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01.03.11

Heuschreckenkrebs und Fischspieß

Der Heuschreckenkrebs, italienisch "canocchia", ist ein Krustentier, das ich nicht oft angeboten bekomme. Wenn man es betrachtet, versteht man nicht sofort wo hinten und vorne ist. Eine sehr praktische Taktik für das noch lebende Tier. Hier in meiner Küche kann es nur noch von mir bestaunt werden. Seine Augen, welche vorne zwischen den Scheren sitzen, sind grasgrün. Das sieht man hier auf dem Foto gar nicht.

Ich habe noch "coda di rospo", Seeteufel eingekauft. Dieser Fisch, wenn er im Ganzen angeboten würde, wäre er unverkäuflich, weil er so "schiach", so hässlich ist, wie man hier sieht. "Coda di rospo" heißt wortwörtlich übersetzt Schwanz der Kröte, was ja auch nicht gerade eine schöne Betitelung ist, gleich wie Seeteufel.

So, wie auf diesem Foto, bekommt man ihn zu kaufen. Die Haut nehme ich mit einem Stück Küchenkrepp und ziehe sie, in Richtung der Schwanzflosse, ab. Dieser Fisch ist eher teuer, da der Fischer ja sehr viel Abfall mit diesem riesigen Kopf hat, stinkt im rohen Zustand ziemlich, aber ist, meiner Meinung nach, ein vorzüglicher Speisefisch.

Diese Heuschreckenkrebse habe ich auf den Rücken gelegt und die "Fortbewegungsflossen" (keine Ahnung wie die richtig heißen) hochgestellt.


Ich schneide sie mit der Küchenschere weg und schneide, ebenfalls mit der Schere den Bauch auf, damit sie schneller durch sind und der "condimento", das Gewürz an das Fleisch im Inneren kommt. Für sie hacke ich ein bisschen Petersilie und wenig Knoblauch ganz fein. Den Knoblauch drücke ich mit dem Messerrücken zu einer Paste, vermische beides mit Olivenöl und Salz und stelle es auf die Seite.
Dann bereite ich den Fischspieß vor. Es ist selbstgebackenes Weißbrot vom Vortag da. Das schneide ich in grobe Würfel.

Auf dem Foto liegt der Seeteufel ganz lässig über dem Tellerrand. Das ist ihm aber vergangen, weil ich ihm den Mittelknorpel herausgeschnitten habe, wie ihr auf dem zweiten Foto sehen könnt. Es gibt bei diesem Fisch keine Gräten. Das Fischfleisch habe ich in Würfel geschnitten.
Eine handvoll Garnelen sind auch mitgekommen . Denen schäle ich den Panzer ab, schlitze mit einem scharfen Messer den Rücken auf und ziehe den Darm heraus. Den mag ich nicht.
Ich hole von der Terrasse frischen Rosmarin, zupfe die Nadeln vom Stängel und hacke sie fein, mische auch diese mit Olivenöl.
Jetzt ziehe ich abwechselnd Seeteufel-Würfel, Brotwürfel und Garnelen auf den Holzspieß bis ich nichts mehr habe. Ich lege die Spieße auf das Backblech, salze sie und beträufle sie mit dem Rosmarinöl.
Speck ist bei uns immer zu Hause. Von dem schneidet mir Norbert ein paar dünne Scheiben ab und legt sie über die Spieße.


Jetzt kommen sie in den auf 200° vorgeheizten Ofen, für eine viertel Stunde.
Inzwischen habe ich die Grillpfanne schon erhitzt. Die Heuschreckenkrebse grille ich ungefähr gleich lang, wobei ich das Knoblauchöl erst gegen Ende über den Krebsen mit einem Löffelchen verteile.
Ich habe schon Schnittbohnen gedämpft. Ein bisschen mit Salz, Olivenöl und Essig angerichtet warten sie auf die Hauptdarsteller dieses Tellers. Und so sah das Ganze fertig aus.



Das Fleisch vom Heuschreckenkrebs ähnelt im Geschmack etwas dem Hummerfleisch und ist vorzüglich. Allerdings müsste man schon mehrere essen um satt zu werden. Die Fischspieße stehen schon lange auf meinem Speiseplan und sind nichts Neues, aber immer wieder gut. Dass Speck und Fisch so hervorragend zusammen passen, muss man selbst probiert haben, sonst würde man es nicht glauben.