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14.05.14

Kalbsbraten von der Schwiegermama und die Widrigkeiten des Lebens























Meine Schwiegermama ist eine sehr gute Köchin und was Mütter im Allgemeinen gut können, sind Braten zubereiten.

Wir wohnen ja im selben Haus wie die Schwiegermutti und da hat man ab und zu den Vorteil, wenn vom großen Sonntagsbraten noch was übrig ist, dass man so einen Leckerbissen am Montag angeboten bekommt.

Ich freute mich, mehr Zeit den Beilagen widmen zu können und trotzdem zu einem schnellen und sehr guten Mittagessen zu kommen. Weit gefehlt, ich habe nicht mit den alltäglichen Widrigkeiten gerechnet.

Der Braten wurde erst einmal, zugedeckt, bei 80°C Ober und Unterhitze im Backofen warm gehalten.

Dazu gab es Kartoffelstampf mit Schalottenringen und Olivenöl und eine Kombination aus Artischocken, Saubohnen und Zitronenschale.

Kartoffelstampf mit Zwiebelringen und Olivenöl - Artischocken-Saubohnen-Gemüse

Zutaten für 2 Personen:

Für den Kartoffelstampf:
  • 2 große mehlige Kartoffeln
  • 1 Schalotte
  • Olivenöl
  • heiße Milch
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Butter
Für das Gemüse:
  • 2 kleinere Artischocken
  • zwei Hände voll Saubohnen
  • 1/4 von einer dickschaligen Biozitrone, mit dem Messer dick abgeschnitten
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  1. Ich wasche die Kartoffeln, halbiere sie und lege sie auf den Dampfeinsatz im Schnellkochtopf, verschließe denselben und stelle ihn auf die Hitzequelle, das heißt in meinem Fall auf die Gasflamme (ihr habt ganz richtig gelesen!)
  2. Ich schäle das Zwiebelchen, schneide es in feine Ringe, zerlasse ein wenig Butter in einem kleinen Töpfchen und röste es solange, bis es Farbe annimmt.
  3. Immer wieder schaue ich zum Schnellkochtopf. Warum kommt das Ventil nicht hoch??
  4. Ich putze die Artischocken wie hier beschrieben und verwende die übrigen Blätter wie ich ebenfalls hier beschrieben habe.
  5. Die Saubohnen aus den Schoten zu lösen hilft mir Norbert. Das Ventil meldet sich immer noch nicht, komisch!!
  6. Ich stelle einen kleinen Topf mit Wasser über, sobald es kocht, blanchiere ich die Bohnen, gieße sie ab und pelle sie aus den dicken Schalen, so wie hier beschrieben.
  7. Jetzt steigt mir ein unbekannter Geruch in die Nase. Was ist das?? Endlich klingelt es bei mir: ich habe das Wasser im Schnellkochtopf vergessen! Ich schalte sofort die Flamme aus, reiße den Topf her, öffne ihn, lasse Wasser einlaufen, welches sprudelnd fast überläuft, schließe den Topf wieder und stelle ihn wieder auf den Herd.
  8. So jetzt kann ich mich auf den Rest konzentrieren. Die Artischocken schneide ich in Spalten, gebe sie in einen Topf, in dem ich schon wenig Olivenöl erhitzt habe und lasse sie bei mittlerer Hitze rundum rösten.
  9. Das Ventil will einfach nicht hochgehen, versteh ich nicht!
  10. Die dicke Zitronenschale schneide ich in kleine Würfel.
  11. Ich schütte die Saubohnen zu den Artischockenspalten, würze mit Salz, Pfeffer und der Zitrone, gieße wenig Wasser an und lasse alles noch ein wenig kochen.
  12. Jetzt erst sehe ich, dass ich vergessen habe, die Hitze unter dem Schnellkochtopf wieder einzuschalten. Wo sind meine Gedanken?? Alles andere wäre zubereitet, nur auf den Kartoffelstampf müssen wir warten. Da hilft auch ein Schnellkochtopf nichts, wenn man nicht bei der Sache ist. 
  13. Die Kartoffeln lasse ich dann schlussendlich 10 Minuten kochen, dampfe unter kaltem Wasserstrahl schnell ab, öffne den Topf, schäle die Kartoffeln, zerdrücke sie im leeren Topf mit dem Kartoffelstampfer, salze kräftig, gebe reichlich Olivenöl dazu, einen Schuß oder auch mehr Milch, die Zwiebelringe, vermische alles und ENDLICH können wir essen. Nein, falsch, ich kann essen, der arme Norbert muss noch Fotos machen!

15.03.12

Blind backen - Zitronentarte


Nein, ich bin zum Glück nicht erblindet, aber dieser Arbeitsvorgang heißt nun mal so. Ich habe früher nicht verstanden warum er notwendig sein soll. Heute weiß ich es und erkläre es gerne dann beim Rezept. Zitronen gibt es momentan die Besten vom ganzen Jahr. Im Süden ist Haupterntezeit. Man könnte diesen Kuchen auch mit anderen Zitrusfrüchten zubereiten, es würde sich die Farbe etwas ändern. Er ist sehr erfrischend, nicht gerade "Diät-tauglich", aber was soll's, es muss sowieso etwas anderes getan werden um die paar Kilo, welche man sich im Laufe des Winters angegessen hat, wieder los zu werden. Man muss auch nicht gleich den halben Kuchen essen, im Kühlschrank hält er sich mehrere Tage :)
Den Boden habe ich mit der Tarte-Form gebacken, welche ich hier schon einmal vorgestellt habe. Sie ist sehr praktisch. Die Zitronencreme habe ich mir von Steph geholt, nur die Menge der Gelatine habe ich gekürzt und habe daraus einen Kuchen gemacht.

Zitronentarte

Zutaten für einen Tarte von 26 cm Durchmesser:

Für den Mürbteigboden:
  • 200 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 120 g kalte Butter
  • Butter für die Form
Für die Fülle:
  • 250 g Sahne
  • 350 g griechisches Jogurt
  • 100 g Zucker
  • Saft und Schale einer Biozitrone
  • 2,5 Blätter Gelatine
  1. Ich fette die Form ein und heize den Backofen auf 200° Ober und Unterhitze vor.
  2. Ich knete den Teig flott zusammen, stelle ihn aber nicht kühl und verarbeite ihn schnell.
  3. Ich rolle eine Platte aus, drücke die Form in den Teig und schneide einen Kreis aus. Diesen lege ich in den Formboden.
  4. Die Teigreste knete ich wieder zusammen, forme eine dicke Rolle, teile diese und drehe zwei lange Stänge daraus.
  5. Diese lege ich an den Rand der Form und drücke den Teig mit den Daumen in die Wand.
  6. Den Boden steche ich mit einer Gabel ein paar Mal ein, lege die Form mit Backpapier  aus und schütte die Hülsenfrüchte (es ist sicher 1 Kilo) dazu. Diese geben dem Mürbteig Halt, damit er nicht verrutscht während des Backens. Ohne dieser Vorsichtsmaßnahme ist mir schon passiert, dass mir die Wand komplett in den Boden gerutscht ist und ich hatte keine "Hülle" mehr für die Creme.
  7. Jetzt backe ich den Mürteigboden 30 Minuten auf der 1. Ebene im Ofen.
  8. Ich lasse den Boden vollständig auskühlen, fülle die Hülsenfrüchte wieder in mein Säcklein und verwende sie das nächste Mal wieder. So habe ich dieses "Füllmaterial" schon ein paar Jahre.
  9. Für die Creme weiche ich die Gelatineblätter in kaltes Wasser, schlage die Sahne steif, verrühre das Jogurt mit dem Zucker und der Zitronenschale. 
  10. Ich erwärme den Zitronensaft und löse darin die ausgedrückte Gelatine, das passiert schon bei relativ niederen Temperaturen und vermische es mit einem Löffel Schlagsahne.
  11. Mit dem Handrührgerät mische ich die Gelatine so schnell wie möglich unter das Jogurt, damit keine Klumpen entstehen.
  12. Die Sahne hebe ich vorsichtig unter und schütte die Masse in den Mürbteigboden, streiche sie glatt und lasse sie im Kühlschrank mindestens 3 Stunden fest werden.
Was spricht dagegen ein Stückchen von diesem Kuchen zum Drei-Uhr-Kaffee, welchen ich mit meinem Mann, vor er wieder ins Geschäft geht, trinke, zu essen? Nichts! Dafür jogge ich ein paar Minuten länger und die Sache hat sich:)