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07.09.20

Schwarze Tagliolini ohne Tinte

Schwarze Nudeln werden normalerweise mit Tintenfischtinte gefärbt. Auf die Idee aus schwarzem Reis Nudeln herzustellen kam mir durch eine Kundin, welche durch ihre Zöliakie gezwungen ist andere als Hartweizennudeln zu essen. Sie nimmt als zusätzliche Zutat anstelle des Hartweizenmehls wie ich, Flohsamenschalen, damit das Reismehl gebunden wird um im Wasser nicht zu zerfallen. Dieses Verhältnis weiß ich allerdings nicht.

Was ist Riso Venere, immerhin der Reis der Venus, der Liebesgöttin, und wo kommt er her? Schwarzen Reis gibt es schon lange in China, den die Bauern nur für den Kaiser kultivierten. Anbauversuche in Italien misslangen. Der schwarze Reis aus China konnte sich nie an die klimatischen Bedingungen in Italien anpassen. Der Venus-Reis wurde in Italien daher als Kreuzung asiatischer mit italienischer Sorten entwickelt, der für den Anbau in der Po-Eben geeignet war.

18.12.17

Emmer-Tagliatelle mit Räucherlachs und Cognac

Lachs ist eigentlich nicht so unseres. Aber neulich hat uns ein Freund einen selbst gewürzten und geräucherten Lachs geschenkt. So etwas kann man und darf man nicht verschmähen. Wunderbar gewürzt, mit einer sehr angenehmen Räuchernote wurde der Lachs zu einem wirklich guten Mittagessen verarbeitet.

27.09.17

Pasta mit Tomatencreme und Brokkoli

Seit zwei Tagen denke ich nach. Das liebe Internet! Man surft so dahin, schaut ein bisschen da und dort hinein. Das eine gefällt einem, das andere weniger. Überfliegt das eine oder andere Rezept und holt sich so ein paar Anstöße für zukünftige Mahlzeiten. 

Aus meinem Garten ernten wir momentan ziemlich viel Gemüse und das will verbraucht werden. Auch die Tomaten geben noch immer richtig Gas. Beim Brokkoli schneide ich schon bestimmt das 4. Mal Röschen ab. Da fällt mir ein Rezept ein, welches ich irgendwo einmal gesehen hatte. Aber wo??

01.08.17

Ramen mit Pak Choi vom Garten

In der Gärtnerei fand ich dieses Jahr das erste Mal Pak Choi-Pflänzchen. Im Gemüseladen habe ich ihn bei uns noch nie gesehen, hatte Pack Choi aber anderorts jedoch schon gekauft und gekocht. Ein Platz im Garten war schnell gefunden und jetzt war er zu ernten.

Wie Pak Choi schmeckt wird hier recht gut beschrieben, nur "an Stelle von Mangold oder Spinat" würde ich ihn nicht bedenkenlos einsetzen. Für Spinatspatzlen zum Beispiel schmeckt er zuviel nach Kohl oder Senf. Dieses Gemüse ist im asiatischen Raum beheimatet und deshalb gab es bei uns ein asiatisch angehauchtes Gericht.

24.04.17

Emmer-Tagliatelle mit Spargelcreme


Spargelzeit - Wonnezeit! Schon seit gut 4 Wochen bekomme ich einheimischen Spargel. Im Etschtal hat sich im Laufe der Zeit feiner Sand abgelagert, den der Fluss, wenn er über die Ufer trat, gebracht hat, ideal für die Spargelpflanze.

Margarete heißt unser Spargel, benannt nach der Gräfin Margarete "Maultasch", welche sich anscheinend gerne in der Burg Neuhaus in Terlan aufhielt. Wie diese feine Dame zu so einem hässlichen Spitznahmen kam, könnt ihr hier nachlesen.

02.03.17

3 x Spaghetti

Der Spiralschneider ist momentan hoch im Kurs, nicht nur für Vegetarier und Veganer eine schöne Abwechslung. Roh oder kurz in heißem Olivenöl geschwenkt, kann man Nudeln zubereiten ohne Nudeln.

Damit ihr seht, dass es auch mit Nudeln geht, gibt es diesmal 3 x Spaghetti. Wobei sich für das Foto viele Weizenspaghetti auf den Teller geschlichen haben. Das Verhältnis war ein anderes. Weizenspaghetti und Gemüsespaghetti hielten sich die Waage.

13.07.16

Das ist mir noch nie passiert! - Basilikumnudeln mit frischem Datterinisugo

Das ist mir noch nie passiert! Bevor ich für ein paar Tage abgetaucht bin, bereitete ich diesen Post vor und veröffentlichte ohne es zu wollen nur dieses Bild! Wie erholsam und stressfrei eine Woche ohne Internet sein kann, erfährt nur die oder derjenige, der es selbst probiert hat, habe aber deshalb nichts mitbekommen.

Heute sitze ich das erste Mal wieder vor dem PC und sehe vor mir nur dieses eine Bild. "Es gibt Schlimmeres", tröste ich mich. So konntet ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen.

11.01.16

Lasagnette mit Bergblüten

 

Manchmal im Urlaub fragen wir Einheimische um eine Empfehlung für ein Restaurant. In den allermeisten Fällen hatten wir Glück, obwohl wir uns immer wieder schmunzelnd sagten, dass wir garantiert zu einem nahen Verwandten des Befragten geschickt worden sind.

So kommt es mir heute vor. Und auch heute lohnt es sich meinem Rat zu folgen.
Dass mein Vater aus dem Ultental stammt ist allgemein bekannt. Dass ich unwahrscheinlich viele Verwandte habe auch.

Aber nicht zu jeder Cousine und zu ihren Kindern habe ich ein so nettes Verhältnis wie zu Hanni.
Nicht nur 5 Kinder mit Liebe großgezogen, hat sie gemeinsam mit ihrem Mann einen Betrieb von ganz klein zum heutigen Hotel Ortler aufgebaut, mit tatkräftiger Unterstützung ihrer fleißigen Kinder. Sie war und ist bis heute ein großes Vorbild für mich.

20.10.15

Glutenfreie Nudeln mit Catalogna


Catalogna ist die große Schwester vom Löwenzahn. Es ist das erste Mal, dass ich ihn in meinen Garten gepflanzt habe und bin angenehm überrascht. Jede Woche kann ich ernten, lasse das "Herz" der Pflanze stehen im Wissen, dass sie wieder fleißig nachwächst. 

Die Pflanze ist ergiebig wie Mangold, nur bitterer. Aber wenn man meiner Apotheker-Freundin Glauben schenken kann, nimmt der Mensch heute viel weniger Bitterstoffe zu sich als früher. Und sie wären so gesund!

26.01.15

Cannelloni al ragu'

Woher das Wort "cannelloni" kommt ist ganz einfach. Ein "cannello" ist ein Röhrchen, eine Kanüle. Lasagneblätter mache ich schon seit Jahren selbst, aber cannelloni!!! Wie soll ich ein Röhrchen mit Nudelteig herstellen können??

Dann brachte mich eine Kundschaft auf die Idee mit den Lasagneblättern einen relativ festen Ragu' einfach einzurollen.

Natürlich ist Cannelloni, wie Lasagne, eine große Arbeit. Aber wenn man sich diese aufteilt, dann ist es zu bewältigen.

Ich koche den Ragu' immer schon am Vortag, die Nudeln stelle ich am Morgen her und die Béchamelsauce koche ich erst im letzten Moment.

Den Ragu' koche ich wie immer im Schnellkochtopf, dann ist er auch relativ schnell gemacht. Alle die bei mir den Kochkurs für Fortgeschrittene vom Schnellkochtopf gemacht haben, besitzen das Rezept dazu. Für die Cannelloni habe ich ihn mit gekochtem und passiertem Spinat gemischt.

Für Cannelloni für 4 Personen brauche ich für den Nudelteig 250 g Mehl. In letzter Zeit nehme ich meistens Dinkelmehl, um unsere weizenlastige Ernährung ein bisschen aufzufrischen.

2 Eier, etwas Wasser und wenig Olivenöl verquirle ich, gebe es zum Mehl und knete mit der KitchenAid zuerst mit dem Flachrührer, danach mit dem Knethaken einen eher trockenen Teig zusammen. Diesen lasse ich von der Maschine 10 Minuten kneten, dann gebe ich ihn in einen Nylonbeutel und lasse ihn entspannen.

Inzwischen setzte ich reichlich Wasser auf, sobald es kocht salze ich und beginne mit der Nudelproduktion.

Ich walze relativ dünne Nudelblätter aus und schneide sie in ca. 12 cm lange Rechtecke. Diese lasse ich einzeln in das Wasser gleiten, koche sie ganz kurz, fisch sie dann mit dem Kochlöffel heraus und gebe sie sofort in kaltes Wasser.

Danach lege ich die Blätter auf ein ausgebreitetes Küchentuch und lasse sie ein wenig trocknen. Danach schichte ich sie in einen Plastikbehälter, den ich verschließen kann. So warten die Blätter bis zu Mittag. Weilm sie noch ein wenig nass sind, lassen sie sich gut voneinander lösen.

Mittags bereite ich eine Béchamelsauce zu, würze sie und beginne mit dem Einschichten.

Ich rolle in jedes Blatt ein wenig Ragu' und schichte die Röllchen in eine eingefette feuerfeste Form.

Danach kommt die gesamte Béchamelsauce darüber. Zum Schluss reibe ich noch reichlich Parmesankäse darauf.

Im Backofen lasse ich die Cannelloni bei 180°C Heißluft ca. eine halbe Stunde, bis sie schön gebräunt sind.

Danach sieht das Ganze so aus:

Am Besten sind die Cannelloni allerdings, wenn sie mindestens 10 Minuten abkühlen dürfen.
Aufgewärmt schmecken sie uns auch noch sehr gut. 

26.09.14

Die Rohnen-Spatzlen haben gut geschmeckt, Dolomitenwanderung und Fusilli


























Das was ihr hier an Farbe seht, ist alles Eigenbau. Die Tomaten sind sogar selbst gezogen, die "Samenbank" fürs nächste Jahr schon angelegt.

Ich muss euch leider enttäuschen. Das Rezept für dieses Gericht bekommen all jene die beim zusätzlich eingeschobenen Kochkurs

Klassische Beilagen mit neuem Pep        Dienstag, 21. Oktober

teilnehmen. Wie man sieht, kann diese Beilage zum Beispiel auch alleine als vollwertiges Essen genossen werden.

Ich möchte euch heute unsere letzte Dolomiten-Wanderung vorstellen: Von der Zanseralm im Villnösstal auf die Schlüterhütte, von dort auf den Peitlerkofel und überm das Kreuzjoch wieder auf die Zanseralm zurück.

An Wiesen voller Herbstzeitlosen vorbei,
auf knorrigen Wegen, voller abgenagter Tannenzapfen,
die Geisler nebelverhangen,

hoch zur wunderschönen Schlüterhütte, wo wir übernachteten.

Am nächsten Morgen in dieser Höhe Traumwetter bis zu Mittag. Endlich sahen wir die berühmten Geisler, wahrscheinlich die ersten Berge die Reinhold Messner hinaufgeklettert ist.

Der "fließende" Nebel lag tiefer.
Ein Murmeltier stellte sich in Pose.
Stolze Bezwinger des Peitlerkofels. Wer hat die rötesten Backen?























Fusilli gab es dann abends, zu Hause.
























Fusilli für müde Wanderer

Zutaten für 4 Personen:

  • 440 g Fusilli
  • ein Stück von einer dicken Scheibe Landschinken (habs vergessen zu wiegen:)
  • eine handvoll gelber Tomaten
  • 1 orangenfarbener Chili
  • 1/2 Packung Erbsen aus dem Tiefkühler
  • Salz
  • Olivenöl
  1. Ich stelle einen großen Topf mit Wasser über.
  2. Den Schinken schneide ich in kleine Würfel, den entkernten Chili in Streifen und röste beides in wenig Olivenöl in einer weiten Pfanne an.
  3. Die gefrorenen Erbsen schütte ich direkt in die Pfanne und rühre ab und zu um, bis ich den Tomatensugo zubereitet habe.
  4. Die Tomaten sind ziemlich weich, deshalb kann ich sie nicht mit dem Tomatenschäler enthäuten. Ich schneide die Stielansätze heraus und schneide sie an der gegenüberliegenden Seite kreuzweise ein. Sobald das Nudelwasser kocht, gebe ich sie für kurze Zeit hinein, bis ich sehe, dass sich die Haut löst und fische sie dann mit der Schaumkelle wieder heraus. 
  5. Dann salze ich das Wasser, schütte die Nudeln hinein und koche sie nach Packungsanleitung. Ich stelle mir immer die Eieruhr, sonst wären die meisten Nudeln zum Verkochen verdammt!
  6. Den Tomaten ziehe ich die Haut ab und hacke sie blitzschnell mit dem Finecut zu Tomatenmus, rühre diesen in den "sofritto", ins "Angebratene", wie der Italiener zu sagen pflegt.
  7. Die gekochten Nudeln werden nach dem Abseihen nur leicht abgeschüttelt, damit noch ein wenig Nudelwasser dran bleibt und werden sofort mit dem Sugo in der Pfanne gemischt.
Wir haben keinen Parmesankäse dazu gegessen.

02.04.14

Dinkelvollkornnudeln mit Bärlauchpesto

































Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht: wir mögen keine gekauften Vollkornnudeln, gesunde Ernährung hin oder her.

Da sie sehr gesund sein sollen, kochte ich immer wieder einmal welche, aber wir waren nie begeistert, auch die Kinder streikten.

Mir ist jedoch noch NIE in den Sinn gekommen, selbst Vollkornnudeln zu produzieren.

Ich besitze ja eine Getreidemühle schon viele Jahre. Dinkel und Weizen kaufe ich in 25 kg Säcken.

Alle Voraussetzungen wären gegeben und trotzdem hatte ich es noch nie probiert. Und dann hat es trotzdem gefunkt und sie wurden zum allerersten Mal gemacht und gegessen.

Außerdem bekam ich eine Tasche Bärlauch geschenkt. An dieser Stelle nochmals Danke an meine Freundin Helene. Sie weiß halt, dass bei mir so etwas immer gut verwertet wird.

Den Bärlauch habe ich nicht gewaschen, nur fleißig aussortiert, dann mit reichlich Olivenöl aufgemixt, nicht gesalzen und in ein Glas gegeben, dann noch mit Olivenöl abgedeckt. So bleibt er relativ lange gut und gärt nicht.

Jetzt wird er langsam verbraucht, in den Risotto gerührt, Pressknödel gemacht... und dann gab es noch

Dinkelvollkornnudeln mit Karottenstreifen und Bärlauchpesto

Zutaten für 2 Personen:

Für den Teig:
  • 180 g Dinkelvollkornmehl, fein gemahlen
  • 1 Ei
  • Wasser
 Für die Sauce:
  • 1 Karotte
  • 5 EL aufgemixter Bärlauch (siehe oben)
  • 1 EL Parmesankäse, gerieben
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • wenig Olivenöl
  1. Ich schlage das Ei in ein Gefäß, wiege es und gebe soviel Wasser dazu, bis ich 95 g erreicht habe, dann verquirle ich beides.
  2. Ich knete das Mehl und das Ei-Wasser-Gemisch zu einem geschmeidigen Teig. Es sollte ein Weilchen geknetet werden. Dann kommt der Teig in eine Nylontüte, zum Entspannen.
  3. Dann stelle ich Wasser auf. Sobald es kocht wird gesalzen.
  4. Die Karotte schäle ich, hoble sie längs in dünne, lange Scheiben und schneide sie dann in Streifen, ungefähr von der Breite wie später die Tagliatelle geschnitten werden.
  5. Ich erhitze wenig Olivenöl in einer Pfanne und röste die Karotten langsam, bis sie weich geworden sind, dann würze ich mit Salz und Pfeffer.
  6. Den Bärlauch rühre ich mit dem Parmesankäse, etwas Salz und Pfeffer an.
  7. Jetzt walze ich den Nudelteig zuerst in nicht zu dünne Platten, bei mir war es die Nummer 4. Der Vollkornteig reißt sonst sofort.
  8. Dann schneide ich mit dem dazugehörigem Schneider die Nudeln zu Tagliatelle und lasse sie sofort ins kochende Wasser gleiten. Aufpassen, sie sind in 1-2 Minuten schon gekocht.
  9. Ich seihe die Nudeln ab, mische sie sofort mit den Karottenstreifen und jeder kann sich dann Bärlauchpesto nehmen wieviel er will.
Manchmal ist es schwer zu warten, bis das passende Foto geschossen ist.

Tatsache ist, dass uns dieses Nudelgericht sehr gut geschmeckt hat, auch wenn es Vollkornnudeln waren. Ich werde sie jetzt öfter zubereiten.

06.03.14

Im Test: Spiralschneider gegen Hobel - Spaghetti mit Zucchinispiralen






















Das ist das Endergebnis von diesem Test: Spaghetti mit Spiral-bzw. Streifenzucchini.

So ähnlich standen sie vor nicht all zu langer Zeit bei Astrid auf dem Tisch. Sie stellte ihren neu erworbenen Spiralschneider vor.

Vor mehr als 4 Jahren schnitt ich mit meinem Hobel schon lange Streifen und mischte sie unter Bucatini. Spiralschneider kamen erst viel später auf den Markt und in Mode.

19.02.14

Pasta al pesce e zafferano dell'Aquila - Fischpasta mit einheimischem Safran























Eine liebe Teilnehmerin meiner Kochkurse bringt mir ab und zu eine kulinarische Besonderheit aus dem Süden Italiens.

Neulich, während eines Kurses, kamen wir auf Safran zu spechen, dass er berechtigter Weise sehr teuer ist und wo er herkommt.

Ich muss gestehen, ich wusste nicht, dass auch in Italien Safran angebaut wird.

Beim nächsten Kursbesuch brachte sie mir dieses Kleinod: Safran aus den Abruzzen, genauer gesagt aus L'Aquila.


Der Krokus, aus dem der Safran gewonnen wird, ist auf dem Döschen abgebildet. Wenn man den Korken hebt, kommt einem ein betörender Duft entgegen. Dieser Safran ist von der letzten Ernte, dem Herbst 2013.

Ich hab mich gefreut wie eine Schneekönigin. 

Lange überlegte ich mir, was ich für eine Köstlichkeit damit kochen könnte und bin dann bei Fisch gelandet.

Das Filetiermesser und die Fischpinzette gehören zu den wichtigsten Werkzeugen zum Vorbereiten des Fisches für die Pasta.

Pasta al pesce e zafferano dell'Aquila - 
Fischpasta mit einheimischem Safran

 Zutaten für 3 Personen (es sind Semesterferien, deshalb 3):
  •  350 g Fusilli
  • 1 große Golbrasse (orata) oder 2 Filets
  • 1 Lachsscheibe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 ml Weißwein, trocken
  • Safranfäden (wer es genau wissen will: 0,2 g entspricht ca. 25 Fäden)
  • 3 EL Crème fraîche
  • eine handvoll Sellerieblätter
  • Salz
  • frischer Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl
  1. Und wieder einmal stelle ich reichlich Wasser zum Kochen auf den Herd.
  2. Fisch filetieren macht bei uns der Mann. Nicht immer bekomme ich Filets von der Goldbrasse. Von diesem Fisch bleibt das Fleisch nach dem Erhitzen noch relativ kompakt, deshalb mag ich es für solche Gerichte gerne. Ich schaue nur zu: Norbert schneidet den Kopf vom Fisch ab, danach schneidet er zwei Filets von dem Rückgrad des Fisches. Es gibt sehr gute Videos wie man Fisch filetiert. Beschreiben ist sehr schwierig. Ich entferne dann noch die Haut und mit der Fischpinzette die Gräten. Mit einem Filetiermesser geht das Ganze viel leichter von der Hand, da es eine flexible Klinge hat und deshalb nicht so starr ist.
  3. Ich schneide auch von der Lachsscheibe die Haut und den Mittelknorpel weg. Auch dieses Fischfleisch entgräte ich. Der  gesamte Fisch wiegt jetzt 380 g.
  4. Ich wasche die Sellerieblätter, trockne sie und schneide sie in hauchdünne Streifen.
  5. Ich schäle eine Knoblauchzehe, drücke sie an und lasse sie in nicht zu stark erhitztem Olivenöl wenig bräunen. 
  6. Ich nehme die Knoblauchzehe heraus und streue die Safranfäden ein, gieße den Weißwein an und koche alles bei moderater Hitze, so dass die Safranfäden den Wein zu färben beginnen.
  7. Den Fisch schneide ich in nicht zu lange Streifen.
  8. Ich rühre die Crème fraîche ein, würze mit Salz und Pfeffer.
  9. Inzwischen rühre ich die Pasta in das kochende, gesalzene Wasser ein.
  10. Den Weinsud stelle ich auf die Seite und lasse ihn ein wenig ziehen bis die Nudeln gekocht sind.
  11. Im letzten Moment rühre ich die Fischstreifen unter den Sud, lege den Deckel auf und lasse ihn durchziehen.
  12. Die Selleriestreifen und die Nudeln mische ich unter den Fischsugo.
Was für ein Festessen! Ich möchte hier noch einmal für das wundervolle Geschenk ein großes Dankeschön aussprechen.
  

10.10.13

Tagliatelle mit den letzten Pfifferlingen und Gewürztraminer


Die Gelüste haben uns getrieben. Ein Rezept das mich schon länger anlachte, gab den Ausschlag, dass wir, trotz ziemlicher Nebeldecke, letzten Samstag noch einmal "Schwammelen" suchen gegangen sind. In unserem altbewährten Revier, in dem wir schon seit Jahren "tätig" sind, wurden wir, trotz großen Zweifels, fündig. Auf 1800 m Meereshöhe kamen uns nur Nebel entgegen, aber keine Menschenseele. Eine Handvoll schöner Pfifferlinge haben wir dann trotzdem noch gefunden, was für diese Jahreszeit eigentlich ein großes Glück ist. Frische "Schwammelen" vom Wald sind zwar nicht zu toppen, aber da sie im Handel anscheinend noch angeboten werden, möchte ich euch dieses Rezept nicht vorenthalten, damit auch ihr in den Genuss dieses delikaten Geschmackes kommen könnt.
Gewürztraminer, so habe ich es nachgelesen, serviert man gerne zu Krustentieren, aber auch als Dessertwein, da er relativ "süß" ist. Normalerweise ziehe ich trockenere Weißweine vor. Hier passt er hervorragend.Wie ihr hier nachlesen könnt, stammt die Namensgebung des Weines vom schönen Dorf Tramin im Unterland in Südtirol. Wie könnte es dann auch anders sein, dass Pfifferlinge, Speck und Gewürztraminer, alles Köstlichkeiten aus unserem Land, ein so harmonisches Gericht hervorbringen.



Tagliatelle mit Pfifferlingen und Gewürztraminer

Zutaten für 2 Personen:
  • 180 g Tagliatelle (Eiernudel)
  • 300 g frische Pfifferlinge
  • 30 g getrocknete Steinpilze
  • 1 Schalotte
  • 150 ml Gewürztraminer
  • 50 g Speck
  • frischer Thymian
  • 20 g Butter
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

  1. Ich stelle, wie so oft, einen Topf mit Wasser auf den Herd und lasse es aufkochen, bevor ich es salze.
  2. Die Steinpilze weiche ich in wenig lauwarmen Wasser ein.
  3. Den Speck schneide ich zuerst in dünne Scheiben, dann in Streifen.
  4. Die Pfifferlinge sind schon von Norbert akkurat gesäubert worden, nur mit Messer und Pinsel, kein Wasser, so wie es sich für Pilze gehört. Danach schneide ich die Pilze klein.
  5. Ich hacke das Zwiebelchen fein und dünste es in wenig Butter weich, dann kommen die ausgedrückten, auch etwas kleiner geschnittenen Steinpilze und die Pfifferlinge dazu. Das Einweichwasser von den Steinpilzen kann ich diesmal nicht verwenden und ich schütte es schweren Herzens ins Waschbecken. Zum Glück ist es nicht viel.
  6. Ich lasse das austretende Wasser verdampfen.
  7. Dann schütte ich portionsweise den Wein dazu, lasse diesen  immer wieder fast gänzlich einkochen, bevor ich die nächste Portion einschütte.
  8. Ich würze die Pilze und lasse sie ein wenig dünsten.
  9. Die Nudeln koche ich solange wie der Hersteller auf der Packung angibt.
  10. Die Speckstreifen röste ich auch in wenig Butter, in einer separaten Pfanne bei moderaten Hitze ein wenig an. Sie sollen auf keinen Fall zu stark gebraten werden.
  11. Die Nudeln seihe ich ab, aber schüttle sie nicht ganz fest ab, damit noch etwas Kochwasser daran haften bleibt.
  12. Jetzt mische ich alle Zutaten miteinander. 
  13. Den Thymian streife ich von den harten Stängeln direkt auf die Nudeln. 

Die Mühe des "Pilzesuchens" hat sich ausgezahlt. Aber wir streifen ja gerne in den Wäldern und auf den Bergen herum. Wenn dann  auch noch so etwas als Nebenprodukt herausschaut, um so lieber.

01.08.13

Risoni mit Tomatenzucchini


Ich habe schöne und gute Tomaten von Freunden geschenkt bekommen. Es sind unterschiedliche Sorten: gelbe, gestreifte, dunkle, knubbelige, glatte.....Sie sind nicht nur wunderschön anzusehen, sie verbreiten außerdem einen sehr guten Duft. Auch unterschiedliche Zucchini waren in der Tasche. Was macht man mit so einem "Schatz"? Am Besten etwas Einfaches, damit alle Aromen zur Geltung kommen und damit die Köchin nicht zu lange am Herd steht und in dieser Hitze, die momentan herrscht, schwitzt.
Zur Erklärung: Risoni sind kleine Nudeln, welche normalerweise als Suppen-Einlage gereicht werden. Hier werden sie zur Hauptspeise.


Risoni mit Tomatenzucchini

Zutaten für 4 Personen:

340 g Risoni
1 kleines Stück Zwiebel
800 ml Gemüsebrühe (mit selbstgemachtem Gemüsebrühpulver)

2 mittlere Zucchini (ich habe sie leider nicht gewogen)
1/2 Zwiebel
verschiedene Tomaten (auch kein Gewicht und leider keine Stückzahl, es ging zu schnell)
Salz
frisch gemahlener Peperoncino
Olivenöl

  1. Ich hacke das kleine Stück Zwiebel fein und dünste es kurz in Olivenöl an, gebe die Nudeln dazu und lasse auch diese im Öl anschwitzen, mehr um sie zu erhitzen als sonst etwas.
  2. Ich beginne die Gemüsebrühe aufzugießen und achte auf die Kochzeit, welche auf der Packung angegeben ist, in meinem Falle 11 Minuten.
  3. Ich schütte nach und nach die ganze Flüssigkeit zu den Nudeln und rühre die Nudeln ständig um, wie beim klassischen Risotto, den ich ja immer im Schnellkochtopf zubereite. Hier geht es aber nicht anders:)
  4. Inzwischen wasche und putze ich die Zucchini, halbiere sie und schneide sie in Scheiben.
  5. Die Zwiebel schäle ich und schneide sie in Ringe.
  6. Die Tomaten (ich nehme unterschiedliche) wasche ich, schneide den Stielansatz heraus, schäle sie mit dem Tomatenschäler und hacke sie mit dem Finecut grob auf. 
  7. Ich brate die Zucchinischeiben in wenig Olivenöl an, gebe die Zwiebelringe dazu, lasse sie ein wenig anbraten, schütte den Tomatensugo dazu, salze und würze mit gemahlenem Peperoncino.
  8. Bis die Nudeln fertig sind ist die Beilage auch gegart, denn das dauert nicht lange. 

Ein sehr schnelles und feines Essen, nicht nur mit Gemüse direkt aus dem Garten.
Obwohl: ich freue mich schon riesig auf das Wochenende, wo ich meinen Garten wieder sehe und hoffentlich mit reicher Ernte nach Hause komme.

14.06.13

Besuch für die alte Dame - Fusilli mit pikanten Brotbröseln


Das Foto ist schon bestimmt 10 Tage alt, denn jetzt steht der Lavendel in voller Blüte.

Diese wunderschöne Eidechse, von der Farbe her eher eine Smaragdeidechse, schmückt schon bald 100 Jahre unseren Garten. Sie wurde vom Ur-Großvater unserer Kinder geschmiedet, von dem ihr hier lesen könnt. Unser Garten steht direkt an der Hauptstrasse unseres Dorfes, was man ebenfalls hier auf dem Foto gut sehen kann. Viele Menschen kennen sie, denn mittlerweile sind Generationen daran vorbei spaziert. Speziell Kinder haben großen Spass daran, immer wieder hineinzusehen und diese regungslose Gestalt zu suchen. Wir haben auch mehrere Mitglieder echter Eidechsen im Garten, die sich auf dem selben Stein gerne sonnen. Ab und zu passiert es, dass sich junge Tiere, welche sich noch nicht zu benehmen wissen, in unser Geschäft verirren. Dann können wir diesen kleinen Geschöpfen nachsausen um sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum auszusetzen. Manchmal werden wir gefragt, warum wir an die Stelle des Gartens keinen Parkplatz machen. Wenn ein so kleiner Ziergarten auch eine ziemliche Arbeit ist, möchten wir ihn nicht missen. Blumen in jeder Jahreszeit erfreuen nicht nur uns, sondern viele Menschen und Kinder in unserem Dorf, das wird uns immer wieder gesagt. Und wenn auch noch so klein ist es eine kleine Insel für Tiere: Vögel scharren sich Würmer heraus, Bienen summen um die Wette, Igel konnten wir schon begrüßen und Marder habe ich auch schon beobachtet.
Inzwischen gehen wir mit großen Schritten dem Ende der Kochkurse des ersten Halbjahres entgegen. Leider kann ich euch keine Zusammenfassung der 2. Kochrunde bieten. Unser Starfotograf war wegen Lernens verhindert, was wir Eltern natürlich sehr gut verstehen konnten. Wir selbst waren so vertieft in der Arbeit, dass aus dem Fotografieren nichts geworden ist:) Deshalb gibt es nur dieses eine Foto von der warmen Vorspeise. Es war wirklich ein sehr gemütlicher Abend.  

 Und was gibt es bei uns sonst so zum Essen? Gemüse-Risotto mit Spieß vom Schweinefilet mit Rosmarinsauce, zum Beispiel. Gemüse-Risotto wird, so wie immer, mit dem Schnellkochtopf gekocht so wie hier. Das Schweinefilet schneide ich in gleichmäßige Würfel, ziehe sie auf einen Spieß, brate diese rundum an, hacke inzwischen Rosmarinnadeln fein, salze und pfeffere das Fleisch, nehme es aus der Pfanne und bereite mit dem Bratensatz ein kleines Sößchen zu, streue den Rosmarin ein und fertig ist ein feines, kleines Mittagessen.

Aber hier ein echtes Rezept. Die Idee dazu habe ich mir von Juliane von Schöner Tag noch! geholt, wobei geröstete Brotbröseln über die Pasta zur italienischen Alltagsküche gehören.

Fusilli mit pikanten Brotbröseln 

Zutaten für 4 Personen:
  • 400-450 g Fusilli
  • 1 frischer roter Peperoncino
  • 1 Zucchini
  • 1/2 roter Peperoni
  • Thymian
  • 1/2 dunkles Brötchen vom Vortag
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Ich stelle reichlich Wasser auf, lasse es aufkochen und salze es. 
  2. Ich wasche das Gemüse. Den Peperoncino halbiere ich, entferne einige Kerne samt Zwischenhäuten, wie wir hier gehört haben, enthalten hauptsächlich diese die Schäfe, und schneide ihn in feine Streifen. 
  3. Zucchini und Peperoni schneide ich in kleinste Würfel.
  4. Knoblauch schäle ich und hacke ihn fein.
  5. Thymian wasche und trockne ich, zupfe ihn von den harten Stängeln und hacke auch ihn fein.
  6. Das Brot schneide ich in grobe Stücke und hacke es mit dem Finecut in gröbere Brösel.
  7. Ich schmeiße die Nudeln ins Wasser und koche sie al dente (ist wie so oft von uns Südtirolern aus dem Italienischen übersetzt: "butto la pasta":)
  8. Inzwischen stelle ich eine Pfanne mit Olivenöl auf den Herd und röste bei kleiner Flamme das Gemüse an, aber ohne Knoblauch.
  9. Sobald das Gemüse beginnt Farbe anzunehmen, gebe ich das Brot dazu und lasse es solange rösten, bis es knusprig wird.
  10. Kurz vor die Nudeln fertig gekocht sind, kommt noch Knoblauch, Thymian, Salz und Pfeffer in die Pfanne. Jetzt sollte das Ganze nur mehr ein bisschen ziehen, als zu braten.
  11. Ich siebe die Nudeln ab, gebe sie zum Gemüse in die Pfanne, schütte noch reichlich Olivenöl darüber, mische es durch und fertig ist die Pasta.   
Wer geneigt ist zu denken, diese Pasta sei trocken, der täuscht sich:)

Hier noch ein kleiner Hinweis auf eine sehr nützliche Küchenhilfe. Früher habe ich Wäscheklammern dafür verwendet. Diese praktischen Klammern verschließen ein angebrochenes Säckchen allerdings wesentlich effizienter. Ich besitze eine Flut von Vorratsdosen. Jedoch kommt immer wieder etwas nach Hause, das ich ausprobieren möchte und wer weiß, vielleicht auch nie mehr kaufe. Deshalb verschließe ich diese Lebenmittel mit diesem Clip und ich bin sicher vor unerwünschten "Eindringlingen". Natürlich verkaufen wir dies Clips auch in unserem Geschäft.



28.02.13

Bucatini ai carciofi - Bucatini mit Artischockensugo



Ich bin kein Winter-Fan. Sehnsüchtig warte ich auf die warme Jahreszeit. Die Schneeglöckchen blühen bereits. Obwohl es letztes Wochenende reichlich geschneit hat. Sonntag war trübes Wetter. Trotzdem haben wir uns entschlossen eine Wanderung zu wagen, von Stuls im Passeiertal auf die "Eggergruabolm". Niemand konnte uns mit Sicherheit sagen, ob die Alm bewirtschaftet war oder nicht. Normalerweise nehmen wir immer Proviant mit. Doch da es am Sonntag ziemlich schneite, war mit draußen essen nichts. Wir wagten es trotzdem und es hat sich gelohnt. Durch eine tief verschneite Landschaft mit so allerhand Überraschungen stiegen wir zur Alm auf.


Jemand hatte sich die Mühe gemacht den Wegesrand zu dekorieren.

Zum Glück war, trotz der widrigen Umstände, die Alm geöffnet und wir genossen in der warmen Stube ein warmes, einfaches Mittagessen. Verschiedene Kuriositäten waren zu bewundern, selbstgebastelte Musikinstrumente, die wir ausprobieren durften und unter anderem auch dieses Vieh:


Es gibt nichts schöneres, als nach einer Tour, vorallem im Winter, auf einer Hütte oder Alm herzlich aufgenommen zu werden, ein einfaches Gericht zu genießen, ich aß Käsenocken mit geriebenem Parmesankäse und geschmolzener Butter drüber und Krautsalat, und auch noch Spaß zu haben. So gefällt sogar mir der Winter:)
Ein einfaches Essen gab es am Tag danach auch bei uns. Es sind Semesterferien und wir sind momentan wieder die 4 Musketiere, aber im Kühlschrank gab es nur 3 Artischocken. So musste ich diese zerkleinern, dann wurde "mehr" daraus:)

Bucatini mit Artischockensugo

Zutaten für 4 Personen:
  • 500 g Bucatini (Fällt euch auf, dass sich die Nudelmenge erhöht hat? Ich sag nur: Jugend im Wachstum!)
  • 3 große Artischocken
  • 2 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Schuss Madeira
  • 3 Zweiglein frischer Thymian
  • 3 getrocknete Tomaten, in Öl gelegt
  • Schnittlauch, in Röllchen geschnitten
  • Salz
  • wenig gemahlener Peperoncino
  • Olivenöl
  1. Ich setze reichlich Wasser für die Nudeln zum Kochen auf, salze erst wenn es kocht und koche die Nudeln nach Packungsanleitung.
  2. Inzwischen putze ich die Artischocken wie hier beschrieben, die Stiele schneide ich ab und schneide sie fein, die Artischockenherzen schneide ich dann in dünne Spalten. 
  3. Ich erhitze Olivenöl in einem Topf und dünste die Artischocken darin bei mittlerer Hitze.
  4. Ich schäle die Schalotten und den Knoblauch, hacke alles fein und röste es mit den Artischocken.
  5. Ich lösche mit dem Madeira ab, lasse ihn ein wenig verdampfen, dann gieße ich mit Wasser auf, sodass das Gemüse bedeckt ist.
  6. Ich würze mit Salz und Peperoncino, schließe den Topf und lasse alles leicht köcheln.
  7. Ich hacke die Tomaten klein und gebe sie ebenfalls in den Topf.
  8. Die Thymianblättchen zupfe ich von den Stängeln, hacke sie und gebe sie mit dem Schnittlauch zu den Artischocken.
  9. Sobald die Nudeln gekocht sind, schütte ich das Wasser ab, aber nicht zu fest, damit ich noch ein wenig Nudelwasser an den Nudeln habe, dann mische ich sie mit dem Sugo.
  10. Ich schütte noch einen Faden gutes Olivenöl darüber. Ob jemand noch Parmesankäse darüber reiben will, kann jeder für sich selbst entscheiden. 

29.10.12

Standard-Pasta im Hause Felder


Ich habe einen Tick. Jeder hat seinen. Ich bin immer auf der Suche von neuen Nudelformen. Am Gardasee sind mir "Calamarata" Nudeln unter gekommen. Calamari sind diese Tintenfische. Wenn man die länglichen Körper in Ringe schneidet, dann sehen die Nudeln diesen Ringen ähnlich.
Für Sugo gibt es natürlich hundermillionen Möglichkeiten. Diese Pasta gibt es bei uns wirklich öfters, da ich ohne es bewusst wahrzunehmen, häufig Zucchini und Melanzane einkaufe, sofern ich sie nicht selbst im Garten habe.
Da seit diesem Herbst ein Spross von uns fernab des heimatlichen Herdes studiert, habe ich beschlossen mich der Studentenküche zu widmen. Dieses erste Gericht ist ein Pasta-Rezept und danach kommen lange keine Nudeln mehr, da ich weiß, dass sich viele Studenten fast ausschließlich von Nudeln ernähren. Was sind meine Kriterien für Studenten-Gerichte? Sie sollen günstig sein, nahrhaft und schnell zubereitet. Deshalb auch die Verkleinerung der Zutatenmenge von 4 auf 2 Personen, aber nur bei der Studentenküche. 

Calamarata alla casa Felder

Zutaten für 2 Personen:
  • 200 g Pasta, hier Calamarata, auf jeden Fall kurze Nudeln
  • 1 kleiner Zucchino
  • 1 kleine Melanzane
  • 1/2 Zwiebel
  • 150 g Tomatensugo, ohne irgendwelchem Gewürz
  • 1 handvoll schwarze Oliven (sind Oliven im Ausland teuer?)
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer oder Peperoncino aus der Mühle
  • hier  verwende ich noch der Rest des abgearbeiteten Basilikums, wenn's den nicht mehr gibt, dann kein Gewürz
  1. Ich schneide die Melanzane in kleine Würfel und lege sie in gesalzenes Wasser. Die Würfel lassen die Bitterstoffe an das Wasser ab und sie bleiben trotzdem schön hell.
  2. Ich setze Wasser auf, lasse es aufkochen und salze es
  3. Ich wasche den Zucchino, schneide den Stielansatz weg und würfle auch diesen.
  4. Die Zwiebel hacke ich fein.
  5. Die Melanzanewürfel trockne ich mit Küchenkrepp und brate sie dann in Olivenöl rundum schön an. Melanzane sind erst wirklich gut, wenn sie schön braun gebraten sind, davor schmecken sie nach nicht viel.
  6. Ich verteile die Zucchinowürfel und den Zwiebel in der Pfanne und röste weiter.
  7. Jetzt schütte ich den Tomatensugo dazu und wenn dieser ziemlich dickflüssig ist auch noch ein wenig Wasser, dann salze und schärfe ich das Gericht, gebe noch die Oliven dazu, schließe den Deckel und lasse den Sugo solange kochen, bis die Nudeln dazu kommen.
  8. Ich koche die Nudeln nach Packungsanleitung und schütte sie dann ab.
  9. Jetzt erst hacke ich den Basilikum und rühre ihn unter. Zu früh der Hitze ausgesetzt, verliert er sein delikates Aroma.
  10. Ich schütte die Nudeln in die weite Pfanne, welche ich für den Sugo gewählt habe und mische alles miteinander.
Frischer Basilikum ist mit getrocknetem nicht zu vergleichen. Deshalb habe ich mit dem abgeernteten zwei Gläschen Pesto zubereitet, allerdings ohne Salz und Parmesankäse. Eines habe ich im Kühlschrank und nehme mir immer wieder einmal ein Löffelchen zum Würzen diverser Speisen, eines ist im Gefrierfach.
Bis ins Frühjahr habe ich damit und dann kommt ja schon bald wieder der frische. 

07.05.12

Saumäßig gute Papardelle alle fave e ricotta


Die Saubohnen sind wieder da. In vielen Gegenden heißen sie dicke Bohnen, bei uns wird häufig der italienische Name "fave" verwendet. Momentan bietet sich die Kombination mit Spargeln an. Ich mag Spargeln in allen Variationen. Manchmal bekommt man Bruchspargeln, oder man läßt von einem Spargelbund extra ein paar übrig um dieses Gericht zu zubereiten. Fave haben einen sehr delikaten, wie der Spargel, etwas bitteren Nachgeschmack. Beides darf nicht übertönt werden und eigenständig mit seinem Geschmack durchkommen.
Im Garten habe ich sie noch nie gezogen. Wenn man so eine Bohne sieht, kann man sich vorstellen, wie groß die Staude sein muss und dafür habe ich einen zu kleinen Garten.
Wie man die Saubohne schält, blanchiert und wiederum schält, habe ich hier beschrieben. Es ist wichtig sie richtig zu verwenden, sonst wird das Ganze kein Genuss, sondern eine Verdruss.

Papardelle alle fave e ricotta, Papardelle mit Saubohnen und Ricotta

  • 400 g Papardelle/Eierteignudeln
  • 1 kg Saubohnen
  • 4 dicke Spargel
  • 200 g Ricotta
  • Zitronenabrieb
  • Olivenöl
  • 150 ml Gemüsebrühe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Parmesankäse
  1. Meine Papardelle sind selbstgemacht. Den Teig mache ich immer so wie hier. Ich habe keine Vorrichtung Papardelle zu schneiden. Deshalb streue ich die ausgerollte Teigplatte mit Hartweizenmehl ein, lege sie ein paar mal zusammen und schneide sie mit dem Messer. Ich rolle den Teig erst später aus und stelle die Papardelle erst her, wenn der Rest schon zubereitet ist, weil ich die gekochten Nudeln sofort in die Pfanne mit dem Sugo gebe und sie vermische.
  2. Ich schäle den Spargel, schneide unten großzügig den Fuß ab und schneide sie in grobe Stücke.
  3. Ich erwärme Olivenöl in einer Pfanne und brate die Spargel etwas an, gieße dann die Gemüsebrühe dazu, salze und pfeffere alles, lege den Deckel auf und lasse die Spargel weich kochen.
  4. Die Saubohnen sind schon gepult, ich blanchiere sie, schrecke sie kurz mit kaltem Wasser ab und befreie sie von der inneren Haut.
  5. Die weichgekochten Spargel schütte ich in den Mixbecher und püriere sie. Danach kommt das Gemixte wieder in die Pfanne, die Ricotta wird eingerührt, die Saubohnen untergemischt und mit Salz und Pfeffer kräftig abgeschmeckt. Falls der Sugo zu trocken erscheint, gebe ich noch eine Schöpfer Nudelwasser dazu. 
  6. Jetzt stelle ich die Papardelle her, koche sie kurz in Salzwasser, das ich mit viel Zitronenabrieb aromatisiert habe, siebe sie ab, behalte aber auch hier für jeden Fall, eine Tasse Nudelwasser zurück.
  7. Ich mische die Nudeln mit dem Sugo, schaue ob ich das Nudelwasser noch brauche, und serviere sie dann mit gehobeltem Parmesankäse.  

Robert, wenn er nicht gerade Morcheln kocht, hat auch manchmal fave auf seinem Speiseplan:)