Dienstag, 26. Oktober 2010

Conchiglie alla zucca, Muscheln mit Kürbis


Jetzt ist der Kürbis wieder eine Weile König. Wenn man bedenkt, dass er noch nicht vor so langer Zeit nur Futter für die Schweine war. Er hat im rohen Zustand einen etwas modrigen Geruch, dass sein Aroma sogar mit einer ungelüfteten Umkleidekabine verglichen wird. Dieses Jahr bin ich stolze Besitzerin dreier Kürbisse, aus eigener Produktion. Es wird aber nicht nur bei diesen Dreien bleiben, dazu haben wir ihn zu gerne. Mestolo hat uns zwei Kürbis-Wochen beschert, hier ist der Anfang. Da kann man sich so allerhand abschauen.

Conchiglie (gelesen Konkilie) sind nur die Nudeln in Muschelform. Sonst sind keine Muscheln im Sugo.


Conchiglie alla zucca

Zutaten für 4 Personen:


  • 300 g Kürbis, geputzt und geschält

  • ½ Lauch

  • entsteinte schwarze Oliven

  • 350 ml Tomatensugo

  • 1 Schuss Rotwein

  • Peperoncino

  • Olivenöl
  • Salz
  • 400 g Conchiglie

  • Parmesankäse
  1. Ich habe erst vor kurzem bei Arthurs Tochter gelernt, dass man nicht alle Kürbisse schälen muss. Den Hokkaido-Kürbis also nicht, die anderen glaube ich schon.

  2. Ich schäle also den Kürbis, zerteile ihn mit der Axt, nein mit meinem scharfen Messer und hole die Kerne aus seinem Bauch.

  3. Ich schneide das Fruchtfleisch in mundgerechte Stücke, so dass sie zur Größe der Nudeln passen.

  4. Der Lauch, den ich in der Länge nach geteilt habe, damit ich weiß und grün in die Sauce bekomme, wasche ich und schneide ihn in Ringe.

  5. Die Oliven, es sind 10-15 Stück, hacke ich grob.

  6. Ach ja, schon wieder einmal Wasser aufsetzen nicht vergessen, denn die Nudeln müssen gekocht werden.

  7. In einer Pfanne, meiner Lieblingspfanne, welche keine beschichtete ist, sondern eine aus Stahl, gebe ich Olivenöl, erhitze es und röste die Kürbiswürfel darin an. Sie können ohne weiteres ein wenig angeröstet sein.

  8. Dann kommt der Lauch dazu. Den lasse ich weich werden, das braucht nicht lange, dann gieße ich mit dem Rotwein auf. Nebenher schneiden Norbert und ich ein Stückchen Käse auf und lassen uns ein Schlückchen Wein schon vor dem Essen schmecken.

  9. Jetzt rühre ich den Tomatensugo ein, würze mit Salz und frisch gemahlenem Peperoncino, der bei uns in einer Gewürzmühle auf seine Bestimmung wartet und ohne ihn zu berühren, kann ich ihn wunderbar dosieren.

  10. Die Oliven werden noch dazu gemischt und dann lasse ich alles solange kochen, bis das Kürbisfleisch weich ist.

  11. Die Conchiglie sind in der Zwischenzeit auch fertig gekocht. Ich siebe sie ab und mische sie unter den Sugo.

Mit Parmesankäse serviert, schmeckt uns dieses einfache Gericht immer wieder gut. Die Schärfe gibt uns innere Wärme, die wir langsam aber sicher brauchen. Den Junior habe ich schon abgehärtet, dem macht das nichts mehr aus:)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Hühnerschenkel mit Apfel


Wie ich noch ein Kind war, gab es bei uns zu Hause bestimmt jeden zweiten Sonntag Hähnchen. Wieviele Hähnchen Mutti backen musste, weiß ich nicht mehr. Wir waren eine große Kinderschar, zu siebt, plus den Eltern, also neun Köpfe. Es hieß damals schon, einmal pro Woche sollte man Fleisch auf den Tisch bringen. Aber für anderes Fleisch war meistens der Geldbeutel zu klein. Meine Mutti sagt, früher schmeckte das Hähnchen anders und war nicht so fett, das weiß ich auch noch. Außer man kauft heute ein Bio-Huhn, die schmecken wie früher.
Heute essen wir nicht mehr sehr oft Hähnchen. Hühnerbrust auch nicht. Aber seit September wird es bei uns noch seltener Hühnerbrust geben und zwar aus einem bestimmten Grund.
In einem Bericht wurde uns vor Augen geführt, wie sich ein bestimmtes Kaufverhalten negativ auf andere auswirken kann.
Laut diesem Bericht werden in Deutschland weit mehr Hühnerbrüste verkauft, als andere Hühnerteile. Wenn ich mir das Verhältnis des Angebots im Kühlregal ansehe, ist das Kaufverhalten in Südtirol kein anderes. Das Huhn besteht aber nicht nur aus Brust. Was tun mit dem Rest? Größtenteils werden sie tiefgefroren nach Afrika verkauft, und zerstören dort einen ganzen Wirtschaftszweig. Leider ist es nicht nur beim Huhn so. Auch das Rind sollte größtenteils aus Teile bestehen, aus dem Schnitzeln geschnitten werden können oder Filets.
Deshalb sollte man eben auch mal etwas eher Unübliches zubereiten, so wie Claudio (wer mich kennt, weiß, dass ich Hirn NIEMALS essen würde). Andreas hat auch Hühnerschenkel auf dem Menüplan. Auch bei Siglinde und Petra gibt es andere Teile vom Huhn als Hühnerbrust. Das von Petra ist meinem sogar ein wenig ähnlich.
Ich habe diesmal zu den frisch geernteten Äpfeln gegriffen und den frischen Kartoffeln. Und dies ist dabei heraus gekommen:
Hühnerschenkel mit Apfel und Speck

Zutaten für 4 Personen:
  • 8 Hühnerschenkel oder auch ein ganzes Huhn, in Teile zerkleinert
  • 2 Äpfel
  • 8 Scheiben dünner Bauchspeck
  • 35 Butterschmalz
  • 1 Schuss trockener Weißwein
  • 5 Schalotten
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 1 Kräutersträußchen (Thymian, Majoran, Salbei, wenig Rosmarin)
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Ich wasche das Hühnerfleisch und trockne es gut mit Küchenkrepp.
  2. Die Schalotten schäle ich und schneide sie in Spalten.
  3. Die Kräuter werden gewaschen, getrocknet, von den groben Stängeln befreit und fein gehackt.
  4. Die Hühnerschenkel brate ich im Butterschmalz rundum an, gebe die Schalotten dazu, röste sie etwas mit und gieße mit dem Weißwein auf.
  5. Jetzt erst salze und pfeffere ich das Ganze und gieße die Gemüsebrühe an. Ich decke die Pfanne ab und lasse es 30 Minuten köcheln.
  6. In der Zwischenzeit wasche ich die Äpfel, entferne Stiele und Kernhäuser und schneide sie in Spalten.
  7. Nach den 30 Minuten gebe ich die Apfelspalten und die Kräuter (1 Esslöffel behalte ich mir zurück) zu den Schenkeln und koche es nochmals bei offener Pfanne weitere 10 Minuten, rühre dabei öfters um.
  8. Die Bauchspeckscheiben brate ich inzwischen in einer anderen Pfanne knusprig.

Die kleinen Kartoffeln habe ich mit Schale über Wasserdampf kurz gekocht, dann geschält und in Olivenöl, bei nicht zu starker Hitze, gebraten. Zum Schluss sind sie mit Salz und dem übrigen Esslöffel Kräutern gewürzt worden. Zusammen harmonisieren die verschiedenen Geschmäcker super.

Es hat uns so gut geschmeckt, dass ich es mit Wilhelm Busch beschließen möchte:

Und vom ganzen Hühnerschmaus

Guckt nur noch ein Bein heraus.

Butterschmalz

Dies ist eine einfache Methode selbst Butterschmalz herzustellen:

250 g Butter


Die Butter in einem weiten Topf auf der niedersten Stufe des Herdes schmelzen.Die geschmolzene Butter ganz leicht ca. 45 Minuten köcheln lassen, aber nicht kochen,weil sie sonst ins bräunliche verfärbt.Das Wasser soll dabei aus der Butter herausdampfen, die Eiweissbestandteile am Topfboden zusammen klumpen.Man kann das Ganze immer wieder mit einem Kochlöffel leicht umrühren.Das Butterschmalz ist fertig, wenn kein Wasser mehr verdampft. Dann wird das Butterschmalz durch ein Tuch gesiebt. Nach dem Abkühlen ist die Konsistenz wieder wie Butter.Die Eiweissklümpchen können z.B. in Fleischkrapflen verarbeiten werden. Sie sind nicht lange haltbar.
Butterschmalz lässt sich erhitzen und verbrennt nicht. Es eignet sich gut für Omeletten, Schmarren, Röstkartoffeln usw. Mit dieser Menge Butterschmalz komme ich mehrere Monate aus.

Montag, 11. Oktober 2010

Geburtstags-Freuden - Florenz im Oktober

Nicht nur bei Robert, nein auch bei mir, wie bei jedem Menschenkind, jährt sich pünktlich mein Geburtstag. Das Schönste auf der Welt ist, ihn mit seinen Liebsten zu feiern. Das war dieses Jahr nicht so einfach, da unsere Große für ein Schuljahr in Florenz weilt. Das erklärt auch unsere Reise im Februar in diese schöne Stadt. Wir mussten Schule und Unterkunft begutachten, was sehr positiv ausgefallen ist und dementsprechende Folgen hatte.
Mein größter Wunsch war es jetzt, sie nach einem Monat, wieder zu sehen und mit ihr Geburtstag zu feiern. Ich wollte mein großes Mädchen einfach wieder einmal in die Arme nehmen können. Mein Mann hat mich, wie immer, verstanden und mir diesen großen Wunsch erfüllt.
Florenz ist immer eine Reise wert. Wenn auch viele meinen, zu viele Touristen strömten durch die Stadt, übt sie einen Reiz auf mich aus, wie kaum eine andere. Je öfter ich dort bin, umso schöner kommt sie mir vor. Mein erster Besuch ist schon lange her. Mit 15 Jahren sind wir zu 10-12 Mädchen, ohne Begleitung von Erwachsenen, für ein paar Tage nach Florenz gereist. Das war Liebe auf den ersten Blick.

Ich möchte euch einladen uns in den Gassen von Florenz zu folgen. Denn ein paar Schritte abseits der Touristen-Ströme kann man allerhand Schönes entdecken.



Man kann sich nicht satt sehen an den schönen Eingängen, ganz davon abgesehen, wird man von den kulinarischen Angeboten ständig verführt.

Der Name Medici ist von dieser Stadt nicht wegzudenken und taucht auch immer wieder auf.



Ein fixer kleiner Flohmarkt lädt zum Stöbern ein. Man würde allerhand finden, in diesen überdachten Buden.


Wir wissen jetzt auch, dass die Piazza Santa Croce der Treffpunkt der Jugend ist.


Schade, dass ich kein so nettes Käppi mehr brauche. Sie werden im Geschäft von der Besitzerin selbst gehäkelt.


Hier hätte ich vieles gefunden, was sich verkochen lässt. Gleich daneben sieht man, wie sich die Gleichberechtigung der Frau in Italien durchgesetzt hat.


Früher wäre hier die Mama gesessen und hätte die Bohnen gepult. Sehr stilvoll, im Anzug, mit goldenem Kettchen am Arm und Lederschuhen, hat er uns beeindruckt.


Große Wäsche einer Bäckerei: unten die Schürzen, oben die Käppchen.


Die kleinen Genüsse kommen nicht zu kurz. Um einen Euro, am Tresen, einen "café macchiato", einen gefleckten Kaffee, lässt man sich gefallen. Dazu gibt es in Kürze eine Unterrichtsstunde.



Wenn man dann durch die Gassen zurück zum Ausgangspunkt schlendert, taucht die große Kuppel des Doms, unverhofft, wie ein riesiger Planet, zwischen den Häuserreihen auf. Wir schauen noch am Palazzo Vecchio vorbei und betreten den imposanten Innenhof.


Vor der Türe wimmelt es von Menschen, drinnen ist nicht viel los.

Auch um den Ponte Vecchio gibt es Menschenanhäufungen. Man kommt fast nicht über diese alte Brücke. Eine Gasse dahinter findet man schon keine Menschenseele mehr. Was für die Stadt spricht ist, dass sehr viele Wohnungen in der Altstadt renoviert wurden und noch werden und die Menschen noch darin wohnen.


Abends muss man auf den Piazzale Michelangelo um den Sonnen-Untergang zu genießen. Man sieht über die ganze Stadt. Wenn man sich um 45° dreht, dann kommt einem vor in den Hügeln der Toscana zu sein, was ja auch wahr ist, hier mit romantischem Sonnenuntergang.



Die Porta Romana beeindruckt durch ihre Größe. Sie ist, wie so vieles, abends von schönem Licht erhellt.


Am nächsten Tag besuchen wir den Giardino di Boboli. Dieser Garten wurde von den Medici angelegt, an der Rückseite des Palazzo Pitti. Der Eintritt ist für alle Ansässigen der Stadt und für europäische Jugendliche frei, damit sich diese daran erfreuen können. Norbert und ich bezahlen unseren Eintritt gerne, denn ein solcher Schatz, muss auch erhalten werden.


Hier ein Teil der Rückseite des Palazzo Pitti. Wir stehen auf einer Anhöhe, denn dieser 45.000 qm große Garten ist auf einem Hügel errichtet worden




Wenig Leute, viele Statuen und viel Natur, einfach schön.



Was wird wohl dieses Verkehrsschild bedeuten? Und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Aber ich habe ja irgend einmal auch noch Namenstag oder sonst was, nicht?
Zu Hause hat es dann noch Kuchen gegeben: Käsesahne-Torte mit Obst belegt, mit Erdbeeren noch vom Ultental.

Montag, 4. Oktober 2010

Malcesine am Gardasee

Heute machen wir einen Ausflug an den Gardasee, unseren Lieblingssee. Es wird endlich einmal Zeit euch diesen traumhaften See mit seinen malerischen Dörfern vorzustellen. Jedes einzelne ist ein Juwel. Die Straße entlang des Ufers heißt "Gardesana". Entlang dieser Straße ist oberste Pflicht beim einen und anderen Städtchen stehen zu bleiben, weil sie einfach so schön sind.


Heute ist Malcesine, mit seinem schönen und stolzen Schloss, genau über dem Städtchen, dran.
In diesem werden 400 Ehen jedes Jahr geschlossen, meistens aus England, vorallem Schotten. Ab und zu begegnet man einer Hochzeitsgesellschaft, mit den Männern im Kilt.


Malcesine liegt im oberen Drittel des Sees. Wer schon einmal da war, weiß, dass der See wenn man ihn von Norden an fährt, seinen Charakter gegen Süden, sehr stark verändert. Am nördlichen Zipfel ist er eng und von steilen Bergen eingefasst. Der bekannteste Berg wird der Monte Baldo sein. Seine Höhe kann man mit einer Seilbahn erreichen, welche sich während der Fahrt dreht, so dass man den See von allen Seiten bewundern kann.

Im Süden wird der See dann breiter und die Berge gehen in sanfte Hügel über. Das Wasser ist im nördlichen Teil des Sees viel klarer, ich will nicht sagen sauberer, das weiß ich nicht. Aber da am Grund des Wassers nur Kieselsteine liegen, können die Wellen nichts aufwirbeln, wie im Süden des Sees.

Malcesine ist fast genau die Grenze zwischen der Provinz Trentino/Südtirol und der Provinz Verona. Das würde man sonst nicht unbedingt bemerken. Nur eine Sache fällt einem schon auf. Der obere Teil des Sees gehört den Surfern, Kitern und Segelbooten, der untere dem motorisiertem Wassersport. Ab Malcesine, in nördliche Richtung, dürfen keine Motorboote fahren, außer sie begleiten eine Regatta.


Eine weitläufige Fußgängerzone ist in fast allen Orten am Gardasee.


Der heilige Himmel ist uns auf Erden schon gewiss und wenn ihr genau hinseht, dann erkennt ihr rechts von der Tür diesen italienischen Spruch:



der soviel bedeutet: der Appetit kommt während dem Essen. Hier ist nicht der Hunger der beste Koch, sondern das Gekochte der Appetit-Anreger.
Hier sind wir am alten Hafen, den man suchen muss. Im Hintergrund eine Bronze-Figur, zwischen den Olivenbäumen alte Mühlsteine, nicht für das Getreide, sondern für das Olivenöl.
Heute werden sehr moderne Maschinen dafür genutzt, wie man hier sieht. Ja und die Oliven-Ernte ist auch nicht mehr weit.

Das ist der neueHafen, der aber genauso malerisch ist.


Schöne Gärten, Innenhöfe und Häuserfassaden sind zu bewundern.


Die Blumen bleiben im Winter auf den Balkonen und blühen dann im Frühjahr sofort, wie die ersten schönen Tage da sind. Im Dorf gibt es nie Frost.

Jetzt steht der Rosmarin in Blüte.
Auf Künstler und Kunst trifft man im ganzen Ort.
Genau an dem Tag, wie wir da waren, gab es eine "Caccia al tesoro", eine Schatzsuche, für Mittel-Timer, denn Oldtimer waren das noch nicht. Ich kann mich noch an einige erinnern. Welchen Schatz sie gesucht haben, wissen wir nicht.

Letztes Wochenende gab es wieder eine Initiative der Gastronomie vom Dorf. Man kauft eine Tessera, kann in den beteiligten Lokalen allerhand probieren und verkosten. Unter diesem Link
Ciottolando con gusto könnt ihr nachsehen was es alles gegeben hätte. Übrigens sind die ciottoli, die Kieselsteine, hier, auf die mit Kieselsteinen gepflasterten Gassen bezogen, auf denen man wandelt.
Wir haben es versäumt. Für nächstes Jahr trage ich es mir in den Kalender ein: 1. Wochenende im Oktober!! Ach ja: das letzte Lokal das ich besuchen würde, wäre die Speckstube.

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