01.02.11

Hirschgulasch mit Schupfnudeln und Blaukraut

Wie so oft, ist mir beim Sonntagsessen etwas inzwischen gekommen. Viele Leute haben am Sonntag die Ruhe und die Muse, sich beim Kochen so richtig gehen zu lassen, wie Sandra von in Frau Kampis Küche. Da sie, ihrer Aussage nach, häufig den "Sonntagsbraten" postet, hatte ich die Vorstellung, dass bei Kampis oft Fleisch gegessen wird.

Wir essen durchschnittlich einmal in der Woche Fleisch und das eben nicht immer am Sonntag. Ich kaufe häufig dafür Fleisch ein, oder taue es auf und dann kommt es öfters ganz anders, als geplant.

Diesen Samstag mussten wir, wie jedes Jahr, auf die Muster-Messe nach Mailand, sind erst spät und müde nach Hause gekommen und hatten wirklich vor, am Sonntag nicht viel zu unternehmen.
Aber am Sonntag war so wunderschönes Wetter, dass man nicht zu Hause herumsitzen konnte, also raus in die frische Luft und hinauf in die Höhe, wo sehr viel Schnee liegt.


Also gab es den Hirsch am Montag. Für ein solches Gericht eine 3/4 Stunde zu haben ist schon ein bisschen wenig. Aber der Hirsch konnte nicht auf den nächsten Sonntag warten.
Da Christina die Schupfnudeln erst gepostet hat, kann ich heute auf sie zurückgreifen und brauche nur mehr Hirschgulasch und Blaukraut ins Netz stellen.
Ich habe das Blaukraut schon am Morgen gehobelt und mit der Marinade bis Mittag ziehen lassen.


Blaukraut

Zutaten für 4 Personen:
  • 1/2 kg Blaukraut

  • etwas Zwiebel

  • ein Schuss kräftiger Rotwein

  • 2 EL Orangensaft

  • Butterschmalz
  • Salz

  • Pfeffer

  1. Ich hoble das Blaukraut in feine Streifen und lasse es mit dem Rotwein und dem Orangensaft ein paar Stunden ziehen. Dadurch wird es schon ziemlich weich.

  2. Ich hacke ein Stückchen Zwiebel fein und lasse sie in wenig Butterschmalz dünsten, gebe das Blaukraut dazu und gieße mit wenig Wasser auf.

  3. Ich salze und pfeffere das Kraut und lasse es langsam dünsten, vergewissere mich aber immer wieder, ob ich noch Wasser dazu schütten muss, damit es nicht anbrennt.
Dass Blaukraut und Orangen gut zusammenpassen, das zeigt auch der Salat von Nicky, den Steph vom Kleinen Kuriositätenladen gepostet hat und den wir schon sooft gegessen haben, allerdings mit Pecorino.

So, und jetzt zum
Hirschgulasch
Zutaten für 4 Personen:
  • 600 g Hirschspitzrose
  • 2 Schalotten
  • 100 g Knollensellerie
  • 1 Karotte
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 zerkleinerte Lorbeerblätter
  • 10 Wacholderbeeren, zerdrückt
  • 1 Zweiglein frischen Thymian
  • 150 ml kräftigen Rotwein
  • 1 gestrichener EL Mehl
  • 1/2 l Wildfond
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Öl
  • 30 g kalte Butter
  1. Als erste schalte ich das Backrohr auf 80° Ober und Unterhitze.
  2. Ich putze das Fleisch zu und schneide es in grobe Würfel.
  3. Das Gemüse schäle und putze ich und schneide es in kleine Würfel.
  4. Ich stelle die Stahlpfanne auf den Herd, lasse sie solange heiß werden, bis ein Tropfen Wasser, wenn ich ihn hineinfallen lasse, darin kreist, wische das Wasser heraus, gebe wenig Öl hinein und verteile es mit dem Silikonpinsel. Jetzt erst ist die Pfanne bereit Fleisch aufzunehmen, welches ich schnell rundum anbrate.
  5. Ich nehme das Fleisch aus der Pfanne, lege es auf einen Teller und halte es im Ofen warm.
  6. Jetzt gebe ich das kleingeschnittene Gemüse in die Pfanne, röste es an, dann gebe ich das Tomatenmark dazu und zum Schluss die Gewürze. Auch die wollen ein wenig geröstet werden.
  7. Mit dem Rotwein lösche ich nach und nach in drei Portionen ab, d.h. ich lasse den Wein vor der Zugabe der nächsten Portion jeweils einkochen.
  8. Ich streue das Mehl ein, verrühre es mit dem Rest und gieße den Wildfond an, rühre kräftig um, damit keine Knollen entstehen.
  9. Nachdem die Sauce ein wenig gekocht hat, seihe ich sie ab und schütte sie wieder in die Pfanne zurück, schmecke sie mit Salz und Pfeffer ab und binde sie noch zusätzlich mit wenig kalter Butter.
  10. Das Fleisch salze ich erst jetzt, rühre es unter die Sauce und lasse das Gulasch nochmals aufkochen.

Dazu die Schupfnudeln, welche ich auch schon einmal gepostet habe und die ihr hier findet. Die Kastanien sind noch vom Herbst, gebraten, geschält und im Tiefkühler aufbewahrt und die obligatorische Preiselbeermarmelade durfte auch nicht fehlen.
Schade, dass ich das Fleisch für's Foto nicht angeschnitten habe. Es war innen wunderbar rosa. Aber irgendwann ist mit dem Fotografieren genug. Man hat ja schließlich Hunger!

Kommentare:

  1. Deine Fotos wecken bei mir ganz große Sehnsüchte nach Sonne, Bergen und Schnee. Für das Rezept danke ich Dir sehr, denn Hirschgulasch habe ich noch nie gemacht. Jetzt weiß ich ja, wie man das Fleisch behandeln muss. Offenbar muss es eher schonend behandelt werden.

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  2. Hirschgulasch ist für mich immer ein Widerspruch in sich. :)
    Ein Gulasch muss für mich stundenlang schmoren, nur bei Reh oder Hirsch muss alles ganz schnell gehen.
    Im Gegensatz zu Dir denke ich immer, bei Kampis gibt es viel Fisch. Da sieht man mal wieder wie das ist mit der subjektiven Wahrnehmung. ;)

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  3. hallo Magdi, schönes Winterbild am Deutschnonsberg, oder?
    Dein Montagsschmaus schaut auch sehr lecker aus!
    Schönen Abend, Monika

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  4. Hmmmm, was für ein Festmahl. Mein Mann würde dich für dieses Gericht lieben. ggggg*
    Danke wär echt super, wenn du ein Rezept finden könntest. Freu mich schon!
    Glg Manu

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  5. Recht hast Du, dieses Gericht sollte genossen werden, wenn es noch warm ist.

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  6. @nata, es verhält sich nicht bei jedem Stück gleich. Ein so zartes Teil wie Spitzrose muss auf jeden Fall schonend gegart werden.

    @Astrid, ja das ist schon lustig, welch unterschiedlichen Eindruck man von jeder Seite bekommt. Wahrscheinlich schaue ich nur hinein, wenn es halt gerade Fleisch gibt:)) Man könnte zu diesem Gericht auch Hirschragout sagen, wäre vielleicht passender, damit, wie du richtig sagst, dieser Wiederspruch nicht so deutlich wird.

    @Monika, ja, wir sind kurz vor Laurein Richtung Clozalm gegangen. Es war ein traumhafter Tag!

    @Manu, mich liebt mein Mann auch dafür:)

    @kitschen roach, gerade bei Wild ist es wichtig, dass es schön heiß ist.

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  7. Ein Super-Montagsessen! Bei Hirsch bin ich nicht so bewandert, den krieg ich nicht von meinem Jäger. Deine Kurzbratweise ist interessant, die kenne ich von einem Siebeck-Rezept, wo er sie auf Rehkeule anwendet. Muss ich nach dieser Anregung mal testen!

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  8. Einfach genial..ich glaube wenn ich wieder fit bin gibt es hier auch mal einen echten Sonntagsbraten..ob WE oder Wochentags ist ja dann eigentlich egal..herzliche Grüße Heike

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  9. @Petra, bei dieser Methode muss das Fleisch schon an sich sehr weich sein.

    @Heike, wenn man nicht auf der Höhe ist, hat man keine große Lust zum Kochen, ob WE oder nicht.

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