Manu hat mich dann wieder an sie erinnert und neugierig gemacht. Ich habe bei Robert mitbekommen, dass es einige Menschen gibt, die Buchweizen nicht besonders mögen. Er hat Buchweizennudeln selbst gedreht, was wahrscheinlich eine ziemliche Arbeit ist.
Ich habe sie hingegen nur geschnitten. Das ist wesentlich einfacher. Wenn man originale Pizzoccheri ansieht und meine, würde man glauben, ich hätte kein Buchweizenmehl verwendet.
Selbst gemahlenes Buchweizenmehl hat nicht das selbe Aussehen, wie gekauftes. Diesem Irrtum bin ich schon als junge Frau unterlegen. Da ich noch keine Mühle besaß, hatte ich gemahlenen Buchweizen im Bioladen gekauft. Zu Hause wollte ich das Mehl in die Vorratsdose umfüllen. Das Mehl sah aber ganz anders aus, als ich gewohnt war. Ich wieder auf's Fahrrad, um den Irrtum auf zu klären. Die Verkäuferin hat mich dann aufgeklärt. Um Buchweizen so zu mahlen, dass die innere schwarze Schale gut sichtbar wird, braucht es eine eigene Mühle. Mit einer normalen Getreidemühle kommt sie nicht so zur Geltung.
Das Rezept für die Pizzoccheri habe ich aus dem Kochbuch"Ricette di Osterie d'Italia", herausgegeben von Slow Food. Es gibt das Kochbuch auch in deutscher Sprache. Ein sehr interessantes Kochbuch, ohne Fotos, wo man sich noch selbst vorstellen muss, wie das Gericht aussehen sollte.
Vor dem Rezept zeige ich euch noch die zwei Bilder, welche Norbert gemacht hat. Bei einem fehlt etwas. Findest ihr heraus, was es ist?




Pizzoccheri della Valtellina
Zutaten für 4 Personen:
- 200 g Mehl
- 200 g Buchweizenmehl, fein
- 1 Ei
- ca. 50 ml Wasser
- 250 g Wirsing (es geht auch Mangold oder Kohl)
- 2 Kartoffeln
- 200 g Parmesankäse
- 200 g Fontina
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Zweig Salbei
- 50 g Butter
- Ich knete aus den Mehlen einen geschmeidigen Teig, nicht zu trocken, aber auch nicht zu nass, reguliere das Wasser dementsprechend, und lass ihn in einem Nylonbeutel etwas ruhen, damit er sich entspannen kann.
- Ich setze reichlich Wasser auf, salze es erst später.
- Den Wirsing teile ich, schneide den Strunk heraus und schneide ihn in Streifen.
- Beide Käsesorten schneide ich in Würfel.
- Die Kartoffeln schäle ich, schneid sie ebenfalls in Würfel und dämpfe sie separat, ein wenig gesalzen, über Wasserdampf weich.

- Den Nudelteig rolle ich mit der Nudelmaschine nicht ganz so dünn aus und schneide Rechtecke.
- Diese gebe ich mit dem Wirsing ins kochende Salzwasser. Ihr müsst dann selbst immer wieder eine Nudel probieren. Sehr lange brauchen sie nicht.

- In der Zwischenzeit schwenke ich die geschälte, ganze Knoblauchzehe und den Salbei, den ich im Garten mit anderen Kräutern gestutzt und jetzt in der Küche stehen habe, in der zerlassenen Butter, bis der Knoblauch Farbe annimmt, dann nehme ich den Zeh heraus.
- Die Nudeln siebe ich ab, schütte sie mit dem Wirsing in eine feuerfeste Form, streue den Käse darüber, gieße die aromatisierte Butter darüber und fertig ist das Gericht, hab ich geglaubt.
Uns hat es ausgezeichnet geschmeckt, bis mich Norbert fragte, wo die Kartoffeln geblieben seien, die er geschält hatte. Jetzt habt ihr auch des Rätsels Lösung. Die Kartoffeln haben gefehlt. Und ich muss sagen, mit Kartoffeln hat es wirklich noch besser geschmeckt. Die Nudeln hatten einen feinen Buchweizegeschmack, gerade recht, deshalb gebt dieser Variante nochmals eine Chance!
Noch ein kleiner Nachtrag für Martin, meinem Neffen: diese Nudeln musst du unbedingt ausprobieren, jetzt wo du Oma's Nudelmaschine hast:)