18.05.11

Topfenknödel mit Marillenkompott und Fior-di-latte-Eis oder was Johannes B. Kerner gerne mag

Heute, fast auf dem Tag genau, vor 3 Jahren stattete ich Hamburg eine Stippvisite ab. Mein Ziel war das Studio von Johannes B. Kerner. Norbert begleitete mich, wie schon bei der Küchenschlacht.
Die Vorbereitungen waren alle schon getroffen, allerdings mit einigen Schwierigkeiten.
Es hieß, ich solle für das Dessert sorgen. Was ich verstanden habe, macht das niemand sehr gerne, da man in der knapp bemessenen Zeit nicht all zu viel zubereiten kann. Alles was noch länger in den Kühlschrank muss, geht nicht, gefrieren hat sowieso keine Chance. Man darf nicht's vorbereitet mitbringen, was ich bei Lafer nicht immer ganz glaube, aber ist ja egal;-)
Mein erster Vorschlag waren diese Schokotörtchen. Da sagte man mir, das ginge nicht, weil Sarah Wiener in der vorherigen Sendung Schokotörtchen zubereite! Beim nächsten Vorschlag, Topfenknödel mit Erdbeer-Rhabarberkompott, war der Haken, dass in der darauffolgenden Sendung Ralf Zacherl schon was mit Rhabarber veranstaltete! Ich kombinierte dann verschiedene Früchte-Kompotts mit den Topfenknödel, bis wir zu den Marillen kamen, die endlich passten. Ich hatte ja große Bedenken, dass man um diese Zeit gescheite Marillen auftreiben kann, aber bei diesen Leuten ist fast alles möglich.
Da ich noch Marillen-Kompott vom Vorjahr eingeweckt hatte, kamen allerdings zwei Gläser mit in den Koffer, sicherheitshalber.
Die Anreise war dann von einigen Widrigkeiten durchzogen. Der Zug nach München hatte Verspätung, wir erreichten den Flughafen knapp. Aber bekanntlich ist knapp ja schon reichlich. Wahrscheinlich hatten sie es dann so eilig, dass unser Koffer nicht mehr mit in die Maschine kam. In Hamburg fehlte nur unserer und meine Marillen waren noch in München!!
Bei der Reklamation half dann der kurze Hinweis, dass man einen Aufnahme-Termin bei Johannes B. Kerner hätte, denn nach 2 Stunden wurde uns der Koffer, per Sonder-Kurier, ins Studio gebracht.
Inzwischen hatte ich mit Andreas Studer die Zutaten-Liste kontrolliert und wie schon befürchtet waren  die Marillen ein Albtraum: eingefroren und schon hässlich braun. Als mein Koffer da war, leerte Studi eiskalt meine Gläser in eine Stahlschüssel und tat so, als ob wir das Kompott schon längst gemacht hätten. So kamen meine Vinschger-Marillen bei Johannes B. Kerner zum Einsatz.
Wie auch bei der Küchenschlacht war mein Mann viel aufgeregter als ich. Ich konnte die ganze Angelegenheit aus tiefstem Herzen genießen und freue mich heute noch darüber.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus der Sendung:


Das Rezept hatte ich beigesteuert. Studi ließ mich machen, was man von anderen Köchen nicht erwarten hätte können. Nur das Anrichten überließ ich ihm. Mein Dessert hätte eher so ausgesehen:



Das Rezept für die Topfenknödel ist hier:

Topfenknödel

Zutaten für 8 Personen:
  • 2 Eier
  • 2 Eigelbe
  • 40 g weiche Butter
  • 80 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 300 g Toastbrot, sehr fein geschnitten
  • 400 g Magerquark
Außerdem 1 Schuss Rum und Salz für's Kochwasser
  • 80 g Butter
  • 160 g Semmelbrösel
  • 1 Messerspitze Zimt
  1. Ich rühre Eier, Eigelbe und Zucker schaumig, gebe die Butter in Flöckchen und das Salz dazu und rühre alles ziemlich glatt.
  2. Das Brot entrinde ich und hacke es mit meinem Lieblingsgerät, dem Fincut, in wenigen Sekunden sehr fein und ziehe es mit dem Topfen unter die Eiermasse. Jetzt lasse ich es eine Weile stehen.
  3. Ich stelle einen Topf mit Wasser über. Sobald es kocht, aromatisiere ich es mit dem Rum und salze es.
  4. Die Knödelchen steche ich mit dem Eisportionierer aus und lasse sie ins Wasser gleiten, welches nicht kochen soll sondern nur simmern und lasse sie dort für 10 Minuten.
  5. Die verbliebene Butter lasse ich aufschäumen, röste die Semmelbrösel hellbraun und würze sie mit dem Zimt.
  6. Sobald die Knödel fertig sind, schöpfe ich sie vorsichtig mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser und wälze sie in den Zimtbrösel.
Zur Garnitur brauche ich noch etwas Himbeersauce. Die Himbeeren mixe mit Staubzucker und streiche sie dann durch's Sieb. Ein paar Himbeeren behalte ich aber zurück, weil sie so schön dazupassen.
Und hier das Eis:

Fior-di-latte-Eis

 Zutaten:
  • 200 ml Kochsahne
  • 100 ml Milch
  • 100 ml normale Sahne
  • 75 g Zucker
  1. Ich mische Milch, Kochsahne und Zucker.
  2. Ich schlage die Sahne nur halbsteif und mische diese unter den Rest, dann lasse ich es in der Eismaschine frieren.
Für den Marillenkompott hätte man schon letztes Jahr fleißig sein sollen. Frisches gibt es erst wieder im Juli/August. Aber wie gesagt man kann das Dessert mit vielen anderen Früchten kombinieren und ist das ganze Jahr passend.


Jetzt noch was: habt ihr gewusst, dass Topfen das deutschere Wort ist als Quark? Topfen kommt vom Wort Topf, Quark ist ein Lehnwort zum tschechischen Frischkäse Quargel. Interessant, nicht?


Und so sollte man dieses Dessert nach Johannes genießen, alles auf einem Löffel!!

Kommentare:

  1. Ein schönes Rezept. Gut, dass Du die Marillen dabei hattest. In Hamburg bekommt man nicht mal in der Saison gute Marillen. Jedenfalls hab ich noch keine gefunden, die den Vinschgern um nichts nachstehen... :D

    AntwortenLöschen
  2. den Kompott würde ich jetzt auch sofort nehmen :-)..herzliche Grüße Heike

    AntwortenLöschen
  3. mmmmhhh, da ist mir jetzt das Wasser im Mund zusammengelaufen. Morgen Abend wirds Topfenknödel geben < ich freu mich schon >
    Das Video ist beeindruckend!

    schönen Abend, Monika

    AntwortenLöschen
  4. hallo Magdi
    da muss ich doch nachträglich noch gratulieren und das Dessert klingt wirklich verführerisch. Dabei fällt mir doch eine große Dessertplatte von Korsika ein! Erinnerst du dich? wird auf alle Fälle ausprobiert - LG Siglinde

    AntwortenLöschen
  5. Ich schlafe bei diesen Kochsendungen immer wunderbar ein - dauert keine 5 Minuten... Das heißt, ich hatte Dich damals auch nicht gesehen, leider!

    Super Video und wunderbares Rezept. Solche Desserts liebe ich - einfach perfekt, großes Lob!!!

    AntwortenLöschen
  6. Magdi, ich bewundere dich. Du präsentierst dich in der Sendung so, als würdest du den ganzen Tag nichts anderes machen. Profi! Den Lichter würde ich auch gerne mal umarmen :-) und dein Kompott sieht wunderbar aus. Ich dachte, es wäre musig, aber die Aprikosenhälften sind ja noch vollkommen intakt. Welch' ein Segen, dass sie noch rechtzeitig ankamen. Wer war denn der Sympathischste? Aber das darf man wahrscheinlich nicht laut schreiben, gell ;-))?

    AntwortenLöschen
  7. @anie's delight,du kennst dich mit Südtiroler Obst aus und weißt die Qualität der Vinschger Marille zu schätzen!!

    @Heike, den Rest vom Teller würdest du verschmähen?

    @Alp Träume Südtirol, sowas mache ich schon nicht jeden Tag. Ich hoffe sie gelingen dir !

    @Siglinde, ja die war wunderschön und sehr lecker. Fast hätten wir den Teller noch ausgeleckt:))

    @Barbara, du wirst lachen, mir sind die Sendungen auch immer zu spät. Ich bin überhaupt sehr selten vor dem Fernseher:)

    @Jutta, sie waren fast alle sehr nett. Ich habe ja mehr oder weniger alle (außer Poletto, die ich gerne kennen gelernt hätte) miterlebt. Schuhbeck ist ein bisschen ein "Grantler". Aber anscheinend ist das "bayrisch" hab ich mir sagen lassen. Meine Meinung darf ich immer kundtun, das wäre noch schöner:) Ich habe mich wirklich wohl gefühlt und das, glaube ich, merkt man mir einfach an.

    AntwortenLöschen
  8. So, jetzt hab' ich mir das Video mit Ton auch endlich angeschaut (auf einem anderen Rechner) - ich hätte Dich gar nicht erkannt! Das seriöse Foto mit der Kette hier hatte mich eine andere Dame erwarten lassen. ;-)

    Sonst kann ich mich Jutta nur anschließen (wie meist, die kann das aber viel besser formulieren als ich), klasse alles! Ich hätte vor Aufregung keinen Ton rausgebracht und wäre wie ein nervöses Huhn rumgerannt; für Deine lockere Art bewundere ich Dich. Total sympathisch. Und schön zu hören, dass Du Dich wohl fühltest. Oft hört man ja das Gegenteil von solchen Sendungen. Die haben ja irgendwann auch die "Laien" rausgenommen - von Dir bzw. Deiner Art hätten sie wohl mehr gebraucht. :-)

    AntwortenLöschen
  9. @Barbara, Dame bin ich keine. Die "Kette" besteht aus recylten Papier, das sieht man nicht. Aber ein Foto sagt eigendlich nichts von einem aus. Auf jeden Fall danke für dein großes Kompliment.

    AntwortenLöschen
  10. Affengeil! Und der Schuhbeck ist nur am meckern...

    AntwortenLöschen
  11. Kann man dieses Rezept auch für Marillen oder Zwetschgenknödel verwenden ???????

    AntwortenLöschen
  12. Ja, wenn man mit dem Teig sachte umgeht, kann man mit ihm auch eine mit einem Würfelzucker gefüllte Marille oder Zwetschge einpacken und dann aber ein wenig länger simmern als hier im Rezept angegeben.

    AntwortenLöschen
  13. Was ist denn der Unterschied zwischen normaler und Kochsahne ?

    AntwortenLöschen
  14. Bei uns gibt es "panna da cucina". Sie ist fest und schmeckt auch anders als normale Sahne und sicher auch länger haltbar. Weil ich es mir schon gedacht hatte, hatte ich für "Kerner kocht" sicherheitshalber auch Kochsahne im Gepäck. Das Missgeschick mit unserem Koffer habe ich ja oben schon beschrieben. Ich würde heute Invertzucker, natürlich selbst hergestellt, verwenden. Bei Eis habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

    AntwortenLöschen
  15. Ich habe noch einmal darüber nach gedacht. Bei Fior-di-latte würde ich doch herkömmlichen Zucker nehmen, da ich mit Invertzucker, der honigfarben ist, nicht mehr ein schönes weißes Eis bekäme. Frisch ist das Eis sehr cremig. Wenn ich Reste einfrieren muss, dann ist es sowieso immer zu hart und muss eine Weile im Kühlschrank weich werden.

    AntwortenLöschen