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20.12.10

Überraschungscreme im Hippenkörbchen

Es handelt sich hier nicht um meinen neuen Herd, sondern um aufgestrichene Teigmasse, um Hippenmasse. Dieses beliebte Spielzeug für alle Gourmet-Köche, ist leider ein bisschen aus der Mode gekommen. Dabei schmeckt sie gut und sieht extrem dekorativ aus.
Ich habe ein paar Anläufe gebraucht um mich mit diesem Teig anzufreunden. Aber da war mein Ehrgeiz gefordert und nach mehreren misslungenen Partien, ist es mir gelungen den Teig nicht nur zu backen, nein, auch zu formen, was der eigentliche Sinn dieser Aktion wäre.
Also erst einmal zur Hippenmasse:

Zutaten für ca. 10 Körbchen:
  • 25 g Butter
  • 25 g Staubzucker
  • 25 g Mehl
  • 1 TL Kakaopulver oder 1 TL Orangenmarmelade (es kann auch andere Marmelade sein)
  • 25 g Eiweiß
  1. Ich zerlasse die Butter und schütte sie in eine Rührschüssel. Dort mische ich sie mit dem Staubzucker.
  2. Jetzt wiege ich das Eiweiß dazu und rühre es mit dem Handrührgerät in die Buttermasse. Es entsteht eine helle etwas zähe Mischung.
  3. Wenn ich Kakaopulver verwende, mische ich es mit dem Mehl und rühre auch dieses unter. Bei Orangenmarmelade wird das Mehl hineingerührt und dann die Marmelade.
  4. Nun muss der Teig 20 Minuten ruhen. Inzwischen schalte ich den Backofen auf 200° Heißluft.
  5. Ich streiche dann mit einem Teigschaber (es gibt ganz weiche aus Silikon, mit denen geht es besser) Kreise auf das Backpapier und backe sie solange, bis die Teigränder ein wenig gebräunt sind, das dauert ziemlich genau 4 Minuten.
  6. Jetzt kommt der Teil, der mir immer zu schafften machte. Wenn ich das Blech aus dem Ofen nahm, sollten die Teigkreise so schnell wie möglich geformt werden. Mir sind immer mindestens zwei schon vor dem Formen erstarrt und dann war nix mit Körbchen, sondern Scheibchen:)
  7. Also habe ich mir eine Methode ausgedacht, die weniger stressig ist. Ich lasse das Blech im Ofen. So bleiben die Teigscheiben weich und ich hole mir nacheinander die Scheiben mit einer Spachtel oder einem Pfannenwender heraus und forme sie. In diesem Fall stülpe ich sie, mit der gebackenen Seite nach unten, über kleine umgedrehte Gläser, drücke mit dem Topflappen vorsichtig darauf, bis sie erstarrt sind. Das geht sehr schnell. Jetzt müssen sie nur noch gefüllt werden.

Für diese Nachspeise habe ich Kastanienmasse, welche ich tiefgefroren hatte, mit geschlagener Sahne, Staubzucker und etwas Vanilleextrakt verrührt. Man kann auch eine andere Creme verwenden, aber auch Eis.
Auf dem Teller habe ich Granatapfel-Kerne zur Deko verwendet, schmecken auch sehr gut dazu.



Das hier ist kein gelandetes Ufo, sondern meine Deko-Hilfe. Sie besteht aus Silikon und ist bis 260° erhitzbar. Ich schmelze die Schokolade im verschlossenen Decopen mit wenig Kokosfett, damit sie flüssiger wird, setze die passende Tülle auf


und spritze Verzierungen auf die Teller.

Kleine Kastanienherzen hatte ich schon vorbereitet.
Man würde es nicht glauben, aber die Orangenmarmelade schmeckte man und sie passt hervorragend zur Kastaniencreme.

Schöne Feiertage wünsche ich euch mit diesem Baum, von dem ich euch ein anderes mal berichten werde.

18.11.10

Nobel vom Hobel - Kastaniensuppe mit Trüffel


Nachdem ich Bolli's Kitchen mit der Aussage einer Bekannten, dass sie der Geruch des Trüffels an die benutzten Socken ihrer Söhne erinnert, geschockt habe, muss ich hier und jetzt bekunden, dass ich Trüffel liebe. Bei uns zu Hause gibt es ihn nicht oft. Ich kaufe mir einen kleinen weißen Trüffel aus Alba. Bei einem Kilopreis von € 2.000 (zweitausend) kostet dieser kleine Stinker € 16,00. Ich möchte ihn gut nutzen, was ich später aber bereue.

Mir wurde nämlich gesagt, wenn man einen Trüffel mit Eier in ein Glas schließt, nehmen die Eier durch die Schale den Geruch des Trüffels auf. Der Trüffel darf nicht geschält werden, das wäre bei solchen Preisen auch nicht ratsam, sondern nur mit einem Pinsel gereinigt. Also gebe ich zwei Eier in ein Glas, mit dem duftenden Trüffel. Unser Sohn rümpft auch die Nase, ob der starken Gerüche, welcher der Trüffel verströmt.

Ich warte auf den Donnerstag, da ist unser Junior den ganzen Tag in der Schule. Da werden wir uns gehen lassen!!

Vom letzten Kastanienbraten habe ich ca. 125 g Kastanien aufbewahrt, für eine Kastaniensuppe. Wir haben sie noch heiß geschält und in einen Beutel gegeben, deshalb sind sie noch schön weich.

Am Donnerstag ist es dann endlich soweit. Ich nehme Trüffel und Eier aus dem Glas und bin ganz enttäuscht wie schwach der Trüffel nur mehr riecht.

Hühnersuppe ist im Gefrierfach.

Ich schneide eine kleine Zwiebel fein auf und dünste sie in wenig Butter, im Schnellkochtopf. Ich gebe die Kastanien dazu, gieße mit einem kräftigen Schuss Weißwein auf und schütte 1/2 l Suppe dazu, salze und schließe den Topf. Das Ventil geht auf den 2. Ring und danach warte ich, bis es von selbst im Deckel verschwunden ist.

Nachdem ich den Deckel geöffnet habe, püriere ich die Suppe mit dem Mixstab. Dann kommen 100 ml Sahne dazu. Ich mixe nochmals auf, damit ein schöner Schaum entsteht.



Ich verteile die Suppe auf die Teller und dann hobelt sich jeder Trüffel darüber. Da man bei einem guten Trüffelhobel die Stärke der Scheibe selbst wählen kann, knausern wir anfangs und hobeln hauchdünne Scheiben.



Da man bekanntlich von Suppe allein nicht leben kann, gibt es danach den bekanntesten Schnellimbiss Alba's: getrüffelte Spiegeleier mit gehobeltem Trüffel, dazu einen gemischten Salat.

Ich habe nur beim Dotter einen Hauch von Trüffel erahnt. Zum Glück war noch ein wenig Trüffel übrig:) Diesmal werden dickere Scheiben gehobelt und so ist er eindeutig besser.
Also hab ich mir gedacht: das nächste Mal kaufst du einen größeren Trüffel und schneidest gleich dickere Scheiben und der wird sofort genossen, denn den bisschen Duft, den der Trüffel den Eiern abgegeben hat, hat er selbst auch verloren.
Und jetzt noch ein schlauer Bauernspruch, der hier vorzüglich passt: "Nobel geht die Welt zugrund." Aber so ließe man sich das gefallen.
Übrigens gibt es bis zum ersten Schneefall Trüffel aus Alba, meistens so bis um Weihnachten. Haben sie sich gut eingeteilt, denn dann ist die Geldtasche leer und man isst wieder Kraut und Kartoffeln.

19.10.09

Kastanienherzen

Gestern hat das Meraner Traubenfest stattgefunden. Ich war einmal dort, als Kind. Es ist wunderschön und sehr konzentriert, was Trachten und Brauchtum angeht, aber es ist viel zu viel los. Wir haben es vorgezogen zum Kastanienfest nach Völlan zu wandern. Dort haben wir die guten Tisner Kastanien zu essen bekommen.


Sie werden in einer mit Löchern versehenen Eisenpfanne, direkt über dem offenen Feuer gebraten. Man muss sie vorher mit einem scharfen Messer einritzen, damit sie nicht platzen und während dem Braten ständig die Pfanne rütteln, damit sie von allen Seiten geröstet werden. Wenn wir Kastanien braten, lassen wir immer ein paar ganze Kastanien in die Pfanne fallen. Dann ist das immer eine Hetz (Spaß), wenn die dann explodieren und einem um die Ohren fliegen, vorallem für die Kinder.

Man kann mit den Kastanien aber auch allerhand feines zubereiten. Dieses Rezept ist eines meiner absoluten Favoriten. Für uns gibt es diese Delikatesse nur kurze Zeit. Man braucht allerdings gutes Werkzeug, in diesem Fall eine gute Passiermaschine. Andernfalls ist man fast nicht im Stande die Kastanien durch zu passieren.


Zutaten:

500 g Kastanienmasse (bei guter Qualität erhält man diese, aus 1/2 kg Kastanien)
200 g Staubzucker
250 g dunkle Kuvertüre
20 g Kokosfett


1 Kastanien, mit viel Wasser bedeckt, im Schnellkochtopf beim 2. Ring 30 Minuten
kochen, und im Topf ganz abkühlen lassen. Die Kastanien müssen sich voll Wasser saugen können.

2 Kastanien schälen, in dem man sie längs halbiert und dann aus der Schale heraus drückt.

3 In die Passiermaschine zuerst die grobe Scheibe einsetzen und die Kastanien durch passieren.
Danach diese Masse nochmals durch die mittlere Scheibe drehen.

4 Nun die Kastanienmasse mit dem Staubzucker mischen. Wenn diese Masse zu nass
wirkt, auf keinen Fall noch Staubzucker dazugeben, da die Masse nur noch nässer wird.

5 Damit sie trockener wird und besser zu verarbeiten geht, muss man diese Masse mehrere
Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

6 Die zerkleinerte Kuvertüre und das Kokosfett auf niederer Temperatur schmelzen
(max. 33° C). Das geht in einem flachen Teller am Besten, weil die Schokolade nicht so tief unten in einer Schüssel ist. Aus der Kastanienmasse Herzen formen, in die breite Seite eine
Gabel stechen, mit Kuvertüre überziehen und auf Backpapier ausgelegen.

7 Wieder etwas kühl stellen und mit geschlagener Sahne servieren.

Ich schneide das Backpapier für die Größe einer Frischhaltedose zu und lege die Herzen direkt in die Dose. Wenn notwendig mache ich eine zweite Schicht: zuerst nochmals Backpapier und nochmal Kastanienherzen drauf. Wie ihr seht mach ich sie eher klein, damit man länger was davon hat. Von der durchpassierten Kastanienmasse behalte ich mir wenig zurück und dekoriere damit die Herzen vor dem Servieren.

Die passierte Kastanienmasse lässt sich sehr gut gefrieren. Zum Wiederverwenden einfach aus dem Kühlfach nehmen, bei Zimmertemperatur auftauen lassen und weiter verarbeiten wie beschrieben.

Wem´s schmeckt kann in die fertige Masse einen Schuss Rum einarbeiten. Aber Vorsicht, die Masse wird dadurch nässer.