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02.04.20

Toskanischer Brotsalat

Man beschäftigt sich momentan mit Dingen, die man unter normalen Umständen nicht unbedingt tut. Wir haben zum Beispiel unseren Diaprojektor hervorgekramt und schauen uns Dias von vergangenen Ferien mit den Kindern, wie sie noch klein waren, an. Ein große Freude!

Ferien sind etwas schönes, etwas was wir uns zur Zeit wünschen, uns danach sehnen. Damit wir in Gedanken ein bisschen abschweifen, versuchen wir die Speisen so bunt wie möglich zu gestalten, aus verschiedenen Regionen und Ländern. Schon das alleine ist eine kleine Reise, in Gedanken und im Geschmack.

22.06.18

Bunter Kartoffelsalat

Es ist wieder einmal Sommer. Ich warte immer sehr darauf. Ich liebe die langen Tage, im Freien essen, wenig Kleidung, ganz einfach "chillen". Auch die kalte Sommer-Küche ist mir angenehm.

Nach dem Urlaub ist der Kühlschrank fast leer. Aber mit einem Einkauf von einer roten Paprika in der Bioecke gegenüber ist schon alles da für den Salat.

30.08.17

Solangs noch heiß ist - Röstkartoffel-Salat

Man könnte denken Kartoffelsalat ist Kartoffelsalat. Das ist mit nichten so. Jeder hat seinen Favoriten. Ich könnte euch wahrscheinlich eine ganze Liste von Kartoffelsalaten zusammenstellen. Hier einige, die ich vom Fleck weg essen würde: lamiacucina, kochfrosch und von Mama Petra chiliundciabatta.

Ich habe aber einen für euch gefunden, von dem ich sagen kann, dass er mir geschmacklich und optisch momentan am besten gefällt und zwar der von Janke. Es ist eine komplette Mahlzeit, man muss nur genug davon zubereiten.


18.04.16

Insalata di asparagi alla veronese - Spargelsalat nach veroneser Art


Neulich kamen wir mit einem Vertreter über Spargeln ins Gespräch. Er schwärmte von der Art, wie wir in Südtirol die Spargeln zubereiten, mit Boznersauce und so. Wir wollten dann von ihm wissen, wie man sie denn in Verona, von wo er kommt, serviert.

Da er selbst nicht kocht hat er uns irgendwie versucht zu erklären, wie einfach die Zubereitung in seiner Gegend üblich ist.

Sofort hat es mich gereizt, habe aber nach längerem Suchen im Netz nichts Anständiges gefunden. Dann habe ich mir selbst überlegt, wie ich so einen "insalata di asparagi" machen könnte.

11.05.15

Altes mit Neuem aufgepeppt - Frühlingssalat

















So überraschte uns gestern Abend unser Sohnemann zu unserem selbsternannten "Elterntag". Mit seiner Schwester, in Oslo über Skype, mit seiner Oma im unteren Stock als Beraterinnen, kochte er uns ein perfektes Abendessen mit Spargeln mit Boznersauce, Salzkartoffeln und Beinschinken und als Nachspeise Haselnuss-Halbgefrorenes. Und ich dachte er kann nicht kochen!!

So entlasse ich ihn leichteren Herzens im Herbst, wenn es wahrscheinlich nach Wien zum Studium geht.

Ich hingegen habe mich für einen Rohkost-Teller entschieden. Es heißt die Roten Rohnen vom Vorjahr aufzubrauchen.

Es gibt ja schon allerhand Frisches, mit dem man das Alte aufpeppen kann. Deshalb traue ich mich diesen Salat als Frühlingssalat zu bezeichnen.

Frühlingssalat

Zutaten für 2 Personen:
  • 1 rohe Rote Rohne (Rote Bete)
  • 1 kleiner Lauch
  • 1/2 Salatgurke
  • 1/2 Bund Radieschen
  • in Öl eingelegte Carciofiherzen
  • Kresse
  • Kräutersalz
  • Pfeffer
  • Apfelessig
  • Olivenöl
  1. Ich schäle die Rote Rohne und rasple sie mit der Rohkostreibe in zwei Teller.
  2. Den Lauch wasche ich, schäle das Innere heraus und schneide dieses in Ringe. Diese kommen über die Rote Rohne.
  3. Die Gurke schäle ich, hoble sie mit dem Hobel über den Salat in grobe Stifte.
  4. Radieschen werden gewaschen, das Grünzeug schneiden ich weg, und stiftle sie ebenfalls, aber diesmal fein.
  5. Dann verfeinere ich den Salat noch mit frisch "gemähter" Kesse und in Öl eingelegten Carciofiherzen.
  6. Für das Dressing mische ich einen gestrichenen Teelöffel Kräutersalz mit 1 Esslöffel Apfelessig, 2 Esslöffel Olivenöl und wenig Pfeffer. Dieses träufle ich über die zwei Teller.
  

Jetzt wo es warm wird, gehören Salate zu unseren absoluten Favoriten.

23.06.14

Kürbis-Bohnen-Salat mit Perlzwiebeln


Das Ursprungs-Rezept lässt sich leicht rückverfolgen, wenn es auch schon etwas her ist. Bei Micha gab es ihre Version und mit dem ganzen Salat hat Herr Paulsen angefangen.

Wie das Leben oder besser gesagt das "Einkaufs-Leben" so spielt gab es nicht die angeführten Zutaten zu kaufen. So muss man halt improvisieren. Das ist ja das Schöne am Kochen.

Micha meinte sie hätte sich überwinden müssen Perlzwiebeln zu kaufen. Perlzwiebeln mochte ich immer schon. Meistens, wenn ich einmal anfange sie zu essen, kann ich fast nicht mehr aufhören.

Und diese waren schlussendlich auch die ausschlaggebende Zutat, weshalb ich diesen Salat unbedingt nach machen musste.

Süßkartoffeln bekommt man bei uns nicht in jedem Geschäft, so dass ich erst ungefähr vor einem Monat das erste Mal eine gekauft und verkocht habe.

Allerdings bekomme ich sie nur in Meran und meine Wege führten mich nicht dorthin. Deshalb schlug ich bei einem kleinen Hokkaido-Kürbis zu. Ist ja auch gelb und süß:)

Kürbis-Bohnen-Salat mit Perlzwiebeln

Zutaten für 2 Personen:

  • 200 g Kürbisfleisch, entkernt und geschält
  • 1/2 grüner Peperoni
  • 200 g Bohnen
  • 1 1/2 Frühlingszwiebeln
  • Perlzwiebeln, wie viele man mag
Für das Dressing:
  • Tomatensaft einer reifen Tomate
  • Einlegwasser der Perlzwiebeln
  • Apfelessig
  • Olivenöl
  • Salz
  • 1 TL Harissa (Chilisauce)
  • und ganz ohne Zucker hat uns das Dressing sehr gut geschmeckt
  1. Ganz als Erstes erkläre ich kurz wie ich zum Tomatensaft komme: ich schäle die Tomate mit dem Tomatenschäler, schneide sie in kleine Stücke, mixe sie mit dem Pürierstab auf und streiche sie anschließend durch ein Sieb. 
  2. Den Kürbis schäle ich (ich weiß, man kann die Schale von diesem auch dran lassen) und schabe alle Kerne mit einem Tafellöffel heraus, schneide ihn in kleine Stücke und dämpfe das Fleisch solange, bis es weich, aber noch bissfest ist.
  3. Die Bohnen putze ich und koche sie ca. 10 Minuten in Salzwasser, schrecke sie dann in kaltem Wasser ab. Auch diese sollten noch Biss haben.
  4. Die Frühlingszwiebeln dünste ich, in Ringe geschnitten, allerdings in etwas Olivenöl weich, denn sonst würden mir nach dem Verzehr von soviel rohem Zwiebel die Kunden rückwärts wieder aus dem Geschäft flüchten, mit solch einem Atem!!
  5. Auch den in kleine Streifen geschnittenen Peperoni dünste ich weich.
  6. Perlzwiebeln halbiere auch ich, so wie alle anderen.
  7. Jetzt wird alles in einer Schüssel gesammelt und noch das Dressing aus allen angeführten Zutaten nach Lust und Laune angerührt und darüber gegossen.

Das "Ziehenlassen" haben wir weg gelassen, der Hunger war zu gross und es hat auch so wirklich supergut geschmeckt. Der Clou ist sicher der Tomatensaft im Dressing, was ich noch bei anderen Salaten ausprobieren muss.  

04.02.14

Rohkost-Salat mit karamellisierten Karotten und Cranberrys


























Im Gegensatz zum Wetter, welches schon im ganzen Januar grau in grau ist, MUSS jetzt etwas Farbiges auf den Tisch.

Frau Ziii hat die Salatwelle voll ergriffen und ich reite auf ihr mit. Zwar gibt es bei mir immer noch Wintergemüse, noch nichts frisches vom Garten, aber das ist nicht so wichtig. Hauptsache es sieht schön aus und schmeckt.
 
Schon letztes Jahr habe ich von einer freundlichen Kundin und regelmäßigen Leserin meines Blogs, Frau Johanna Degkwitz, eine nette Anregung für einen Salat bekommen, der sich sehen lassen kann und köstlich ist.

Zwar würde alles eher nach Suppe und Heißem schreien, aber wir kennen nichts: Rohkost ist angesagt.

Rohkost-Salat mit karamellisierten Karotten und Cranberrys

Zutaten für 4 Portionen:
  • 1 Karotte
  • 150 g Fenchel
  • 130 g Weißkraut
  • 100 g Chicorée
  • 1 roter Apfel (bei mir war es ein Topaz)
  • 1 handvoll Cranberrys
  • 20 g brauner Zucker
  • 1 1/2 EL Apfelessig
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 gehäufter ML Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  1. Ich bürste die Karotte sauber und hoble sie in feine Scheiben.
  2. Ich wasche den Fenchel und hoble ihn und das Weißkraut ebenfalls fein.
  3. Den Chicorée schneide ich in breitere Streifen.
  4. Ich streue den Zucker gleichmäßig in einen Topf mit dickem Boden, erhitze ihn und bleibe dabei stehen, damit ich ihn unter Kontrolle habe.
  5. Sobald der Zucker geschmolzen ist, streue ich die Karottenscheiben gleichmäßig ein, schalte die Hitze herunter und verrühre die Scheiben so gut wie möglich mit einer Gabel. Würde ich einen Kochlöffel nehmen, hätte ich diesen sofort voll Karamell und keinen mehr auf den Karotten.
  6. Ich halbiere den Apfel, entferne das Kernhaus und schneide ihn in dünne Spalten.
  7. Ich verrühre den Apfelessig, Olivenöl, Salz und Pfeffer in einem Schüsselchen.
  8. Ich verteile die Hälfte vom Gemüse auf zwei Schüsselchen, auch die Hälfte der Karotten und der Apfelspalten, streue Cranberrys darüber, beträufle alles mit einem Teil des Dressings. 
 Danach gab es nochmal dieselbe Portion.

21.01.14

Linsen-Blumenkohl-Salat - die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen





























Linsen haben in Südtirol keine Tradition.

Linsen gab es nur im Märchen und da habe ich mich immer gefragt, was wohl Aschenputtel, oder wer auch immer, wenn sie sortiert waren, damit machen würde?? Ich kannte Linsen nicht.

Zum Glück muss man heute keine Linsen mehr verlesen, sondern bekommt sie schön säuberlich zu kaufen: rote Linsen, schwarze Linsen, Berglinsen....

Fast genau vor 2 Jahren las ich das Rezept von Alex und war gleich angetan.

Linsen, überhaupt Hülsenfrüchte, sind für uns eine wunderbare Abwechslung zur herkömmlichen Küche.

Es schmeckte uns der Salat von Ottolenghi damals schon sehr gut.

Diesmal hatte ich 3 verschiedene kleine Linsen aufzubrauchen und einen halben Blumenkopf im Hause. Daraus entstand dann dieser Salat, durch den Blumenkohl etwas knackiger, durch den Lauch etwas würziger und soo gesund!

Linsen-Blumenkohl-Salat

Zutaten für 2 Personen (1 Portion blieb allerdings übrig, also für 3 Personen)
  • 250 g gemischte kleine Linsen
  • 1/2 Blumenkohl 
  • 1/2 Lauchstange
  • 1 Knoblauchzehe
  • 30 g Pinoli
  • weißer Balsamico
  • Kräutersalz
  • gemahlene Peperoncino
  • Olivenöl
  1. Ich stelle reichlich Wasser in einem Topf auf den Herd, bringe es zum Kochen, salze es und schütte die Linsen ein. Ich lasse die Linsen 20 Minuten bei schwacher Hitze kochen.
  2. Ich wasche und putze den Blumenkohl und den Lauch. Den Blumenkohl schneide ich in kleine Röschen, verteile ihn in einem Dämpfkorb, salze ihn, stelle das Körbchen in einen Topf mit wenig Wasser und dämpfe ihn mit geschlossenem Deckel bis er weich, aber noch bissfest ist. Deshalb muss ich auch öfters mit der Gabel hineinstechen.   
  3. Den Lauch schneide ich in Ringe und dünste ihn in wenig Olivenöl weich. Zum Schluss kommt der geschälte und fein gehackte Knoblauch dazu. Ich lasse ihn kurz mitdünsten.
  4. Sobald die Linsen gekocht sind, schütte ich sie ab und gebe sie in eine große Schüssel.
  5. Die Blumenkohl-Röschen und die Lauchringe kommen dazu.
  6. Die Pinoli röste ich in der frei gewordenen Pfanne vom Lauch und gebe sie auch in die Schüssel. Die Zutaten sollten, wie im Original noch lauwarm sein, dann schmeckt der Salat am Besten.
  7. Ich rühre ein Dressing mit dem Essig, Olivenöl und Kräutersalz an, mahle etwas Peperoncino über die Linsen und mische es gut unter den Salat.
Der Salat sollte sofort gegessen werden. Reste, welche im Kühlschrank aufbewahrt werden, früh genug herausnehmen, damit sie wenigstens Raumtemperatur annehmen können.

31.07.12

Rote Rohnen, Mozzarella und sonst noch allerhand


Rote Rohnen, Rote Rüben, Rote Bete, Randen dieses Gemüse hat sehr viele Namen. Dass diese Rüben zur Blutbildung beitragen war nicht nur ein Märchen, wenn auch nicht unbedingt seines roten Saftes wegen, sondern seiner Inhaltstoffe. Jetzt kommen sie ganz frisch aus meinem Garten und wie könnte es anders sein mach ich daraus einen Salat. Es ist wie sooft bei uns in Südtirol eine Mischung zweier Küchen und schmeckt gerade deswegen köstlich. Die "barbabietola" ist im Süden Italiens nicht so stark vertreten wie bei uns.
Das Rezept ist schnell erläutert:

Salat von der gekochten Roten Rohne, Mozzarella und Sonnenblumenkerne

Zutaten ohne Mengenangabe:
  • Rote Rohnen
  • Mozzarella
  • Sonnenblumenkerne
  • Fenchelgrün
Für das Dressing:
  • Apfelessig (1 Teil)
  • Olivenöl (2 Teile)
  • Kräutersalz
  • Pfeffer
  1. Ich wasche und koche die Roten Rohnen im Schnellkochtopf, ohne Einsatz und mit wenig Wasser, 25 Minuten. Der zweite Ring sollte immer sichtbar sein.
  2. Jetzt stelle ich den Schnellkochtopf vom Herd und lasse das Ventil von alleine zurückgehen.
  3. Die Rote Rohnen lasse ich völlig abkühlen, dann schäle ich sie.
  4. Ich hoble sie in nicht zu feine Scheiben und ordne sie ziegelartig auf einen Teller.
  5. Sonnenblumenkerne bekommen geröstet ein wunderbares Aroma, deshalb gebe ich sie in eine trockene Pfanne und röste sie bis sie Farbe angenommen haben. Danach streue ich sie über die Rohnen.
  6. Ich schneide die Mozzarella in Scheiben, die kommen über die Rohnenscheiben.
  7. Ich rühre mit dem Milchaufschäumer genügend Dressing an. So wird es schön cremig und träufle es über den Salat.
  8. Fenchelgrün wasche zerkleinere ich und streue es über das Ganze.
Eine schöne Kombination, gesund und lecker. Mal schauen was der Gemüsegarten als nächstes abwirft?

Nachtrag vom 01. August: Bald hätte ich es vergessen, die frischen Blätter der Roten Rohne lassen sich wunderbar verkochen. Ich hacke eine Knoblauchzehe fein und dünste sie in etwas Butter an. Die Blätter wasche ich und entferne die Stiele. Das Laub schneide ich in feine Streifen und gebe es direkt zum Knoblauch. Nach wenigen Minuten sind die Blätter zusammengefallen. Der Geschmack erinnert an Spinat und wird auch so kombiniert, z. B. als Beilage zu Fleisch.  

25.06.12

Zucchini-Carpaccio mit Parmaschinken und ein Ertrunkener

Bei 34°C im Schatten hat man nicht mehr viel Lust groß aufzukochen. So einen ähnlichen Salat habe ich schon vor einer Weile bei Alex gesehen. Sommerzeit ist Zucchinizeit. Zucchini brauchen Röstaromen, sonst schmecken sie nach nicht viel.

Sommersalat:
  • ein paar Zucchini
  • 150 g Parmaschinken, fein geschnitten
  • ein paar Cocktailtomaten
  • dunkle Oliven
  • Olivenöl
  • Thymian
  • Basilikum
  • Salz
  • Pfeffer
  • Parmesankäse oder Mozzarella
  1. Zucchini werden gewaschen und in nicht zu dünne Längs-Scheiben gehobelt.
  2. Dann grille ich sie in einer Grillpfanne. Extra den Grill anschmeißen zahlt sich nicht aus.
  3. Ich zupfe die Blätter von den Kräuterstängeln und hacke sie fein. Dann rühre ich eine Marinade mit Olivenöl, den gehackten Kräutern, Salz und Pfeffer in einer Schüssel an, gebe die Zucchinistreifen dazu, decke die Schüssel ab, man weiß ja nie wer sich da alles daraufsetzen will und lasse sie so ca. eine Stunde ziehen.
  4. Die Cocktailtomaten wasche ich auch und schneide sie in Spalten.
  5. Dann richte ich vier Teller mit dieser Kombination her, wie ihr sie auf dem Foto seht. 
  6. Parmesankäse hobelt man zum Schluss darüber. Man kann aber auch Mozzarella in dünne Streifen schneiden und darüber legen.
  7. Marinade die noch übrig geblieben ist, wird auch über die Teller verteilt. 

Danach gab es noch einen "affogato", einen "Ertrunkenen". Zum Glück nur eine Kugel Vanilleeis im Kaffee:) Und für solche die keinen Kaffee mögen, gab es das hier: alles selbstgemacht.
Ein "Menü" passend zu meinen Sommer-Kochkursen: diese Woche am Donnerstag selbstgemachtes Eis und am 10. Juli Sommer-Salate.
Hoffentlich bleibt es noch lange so warm, von diesen Speisen krieg ich nie genug!

31.05.12

Nord trifft auf Süd, Versuch einer Annäherung

Hier meine erste Ernte, stolz präsentiert mit Erde an den Händen, wie es sich für eine richtige Gärtnerin gehört. Die "Ratiglen" sind sofort in den Mündern gewandert, die Kornblüten werden getrocknet und kommen in den verschiedenen Teemischungen, gemeinsam mit anderen Blüten und Blättern, die ich im Laufe des Sommers sammle.


Die Vöglein sind anscheinend auch schon geschlüpft, wie man hier sieht. Es geht immer alles so schnell. Gerade ist es erst warm geworden und man bekommt vom ganzen Treiben nicht viel mit.
Zum Glück geht es nicht bei allem so. Denn dass viel frisches Gemüse aus dem Süden wieder angeboten wird, habe ich mitbekommen:)


Zum Beispiel Rote Rohnen, ganz frische Salatgurken, immer noch Fave, sprich Saubohnen und Spitzpaprika, die krachen, wenn man sie aneinander reibt. Und was macht man damit? Einen feinen Fast-Rohkost-Teller, denn die Saubohnen mußte ich doch blanchieren, mit südtiroler Speckknödeln.
Die frischen, eher kleinen, Rote Rohnen eignen sich hervorragend zum Raspeln im rohen Zustand, mit einer Rohkostreibe.
Wie man mit den Saubohnen umgeht habe ich hier beschrieben. Die Gurke habe ich auch geschält und in eher grobe Stifte geschnitten, den Peperoni in Streifen. Ich habe noch Kapern auf den Salat gestreut und mit ganz normalem Dressing, das heißt 1 Teil Essig, 2 Teile Olivenöl und Kräutersalz, angerichtet. Für die Optik darf man den Salat nicht anrühren, wir haben es probiert: die Gurken haben eine eher phosphorisierende Farbe angenommen!
Die Speckknödel mache ich schon seit vielen Jahren so.
Beim ersten Mal Wasser lassen nicht erschrecken. Von rohen Roten Rohnen färben sich nicht nur die Hände extrem rot!

Ebenfalls ein Versuch einer Annäherung in einem anderen Sinne, ist Francesca Melandri mit ihrem ersten Roman gelungen. Und zwar an ein etwas heikles Thema: Südtirol. Der Originaltitel heißt "Eva dorme". In diesem Buch wird die bewegende Geschichte Südtirol's in die Schicksale zweier Frauen verwoben, sehr schön geschrieben und bis zum Schluss spannend, auch für jemanden der die Geschichte Südtirols schon kennt. Melandri ist nicht Südtirolerin, was in diesem Fall meiner Meinung nach ein Vorteil ist, sie ist nämlich unvoreingenommen. Trotzdem und vielleicht auch deshalb hat Melandri sehr gut recherchiert und sicher mit vielen Südtirolern und Südtirolerinnen über dieses Thema gesprochen. Man erkennt viele Details, welche einem von älteren Leuten immer wieder erzählt werden, oder sogar selbst erlebt hat. Von allen, die es gelesen haben, auch der italienischer Sprachgruppe, aus meinem Bekanntenkreis, haben das selbe empfunden.
Ich habe für dieses Wochenende noch kein Buch, da alles was ich zu Hause habe, ausgelesen ist. Welches Buch kannst du mir empfehlen?

16.02.11

Vitamine, Vitamine!!


Jetzt heißt es gesund dem Frühling entgegen zu gehen. Deshalb braucht es viele frische Vitamine. Um diese besser an den Mann (bei uns bin ich ja momentan das einzige Weiblein am Tisch) zu bringen, gibt es Dekoration für den Salat:) Es sieht nicht nur unheimlich gut aus, es ist auch sehr gesund und peppt den Salat richtig auf.

Diese nicht nur wunderschöne, sondern auch gute Mischung hat mir meine liebe Schwägerin aus Zürich mitgebracht. Jeder noch so triste Salat wirkt schöner und ist auch besser. Wenn ihr nicht eine solch aufwendige Mischung machen wollt, dann gibt es auch eine einfachere Version, welche ihr im Handumdrehen selbst mischen könnt.

Für den Kernmix mische ich:
  • 20 g Kürbiskerne
  • 20 g Sonnenblumenkerne
  • 20 g Cashewkerne, grob gehackt (geht mit Finecut sehr gut)
  • 20 g Sesam
  • 20 g Buchweizen, ganz
  • 20 g Pistazien, grob gehackt (mit den Cashewkerne zusammen)
  • 20 g Leinsamen

Das sind insgesamt 140 g. Damit komme ich schon eine ganze Weile aus. Diese Kerne gebe ich in eine Pfanne ohne Öl und lasse sie bei mittlerer Hitze rösten, bis sie zu dunften beginnen. Ich lasse sie auskühlen , fülle sie in ein Glas und streue sie fast über jeden Salat.

In dieser Mischung sind noch getrocknete Berberitzen, Aroniabeeren und Rosenblätter.


Als Dressing kommen bei uns nur verschiedene Essige, Olivenöl, Kräutersalz, welches ich euch im Sommer, wenn ich es zubereite, vorstelle, in Frage. Momentan ziehen wir den Ediviensalat vor. Er hat einen vernünftigen Preis. Damit er nicht zu bitter schmeckt, muss man ihn in grobe Stücke schneiden und in lauwarmen Wasser eine viertel Stunde liegen lassen. Dann mit der Salatschleuder trocken schleudern, mit anderem Salat-Gemüse mischen und anrichten.

21.06.10

Das ist ein Typ, dieser Polyp!


Noch bin in der Küche ich am Ruder und deshalb gibt es wieder einmal für uns zwei Erwachsene Tintenfischsalat. Unsere Kinder probieren ein Häppchen, aber essen lieber was anderes.
Als Kind konnte ich überhaupt nicht verstehen, dass einem so etwas schmecken kann, mit diesen ganzen Armen und Saugnäpfen. In Meran hat es ein Restaurant gegeben, dort waren im Schaufenster die Antipasti ausgestellt, unter anderem auch Tintenfischsalat. Wenn ich vorbei kam, schaute ich immer hinein, wie auf dem Lunapark, das ist der Rummelplatz, ins Gruselkabinett, wo ich mir immer die Augen zugehalten hab und nachher bei meiner Schwester nachfragte, ob es sehr gruslig war.
Aber man lernt viel im Laufe seines Lebens. Man muss nur die Augen und den Geist offen halten für Neues.
Tintenfische gibt es sehr viele von ganz kleine, das sind die Moscardini, bis zum Polypen. Ganz die großen, welche sich in den tiefsten Stellen der Ozeane aufhalten, gibt es nicht für den Verzehr zu kaufen.
Hier mein Tintenfischsalat, der sehr schnell gemacht und eine wirkliche Delikatesse ist:
Zutaten für 4 Personen:
  • 1 Polyp, das Gewicht ist nicht so wichtig, die Zubereitung ist immer die gleiche
  • 1 Karotte
  • 3 Stangen Sellerie, entweder Bleichsellerie oder das Herz einer Selleriestange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zitrone
  • Olivenöl
  • Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Ich erhitze im Schnellkochtopf soviel Wasser, damit der Polyp beim Kochen komplett vom Wasser bedeckt ist, gebe eine geschälte Karotte, eine Selleriestange, das Lorbeerblatt und etwas Salz hinein.

  2. Danach lasse ich den gewaschenen Tintenfisch mit den Füßen voraus ins kochende Wasser. Nicht weil er das unbedingt müsste. Aber es beeindruckt mich immer wieder wie sich seine Füße auf der Stelle aufrollen, als ob er sagen wollte: "Meine liebe Frau, das ist mir zu heiß!"
  3. Ich schließe den Schnellkochtopf und lasse ihn unter Druck gehen. Bei den meisten Schnellkochtöpfen sieht man dann Ringe. Ich lasse ihn 10 Minuten kochen und muss während dieser Zeit den zweiten Ring immer sehen.
  4. Ich wasche den restlichen Sellerie und schneide ihn in sehr feine Scheiben und fange ihn in einer Schüssel auf.
  5. Ich hacke die gewaschene und getrocknete Petersilie fein und gebe sie zum Sellerie.
  6. Sobald die Zeit um ist nehme ich den Schnellkochtopf vom Herd. Wenn ich es eilig habe, stelle ich den Schnellkochtopf ins Waschbecken und lasse einen ganz feinen Strahl kaltes Wasser über den Deckel laufen. Wenn ich Zeit habe, lasse ich das Ventil einfach langsam von alleine hinunter gehen, was bei Flüssigkeit auch das Gescheiteste ist.
  7. Ich hole den Tintenfisch vorsichtig aus dem Topf. Er sprudelt ein bisschen und man könnte sich verbrennen, aber ich weiß, dass er noch ausgeistert (ich sag's ja, Gruselkabinett!!) und gehe mit einer langen Gabel dran.

  8. Ich schneide ihn noch heiß in Stücke, da er warm gegessen werden sollte. Er ist butterweich. Vorher muss ich aber seinen Schnabel, so heißt das Fresswerzeug des Tintenfisches und seine Augen herausschneiden. Der Mund sitzt unten, in der Mitte von den Füßen, die Augen vorne am Kopf. Ich möchte nachher beim Verzehr nicht in eines seiner Augen blicken müssen.
  9. Jetzt richte ich den Salat nur mehr mit Zitrone, Salz, Pfeffer und einem guten Olivenöl an und fertig ist dieser delikate, leicht verdauliche Genuss.

Was natürlich nicht fehlen darf ist eine Scheibe Ciabatta und ein Gläschen Weißwein und schon bin ich im siebten Himmel und wie ihr seht braucht es dazu nicht viel!
Falls noch etwas übrig bleibt, was selten passiert, wärme ich den Salat über Wasserdampf.

29.03.10

Frühlings-Erwachen am Gardasee


Neulich war ein Artikel in der Zeit über Reisen und da hieß es:"So lange aufs Gas treten, bis es warm genug ist für einen Kaffee im Freien."
Es wurden mehrere Stationen genannt. Unter anderem auch Meran und der Gardasee. Zwischen da und dort ist Temperaturmäßig kein Unterschied. Aber am See kommt bei uns sofort Urlaubs-Stimmung auf.
Wir sind am Bäume schneiden. Das heißt, Norbert schneidet, ich häcksle. Einen Olivenbaum schneiden muss man können. Ich kann es nicht und kann euch auch keine Einführung in dieser Kunst anbieten. Das Einzige was ich weiß, ist, dass auf allen Ästchen die nach unten hängen, Oliven wachsen, alle die nach oben zeigen, sind Ballast für den Baum.
Aber man muss dem Baum auch eine Form geben können und genau da würde es bei mir
scheitern.

Hier ein Beispiel von einem alten, knorrigem Baum vor und nach dem Friseur, zu zwei unterschiedlichen Tageszeiten, wie man am Licht sieht. Nachher sieht er kahl aus, aber er hat schnell wieder neue Triebe und hoffentlich viele, die nach unten wachsen.
Wenn so ein Baum erzählen könnte, hätte er allerhand zu berichten. In 150-200 Jahren erlebt man wahrscheinlich allerhand. Anderseits ist man durch die starke Verwurzelung auf die örtlichen Begebenheiten beschränkt. Im Grunde sehr ähnlich wie beim Menschen.

In jeder Ecke begegnet man dem Frühling. Hier eine Ansammlung von Blümchen, die stolz schon ihre Blüten zeigen. Ein Mandelbaum im Blütenkleid, Veilchen, wo man hinsieht, eine Küchenschelle, Pulsatilla, in der homöopathischen Medizin eine beliebte Arznei und ein Himmelschlüssel. Die hängenden Blüten sollen wahrscheinlich einen Schlüsselbund versinnbildlichen. Diese Blume sammle ich, aber nur die Blüte. Den Stängel lasse ich stehen, damit sich die Pflanze wieder zurückziehen kann und nächstes Jahr wieder eine Blume wächst. Ich trockne sie auf dem Dörrapparat und bewahre sie für Tee in einem gut verschließbaren Glas auf. Im Laufe des Jahres kommt noch so einiges an Tees dazu und aus diesen Blüten mischen wir alle 14 Tage eine andere Mischung an Kräutertee. Morgens wird bei uns Tee getrunken, zum Müsli. Den ersten Kaffee genießen wir erst so gegen 10.00 Uhr.
Himmelschlüssel-Tee soll unter anderem für folgende Beschwerden gut tun: Husten, Keuchhusten, Kopfschmerzen (aus: Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen).

Auch die Rhabarber-Staude sieht schon recht gut aus.


Das was da in der Mitte aussieht, als ob der Osterhase schon ein paar Eier versteckt hätte, sind die Knospen, die langsam hochschieben. Sobald sie in der richtigen Größe sind, werden sie abgeschnitten und gekocht. Kommt alles auf diese Seite.

Aber etwas sammle ich schon heute: den frischen Löwenzahn. Er wächst auf der ganzen Wiese.
In Südtirol wird er Zigori genannt und warum wohl? Der italienische Name ist Cicorie, sehr ähnlich gelesen wie unser Zigori.


Die Knospe ist auch schon da, die schneide ich aber heraus.
Wo sollte dieses feine Blättchen nicht gesammelt werden: auf Wiesen, die gedüngt werden, Mist oder Kunstdünger, oder solche auf denen Pestizide eingesetzt werden.
Ich mache Salat daraus. Aber es gibt noch viele andere Verwendungen.


Der Salat ist relativ einfach:
  1. Ich koche speckige Kartoffeln weich und schäle sie sofort, lasse sie dann auskühlen und schneide sie in Scheiben.
  2. Ich wasche den Salat und lasse ihn in der Salatschleuder in lauwarmen Wasser 20 Minuten liegen. Er wird dadurch ein bisschen weicher und entbittert.
  3. Ich koche zwei Eier hart, lasse sie nach dem Kochen in kaltem Wasser abkühlen, schäle auch sie und schneide sie in Spalten.
  4. Das Wasser von der Salatschleuder schütte ich ab und schleudere den Salat trocken.
  5. Ich schneide den Löwenzahn etwas kleiner und gebe ihn mit den Kartoffeln in eine Schüssel.
  6. Ich rühre ein Dressing aus Apfelessig, Olivenöl (1:2) und Salz an und schütte es über den Salat.

Auf dem Teller nimmt sich jeder noch Ei wieviel er möchte. Ich sage euch, ein Traumgericht.

Über der Gartenmauer hat mir dann noch meine Nachbarin erzählt, dass sie eine Focaccia macht mit diesem Gemüse. Wenn ich morgen Zeit habe erzähle ich euch davon.