Montag, 11. Oktober 2010

Geburtstags-Freuden - Florenz im Oktober

Nicht nur bei Robert, nein auch bei mir, wie bei jedem Menschenkind, jährt sich pünktlich mein Geburtstag. Das Schönste auf der Welt ist, ihn mit seinen Liebsten zu feiern. Das war dieses Jahr nicht so einfach, da unsere Große für ein Schuljahr in Florenz weilt. Das erklärt auch unsere Reise im Februar in diese schöne Stadt. Wir mussten Schule und Unterkunft begutachten, was sehr positiv ausgefallen ist und dementsprechende Folgen hatte.
Mein größter Wunsch war es jetzt, sie nach einem Monat, wieder zu sehen und mit ihr Geburtstag zu feiern. Ich wollte mein großes Mädchen einfach wieder einmal in die Arme nehmen können. Mein Mann hat mich, wie immer, verstanden und mir diesen großen Wunsch erfüllt.
Florenz ist immer eine Reise wert. Wenn auch viele meinen, zu viele Touristen strömten durch die Stadt, übt sie einen Reiz auf mich aus, wie kaum eine andere. Je öfter ich dort bin, umso schöner kommt sie mir vor. Mein erster Besuch ist schon lange her. Mit 15 Jahren sind wir zu 10-12 Mädchen, ohne Begleitung von Erwachsenen, für ein paar Tage nach Florenz gereist. Das war Liebe auf den ersten Blick.

Ich möchte euch einladen uns in den Gassen von Florenz zu folgen. Denn ein paar Schritte abseits der Touristen-Ströme kann man allerhand Schönes entdecken.



Man kann sich nicht satt sehen an den schönen Eingängen, ganz davon abgesehen, wird man von den kulinarischen Angeboten ständig verführt.

Der Name Medici ist von dieser Stadt nicht wegzudenken und taucht auch immer wieder auf.



Ein fixer kleiner Flohmarkt lädt zum Stöbern ein. Man würde allerhand finden, in diesen überdachten Buden.


Wir wissen jetzt auch, dass die Piazza Santa Croce der Treffpunkt der Jugend ist.


Schade, dass ich kein so nettes Käppi mehr brauche. Sie werden im Geschäft von der Besitzerin selbst gehäkelt.


Hier hätte ich vieles gefunden, was sich verkochen lässt. Gleich daneben sieht man, wie sich die Gleichberechtigung der Frau in Italien durchgesetzt hat.


Früher wäre hier die Mama gesessen und hätte die Bohnen gepult. Sehr stilvoll, im Anzug, mit goldenem Kettchen am Arm und Lederschuhen, hat er uns beeindruckt.


Große Wäsche einer Bäckerei: unten die Schürzen, oben die Käppchen.


Die kleinen Genüsse kommen nicht zu kurz. Um einen Euro, am Tresen, einen "café macchiato", einen gefleckten Kaffee, lässt man sich gefallen. Dazu gibt es in Kürze eine Unterrichtsstunde.



Wenn man dann durch die Gassen zurück zum Ausgangspunkt schlendert, taucht die große Kuppel des Doms, unverhofft, wie ein riesiger Planet, zwischen den Häuserreihen auf. Wir schauen noch am Palazzo Vecchio vorbei und betreten den imposanten Innenhof.


Vor der Türe wimmelt es von Menschen, drinnen ist nicht viel los.

Auch um den Ponte Vecchio gibt es Menschenanhäufungen. Man kommt fast nicht über diese alte Brücke. Eine Gasse dahinter findet man schon keine Menschenseele mehr. Was für die Stadt spricht ist, dass sehr viele Wohnungen in der Altstadt renoviert wurden und noch werden und die Menschen noch darin wohnen.


Abends muss man auf den Piazzale Michelangelo um den Sonnen-Untergang zu genießen. Man sieht über die ganze Stadt. Wenn man sich um 45° dreht, dann kommt einem vor in den Hügeln der Toscana zu sein, was ja auch wahr ist, hier mit romantischem Sonnenuntergang.



Die Porta Romana beeindruckt durch ihre Größe. Sie ist, wie so vieles, abends von schönem Licht erhellt.


Am nächsten Tag besuchen wir den Giardino di Boboli. Dieser Garten wurde von den Medici angelegt, an der Rückseite des Palazzo Pitti. Der Eintritt ist für alle Ansässigen der Stadt und für europäische Jugendliche frei, damit sich diese daran erfreuen können. Norbert und ich bezahlen unseren Eintritt gerne, denn ein solcher Schatz, muss auch erhalten werden.


Hier ein Teil der Rückseite des Palazzo Pitti. Wir stehen auf einer Anhöhe, denn dieser 45.000 qm große Garten ist auf einem Hügel errichtet worden




Wenig Leute, viele Statuen und viel Natur, einfach schön.



Was wird wohl dieses Verkehrsschild bedeuten? Und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Aber ich habe ja irgend einmal auch noch Namenstag oder sonst was, nicht?
Zu Hause hat es dann noch Kuchen gegeben: Käsesahne-Torte mit Obst belegt, mit Erdbeeren noch vom Ultental.

Montag, 4. Oktober 2010

Malcesine am Gardasee

Heute machen wir einen Ausflug an den Gardasee, unseren Lieblingssee. Es wird endlich einmal Zeit euch diesen traumhaften See mit seinen malerischen Dörfern vorzustellen. Jedes einzelne ist ein Juwel. Die Straße entlang des Ufers heißt "Gardesana". Entlang dieser Straße ist oberste Pflicht beim einen und anderen Städtchen stehen zu bleiben, weil sie einfach so schön sind.


Heute ist Malcesine, mit seinem schönen und stolzen Schloss, genau über dem Städtchen, dran.
In diesem werden 400 Ehen jedes Jahr geschlossen, meistens aus England, vorallem Schotten. Ab und zu begegnet man einer Hochzeitsgesellschaft, mit den Männern im Kilt.


Malcesine liegt im oberen Drittel des Sees. Wer schon einmal da war, weiß, dass der See wenn man ihn von Norden an fährt, seinen Charakter gegen Süden, sehr stark verändert. Am nördlichen Zipfel ist er eng und von steilen Bergen eingefasst. Der bekannteste Berg wird der Monte Baldo sein. Seine Höhe kann man mit einer Seilbahn erreichen, welche sich während der Fahrt dreht, so dass man den See von allen Seiten bewundern kann.

Im Süden wird der See dann breiter und die Berge gehen in sanfte Hügel über. Das Wasser ist im nördlichen Teil des Sees viel klarer, ich will nicht sagen sauberer, das weiß ich nicht. Aber da am Grund des Wassers nur Kieselsteine liegen, können die Wellen nichts aufwirbeln, wie im Süden des Sees.

Malcesine ist fast genau die Grenze zwischen der Provinz Trentino/Südtirol und der Provinz Verona. Das würde man sonst nicht unbedingt bemerken. Nur eine Sache fällt einem schon auf. Der obere Teil des Sees gehört den Surfern, Kitern und Segelbooten, der untere dem motorisiertem Wassersport. Ab Malcesine, in nördliche Richtung, dürfen keine Motorboote fahren, außer sie begleiten eine Regatta.


Eine weitläufige Fußgängerzone ist in fast allen Orten am Gardasee.


Der heilige Himmel ist uns auf Erden schon gewiss und wenn ihr genau hinseht, dann erkennt ihr rechts von der Tür diesen italienischen Spruch:



der soviel bedeutet: der Appetit kommt während dem Essen. Hier ist nicht der Hunger der beste Koch, sondern das Gekochte der Appetit-Anreger.
Hier sind wir am alten Hafen, den man suchen muss. Im Hintergrund eine Bronze-Figur, zwischen den Olivenbäumen alte Mühlsteine, nicht für das Getreide, sondern für das Olivenöl.
Heute werden sehr moderne Maschinen dafür genutzt, wie man hier sieht. Ja und die Oliven-Ernte ist auch nicht mehr weit.

Das ist der neueHafen, der aber genauso malerisch ist.


Schöne Gärten, Innenhöfe und Häuserfassaden sind zu bewundern.


Die Blumen bleiben im Winter auf den Balkonen und blühen dann im Frühjahr sofort, wie die ersten schönen Tage da sind. Im Dorf gibt es nie Frost.

Jetzt steht der Rosmarin in Blüte.
Auf Künstler und Kunst trifft man im ganzen Ort.
Genau an dem Tag, wie wir da waren, gab es eine "Caccia al tesoro", eine Schatzsuche, für Mittel-Timer, denn Oldtimer waren das noch nicht. Ich kann mich noch an einige erinnern. Welchen Schatz sie gesucht haben, wissen wir nicht.

Letztes Wochenende gab es wieder eine Initiative der Gastronomie vom Dorf. Man kauft eine Tessera, kann in den beteiligten Lokalen allerhand probieren und verkosten. Unter diesem Link
Ciottolando con gusto könnt ihr nachsehen was es alles gegeben hätte. Übrigens sind die ciottoli, die Kieselsteine, hier, auf die mit Kieselsteinen gepflasterten Gassen bezogen, auf denen man wandelt.
Wir haben es versäumt. Für nächstes Jahr trage ich es mir in den Kalender ein: 1. Wochenende im Oktober!! Ach ja: das letzte Lokal das ich besuchen würde, wäre die Speckstube.

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