide ich großzügig weg, nicht zögern genug wegzuschneiden, nachher, wenn man harte Teile zwischen den Zähnen hätte, würde es einem reuen. Die abgezupften Blätter und die Spitzen aber nicht wegwerfen, ich erkläre noch, was ich damit mache.


  3. In der Mitte des Herzens liegt aber noch das Stroh, welches beim Essen sehr unangenehm sein könnte, deshalb heraus damit. Ich mache das mit so einem Gerät, von dem man nie so genau weiß, für was es gut ist und in der Fachsprache Universalformer heißt, weil man normalerweise Kartoffelkugeln oder Melonenkugeln damit aussticht, für diese Arbeit aber auch sehr geschickt ist.

  4. Diese freigelegten Herzen sofort in Zitronenwasser legen, da sie sich schnell dunkel verfärben würden.
  5. Ich schneide die Herzen in Scheiben und hacke das Zwiebelchen fein.
  6. In einer Pfanne erhitze ich ein wenig Olivenöl und röste die Artischockenscheiben bei mittlerer Hitze von beiden Seiten. Dann kommt die Zwiebel dazu, dünste sie weich und gieße mit der Suppe auf. Ich würze mit Salz und Pfeffer und lasse alles, zugedeckt, 10 Minuten leicht köcheln. Danach lass ich sie abkühlen.
  7. Ich verteile in einer bereits erhitzten Pfanne, wenig Olivenöl mit einem Silikonpinsel und brate die Schweinefilets rundherum, bei nicht zu starker Hitze, an. Ich nehme sie aus der Pfanne und lasse sie auf einem Holzbrett abkühlen. Ich salze und pfeffere das Fleisch erst jetzt. Pfeffern könnte man schon vorher, aber Salz würde im Vorfeld schon Flüssigkeit aus den Poren des Fleisches entziehen. Das würde das Braten erschweren, durch die Flüssigkeit würde es viel mehr spritzen und das Fleisch auch nur trockener machen. Ich salze jedes Fleisch erst nachdem es die Poren geschlossen hat: Schnitzel, Braten usw.
  8. Jetzt bereite ich schon eine Sauce zu, da ich die Pfanne mit dem Bratensatz heiß habe. Ich gebe ein Stückchen Butter zum Bratensatz, ca. 25 g, lasse sie zergehen, gebe einen Teelöffel Mehl zur Butter und lasse alles ein wenig aufschäumen, bis das Mehl ein wenig Farbe angenommen hat. Das Mehl darf keine Klümpchen bilden, sondern muss sich mit der Butter gut vermischen lassen. Dann gieße ich mit Suppe soviel Flüssigkeit auf, bis die Sauce die richtige Konsistenz hat und würze sie. Ich gebe lieber etwas Mehl in die Sauce als nachher viel Butter, die in diesem Gericht durch den Blätterteig sowieso schon reichlich vorhanden ist.
  9. Dann schalte ich den Backofen auf 220° Ober und Unterhitze.
  10. Die Kräuter habe ich noch frisch von meiner Terrasse, wasche und trockne sie, ziehe sie von den harten Stängeln und hacke sie fein. Parmesankäse wird bei uns immer frisch gerieben, heute so ungefähr 30 g.

  11. Den Blätterteig teile ich in zwei Teile und rolle sie nur wenig aus. Ich lege als erstes Artischockenscheiben auf den Teig, streue Kräuter und Parmesankäse darüber, lege je ein Schweinefilet auf dieses Bett und belege beide Filets wieder mit Scheiben, dann Kräuter und Parmesankäse. Dann schlage ich den Teig über die Filets und verschließe ihn so gut wie möglich. Ich lege die zwei Pakete auf ein eingefettetes Backblech und bespritze alles mit Wasser. Meinen Segen haben sie, jetzt muss nur noch der Backofen seines dazu tun.
  12. Nach 25 Minuten sind sie goldgelb gebacken und schauen wunderbar aus.
  13. Ich schneide die Strudel in Scheiben und serviere diese Delikatesse mit der heißen Sauce.

Es ist unbedingt notwendig, dass alle Zutaten kühl sind. Man muss sich vorstellen, was passieren würde, wenn auf diesen Butterteig warme Zutaten gelegt würden. Ihr bekommt den Strudel niemals heil auf das Blech. Die Butter im Teig schmilzt sofort, ist mir alles schon passiert. Deshalb bereite ich die Artischockenscheiben und das Filet, samt Sauce schon am Morgen zu und mittags, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme , wird der Rest erledigt.
Während unsere Tochter (sie ist ein Fleisch-Fan) den Rest der Sauce mit den Fingern aus der Pfanne schleckt, wundert sie sich, wieso noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, Gummibärchen mit Saucengeschmack herzustellen. Sie wird das mal patentieren lassen, war ihre glorreiche Idee. Wir schmunzeln, aber wer weiß?!
Ach ja, und was mache ich mit dem Rest von den Carciofi? Abends gebe ich sie mit ca. 300 ml Wasser in den Schnellkochtopf, salze sie kräftig und verteile großzügig Olivenöl darüber. Ich verschließe den Topf und lasse ihn 15 Minuten, auf dem zweiten Ring, unter Druck. Wir essen diese Blätter dann so wie oben beschrieben, mit den Händen, Olivenöl und Salz. Man würde gar nicht glauben wieviel noch Fruchtfleisch dran ist.

02.12.09

Panna cotta mit Orangensauce und Blätterteigecken


Eine der besten und schnellsten Nachspeisen ist immer noch Panna cotta. Für eine größere Runde geeignet und bei einem aufwenigeren Menü gut vorzubereiten, eben gerade richtig für die anstehenden Feierlichkeiten.

Zutaten für 4 Personen:

Für die Panna cotta:

200 ml Kochsahne
50 ml Milch
50 ml Sahne
Vanille
1 ½ Blatt Gelatine
40 g Zucker

Für die Orangensauce:

30 g Zucker
¼ l Orangensaft
Streifen der Orangenschale
1 EL Speisestärke



1 Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.

2 In einem Topf beide Arten von Sahne, die Milch und den Zucker gut verrühren und
aufkochen lassen.

3 Die ausgedrückte Gelatine und etwas Vanille dazu geben.

4 Die Masse etwas abkühlen lassen in Dessert-Förmchen füllen und mindestens 4 Stunden
kalt stellen.

5 Für die Orangensauce 3 Esslöffel Orangensaft mit der Speisestärke verrühren, bei Seite
stellen.

6 Restlichen Saft mit dem Zucker aufkochen, mit der angerührten Stärke binden, durch ein
Sieb streichen und die Streifen der Orangenschale zugeben. Abkühlen lassen.

7 Zum Servieren der Panna cotta, taucht man die Förmchen in köchelndes Wasser, löst sie
dann am Rand mit einem Messer und stürzt die Masse auf einen Teller. Mit Orangensauce
und Blätterteigecken servieren.

Karamellisierte Blätterteigecken



100 g Blätterteig
20 g Butterschmalz oder zerlassene Butter
Mandelblättchen
Puderzucker

1 Blätterteig wenn notwendig ausrollen.

2 Den geschmolzenen, aber nicht mehr heißen Butterschmalz, oder Butter, auf den Blätterteig streichen. Mandelblättchen darauf verteilen.

3 Dick mit Puderzucker bestreuen und in Dreiecke schneiden. Auf ein mit Backpapier
ausgelegtes Backblech legen und 12 Minuten im auf 180° vorgeheizten Backofen, goldgelb
backen.

19.11.09

1000 Worte für 1000 Blätter

So, heute ist es soweit! Wir kommen nicht mehr drum herum. Ich habe es euch schon angekündigt. Ich warne: das ist nur etwas für Fanatiker! Im schlimmsten Fall mögt ihr den gekauften Blätterteig gar nicht mehr. Ich kenne im Notfall da aber auch keine Skrupel. In der warmen Jahreszeit hat man keine Chance, wenn der Vorrat ausgegangen ist. Es ist einfach zu warm, mit so einem Patzen Butter zu arbeiten. Warum komme ich auf die Idee Blätterteig selbst herzustellen? Es gibt bei uns keinen biologischen, ohne dem ganzen Kram, der normalerweise in den Blätterteigen drin ist. Also habe ich mich mit Büchern herumgeschlagen, Blätterteig um Blätterteig produziert. Vieles ist schief gelaufen, aber jetzt habe ich den Dreh heraus. Sonst würd ich mich nie trauen, euch für so etwas zu ermutigen.
Interessanterweise backe ich mit dem Blätterteig nichts Süßes, sondern salzige Kuchen und Quiches. Er muss schnell gegessen werden, d.h. nur ein Tag lang ist er halbwegs knusprig. Danach wird er zäh und einen Apfelstrudel an einem Tag verputzen wir nicht so leicht. Natürlich bereite ich eine größere Menge vom Blätterteig zu und friere ihn dann in Portionen ein. Zwei Mal im Jahr wird Blätterteig gemacht: die Herbstkollektion und die Frühjahrskollektion.
Ich muss an diesem Nachmittag zu Hause sein. Meistens verbinde ich dies mit meiner unliebsten Hausarbeit: bügeln. Somit verschönere ich mir den Nachmittag eigentlich nur.
Aber jetzt kommen wir zum Gewaltakt:
Zutaten:
  • 1 kg Mehl Typ 550 (damit er auch einpaar Nährstoffe hat)

  • 900 g Butter

  • 1 gestrichener EL Salz

  • 500 ml kaltes Wasser


  1. 850 g vom Mehl in eine Schüssel geben, mit dem Salz vermischen und mit dem Wasser zu einem Teig verkneten. In eine Klarsichtfolie wickeln und in den Kühlschrank geben.



  2. Die Butter aufschneiden, mit den restlichen 150 g Mehl ebenfalls gut verkneten, damit ein geschmeidiger Butterteig entsteht. Es dürfen beim Kneten keine harten Butterstücke mehr zu spüren sein. Auch diesen in Klarsichtfolie in den Kühlschrank zum Kühlen geben.

  3. Nach einer halben Stunde den Mehlteig herausnehmen und zu einem Rechteck rollen.


  4. Nun den Butterteig einmehlen und mit dem Rollholz flach walzen. Danach mit den Händen nehmen und die Seiten auf der Arbeitsfläche flach klopfen. Solange drehen und klopfen bis er in Proportion zum Mehlteig passt, denn in diesen muss er eingeschlagen werden. Ich messe ihn immer wieder in die Mehlteigplatte hinein. Wenn er zu klein ist, dann rolle ich ihn noch ein bisschen aus, ist er zu groß, schlage ich die Kanten nochmal eine Rund flach.

  5. Danach wird der Butterklotz diagonal auf den Mehlteig gelegt und darin eingepackt.


    Es sieht jetzt wie ein Kuvert aus. Das wäre dann ein schlüpfriger Brief, sozusagen!

  6. Nun rolle ich dieses Kuvert sachte zu einem größeren Rechteck. Sachte deshalb, weil ich die Butter nicht irgendwo herausdrücken möchte. Jetzt beginnt die Arbeit bei der die ganzen Schichten entstehen und irgendwie habe ich jetzt bügeln und kochen miteinander vermischt. Denn ich lege den Teig immer wieder zusammen. Der Konditor nennt diese Arbeit Touren geben. Ich beschreibe es aber lieber mit meinen Worten.

  7. Die linke Längsseite wird über 2/3 des Teiges geschlagen, die gegenüberliegende Seite darüber und fertig ist der erste Schritt. In Klarsichtfolie gewickelt für 20 Minuten in den Kühlschrank und ich gehe wieder zu meiner Bügelwäsche. Die Zeit sollte eingehalten werden. Zu lange im Kühlschrank würde die Butter zu sehr stocken und sich schwer ausrollen lassen.

  8. Nach 20 Minuten gebe ich den Teig wieder auf meine Arbeitsfläche und rolle ein noch größeres Rechteck, denn jetzt wird er noch öfter zusammengelegt. Beide Längsseiten werden bis in die Mitte geschlagen und nochmals zusammengeklappt, als ob man ein Buch zuklappen würde.

  9. Diese beiden Touren wiederholt man jeweils noch ein Mal, d.h. 20 Minuten in den Kühlschrank, ausrollen, Punkt 7 wiederholen, 20 Minuten in den Kühlschrank, ausrollen, Punkt 8 wiederholen.

  10. Danach nicht mehr in den Kühlschrank, sondern ausrollen in 5-6 gleich große Teile schneiden, in Nylontüten geben, gut verschließen und ab in das Gefrierfach.

Falls jemand aber Lust hat gleich oder am nächsten Tag eine Portion Teig zu zubereiten, hier noch ein schnelles Rezept für einen Pizzastrudel, die beste Verschmelzung der österreichischen und italienischen Kochkunst:
Zutaten für 1 Strudel:

1 Blätterteig aufgetaut
2 Mozzarellakugeln
3 Tomaten (die letzten aus eigener Produktion)
200g Schinken
Basilikum
Salz


1 Backofen auf 200° C vorheizen.

2 Tomaten waschen, Stielansätze herausschneiden. Mozzarella und Tomaten in Scheiben
schneiden.

3 Blätterteig dünn ausrollen, in die Mitte die Hälfte des Schinkens geben.

4 Tomaten und Mozzarellascheiben abwechselnd hintereinander schichten.



5 Mit Salz und Basilikum würzen und den restlichen Schinken darüber geben.

6 Blätterteig darüber schlagen, verschließen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech
geben.

7 Mit Wasser bespritzen und im Backofen ca. 30 Minuten goldgelb backen.



Der Teig blättert nicht so stark, wie der gekaufte. Erstens habe ich nicht weisses Mehl verwendet, zweitens ist keine Chemie enthalten, welche das Blättern natürlich erleichtert.

Wen es wundert wo ich Basilikum her habe, da ich meinen ja schon abgeernet habe: ich friere auch Basilikum, ganz trocken, ein und streue ihn noch gefroren über die anderen Zutaten. So behält er am Besten sein ursprüngliches Aroma.

Die tausend Wörter habe ich sicher schon aufgebraucht. Ob es tausend Blätter sind habe ich mal probiert auszurechnen, habe aber aufgegeben und die Bügelwäsche ist auch gebügelt. Für mich war es trotz Bügeln ein ganz angenehmer Nachmittag, weil ich die Hälfte der Zeit in der Küche verbracht habe, meinem Lieblingsplatz in unserer Wohnung.

10.09.09

Mangoldkuchen

Mangold ist ein wundersames Gemüse. Man sät es im Frühjahr, oder setzt kleine Pflanzen. Wenn sie groß genug sind, schneidet man alle äußeren, großen Blätter ab und läßt das "Herz" der Pflanze stehen. Innerhalb 10-14 Tagen ist sie wieder gleich groß wie vorher. Und das geht so den ganzen Sommer. Das ist doch fast wie eine wundersame Vermehrung.
Natürlich muss man dann alle 14 Tage ein anderes Rezept mit Mangold auf Lager haben, sonst gibt es bei uns zu Hause mürrische Gesichter. Ich habe sie schon zuviel verwöhnt. Allerhand habe ich mir schon einfallen lassen.
Heute habe ich den gedeckten Mangoldkuchen für Euch.


Zutaten für 1 Kuchen für mehrere Personen:
  • 1 Blätterteig

  • ca. 700-800 g frischen Mangold (gekocht und ausgedrückt sollten es ca. 300 g sein)

  • 1 Ei

  • 50 g geriebener Parmesankäse

  • 150 g gekochten Schinken

  • 100 g Almkäse (z.B. Marienberger)

  • Salz

  • Pfeffer aus der Mühle

  • Butter, zum Fetten der Form

  • 1 Ei, zum Bestreichen des Kuchens


  1. Dem Mangold schneide ich die Stiele ab und verwende nur den grünen Teil. Die Blätter waschen und in einem Topf, nur mit dem Wasser, welches auf den Blättern haften bleibt, weich dünsten.

  2. Backofen auf 180° Heißluft vorheizen, eine feuerfeste Form einfetten.

  3. Schinken und Käse in kleine Würfel schneiden.

  4. Mangold abseihen und ziemlich auskühlen lassen. Danach zwischen den Händen ausdrücken und in dem Kleinhackgerät von Fissler in wenigen Sekunden zerkleinern. Wie Ihr seht, bin ich ein Fan vom Finecut. Er ist auch sehr praktisch und schnell wieder verräumt.

  5. Den gehackten Mangold in einer Schüssel mit Schinken, Käse, Parmesankäse, dem Ei, Salz und Pfeffer aus der Mühle mischen.

  6. Den Blätterteig so ausrollen, dass Ihr den Boden und die Wände der feuerfesten Form auslegen könnt und noch soviel Teig überlappen habt, um danach den Mangold zu bedecken.

  7. Mangold auf dem Blätterteig verteilen, den übrigen Teig darüberklappen und an den Rändern gut verschließen.

  8. Teig, welcher bei den Enden eventuell übersteht, am oberen Rand der Form entlang abschneiden. Diese Teigreste mit einem Krapfenrad zu Streifen schneiden und den Deckel damit verzieren.

  9. Das Ei in eine Frischhaltedose geben, verquirlen und mit einem Pinsel den Kuchen damit bestreichen. Das Ei kann dann, gut verschlossen, im Kühlschrank für weitere Verwendung aufbewahrt werden.

  10. Den Kuchen im Ofen für 35-40 Minuten goldgelb backen.
Die Stiele vom Mangold bereite ich als Beilage zu Fleisch oder Fisch zu. Ich schneide sie in Stücke und koche sie in wenig Salzwasser solange, bis sie ein wenig weich sind, aber noch Biss haben. Abschütten und mit Salz, Pfeffer und gutem Olivenöl abschmecken. So schmecken sie uns am Besten. Weggeschmissen wird bei mir nichts!
Natürlich kann dieser Kuchen auch mit Spinat zubereitet werden. Auch hier würde ich einen frischen Spinat vorziehen.
Meinen Blätterteig habe ich selbst gemacht. Ich bereite eine größere Menge zu und gefriere ihn in Portionen geschnitten ein. Jetzt wo es wieder ein wenig kühler ist, werde ich meine Ration für den Herbst und Winter wieder einmal zubereiten. Dann werde ich Euch in verschiedenen Schritten erklären wie das geht. Wer Lust hat, kann es ja versuchen. Aber es ist bestimmt nicht schlimm, wenn man nicht so fanatisch ist wie ich.

12.06.09

Gemüsekuchen






















Zutaten für 6 Personen:
  • 250 g Blätterteig
  • 1/2 kg gemischtes Gemüse (Peperoni, Zucchini, Melanzane, Karotten...)
  • 200 g milder Pecorino gerieben
  • Basilikum
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl
  1. Blätterteig falls gefroren, im Kühlschrank früh genug auftauen lassen.
  2. Gemüse putzen und waschen, Peperoni mit einem Tomatenschäler schälen und in Spalten schneiden. Gemüse in gleichdicke, längliche Scheiben schneiden, oder falls man einen geeigneten Hobel besitzt hobeln, und alles grillen.
  3. Backofen auf 200° vorheizen.
  4. Den Teig ausrollen und in eine ausgefetteten runde Auflaufform geben, wobei ein Rand von ca. 4 cm sein sollte.
  5. Das Gemüse auf den Teig schichten. Jede Schicht salzen und pfeffern.
  6. Den geriebenen Käse und die zerzupften Basilikumblätter darüber geben.
  7. Mit guten Olivenöl beträufeln und im Ofen 35 Minuten backen.
  8. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Der Gemüsekuchen wird eher lauwarm gegessen.

Wenn man möchte, kann auch eine Hühnerbrust in Streifen geschnitten und ebenfalls gegrillt, zwischen das Gemüse geschichtet werden, oder zum Schluss eine Hand voll halbierte Cocktailtomaten darübergeben. Eine Springform eignet sich nicht, da der Saft vom Gemüse und das Olivenöl, sobald der Kuchen geschnitten wird, am Rand ausläuft. Ist mir alles schon passiert. Übrigens: man würde nicht glauben, wie gut gegrillte Karotten schmecken.




Und so muß der Teller nachher aussehen!