18.04.15

Südtiroler Brennnessel-Nocken mit Käsesauce


Früher sah man ab und zu Leute, welche am Waldrand, in Wiesen und Weinäcker mit einem Körbchen etwas sammelten. Es waren immer eher ältere Personen. Menschen, welche eine Zeit miterlebt hatten, in der es noch nicht diese übertriebene Fülle an Lebensmittel gab, wie heute.

Man könnte so vieles in der Natur "ernten", ohne großen Aufwand, man müsste sich halt auskennen.

Neulich sah ich an einer "Samenbank" Samen für die Melde, eine Pflanze die überall in der Natur vorkommt. Man nennt sie auch wilden Spinat. Micha verkocht sie häufig. Auch Spitzwegerichpflanzen kann ich in der Gärtnerei kaufen. Einfach verrückt!

Seit längerem habe ich bei Wanderungen zwei Dinge immer in meinem Rucksack: Papiertüten, welche ich vom Gemüse oder Getreidekauf aufbewahre, und Gummihandschuhe. Man weiß ja nie, was einem alles unterkommt. Beachten sollte man, die Wildkräuter frei von Pestiziden zu sammeln.

Als Kinder hassten wir sie. Unsere älteren Brüder hatten den größten Spass, sie uns um die "Wadel" zu schlagen: die Brennnessel.

Heute schätze ich sie sehr. Besonders im Frühjahr, wenn die ersten zarten Brennnesseln wachsen, wird geerntet.

Vor allem für Brennnessel-Tee, aber auch als Gemüse bietet sich diese unscheinbare Pflanze an. 

Wieder Micha beschreibt ihre heilende Wirkung im letzten Beitrag auf ihrer Seite grain de sel sehr gut und hat übrigens auch Brennnesseln verkocht.

Bei mir gibt es die Südtiroler Variante:

Brennnessel-Nocken mit Käsesauce

Zutaten für 4 Personen:
  • 300 g Knödelbrot, bei mir Dinkel-Knödelbrot
  • 80 g zarte Brennnesselblätter, ohne Stiele
  • 1/2 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein kleines Stückchen Butter
  • 1 Ei
  • 200-250 ml Milch, je nach Trockenheit des Brotes
  • Salz
  • Pfeffer
Für die Käsesauce:
  • 30 g Butter
  • 30 g Mehl
  • 500 ml Milch
  • 150 g Käse, gerieben, bei mir Pustertaler (ein würziger gut schmelzender Käse),
  •  Salz
  • Pfeffer
  1. Das Knödelbrot kommt in eine große Schüssel, wo es auf seine Bestimmung wartet.
  2. Ich wasche die Brennnesseln sachte in viel Wasser und gebe sie tropfnass in einen Topf, dann koche ich sie zugedeckt, bis sie zusammengefallen sind.
  3. Inzwischen hacke ich die Zwiebel und den geschälten Knoblauch fein und schwitze alles in der Butter wenig an, dann kommt es zum Knödelbrot.
  4. Die Brennnesseln siebe ich ab, lasse sie ein wenig abkühlen, dann drücke ich das meiste überschüssige Wasser aus und hacke sie mit meinem liebsten Küchenhelfer, dem Finecut, hier sieht man ihn.
  5. Die Brennnesseln salze und pfeffere ich und gebe sie zum Knödelbrot. Dazu kommt noch das Ei.
  6. Ich schütte nicht gleich die gesamt Milch zum Brot, sondern bewahre mir ein wenig auf, knete mit den Händen um und fühle gleichzeitig ob der Teig nass genug ist. Außerdem muss man das Ganze mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen, danach fühlt es sich wieder ganz anders an, wenn sich das Brot mit der Milch vollgesaugt hat. Dann kann man immer noch Milch dazugeben, herausnehmen ist unmöglich :)
  7. In der Zwischenzeit bereite ich die Käsesauce zu, welche aus einer einfachen Béchamelsauce besteht, mit geschmolzenem Käse drin. Ich lasse die Butter in einem Topf aufschäumen, streue das Mehl ein, rühre mit einem Schneebesen beides, bis es ein wenig eingebrannt ist, dann schütte ich in einem Schwall die kalte Milch dazu und bleibe solange dabei stehen und rühre solange um, bis die Sauce zu kochen beginnt.
  8. Ich schalte die Hitze auf die kleinste Stufe, salze und pfeffere die Sauce und lasse sie ein wenig köcheln. 
  9. Ich setze den Siebeinsatz über Wasser in meine große Pfanne, forme aus dem Teig Nocken, setze diese auf den Einsatz, lege den Deckel auf und lasse die Nocken ungefähr eine viertel Stunde dämpfen. Es kann auch länger sein, denn beim Dämpfen kann nichts passieren.
  10. Ich schütte den Käse in die Béchamelsauce und rühre solange bis der Käse geschmolzen ist. Beides zusammen servieren!
In Südtirol werden tolle Kräuter-Wanderungen angeboten, welche man auch im Urlaub unbedingt nutzen sollte. 

Kommentare:

  1. Hallo liebe Magdi! Super Rezept und super Fotos :)

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  2. Dieses Gericht ist einfach super lecker und kann ich echt empfehlen!!:-)) Viele Grüße

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