10.11.10

Gerstsuppe im Schnellverfahren

Wie ihr bei Siglinde sehen könnt ist bei uns jetzt endgültig der Herbst eingezogen. Die Wälder färben sich und draußen ist es kalt. Was braucht der Mensch? Etwas mit dem er sich wärmen kann: eine Suppe. Bei uns heißt diese Suppe ganz einfach "Gerscht". Ich habe sie als Kind verabscheut (wie so vieles, das ich heute liebe). Meine Mutti hat allerdings als Geschmacksgeber nur die Schwarte des Specks in die Suppe gegeben und sie solange gekocht, bis diese zäh war. Danach ist die gummiartige Schwarte in dünne Scheiben geschnitten worden und als Beilage in die Suppe zurück gewandert. Meine Oma hat die Speckschwarten liebend gerne zum Kaffee geknabbert:(
Man war nicht verwöhnt, so wie wir heute.
Normalerweise kocht die "Gerscht" zwei Stunden am Herd langsam dahin. Früher hat man in der Küche den großen Holzherd geschürt und der war den ganzen Tag warm. Da war es egal ob ein Topf mit Suppe darauf geköchelt hat.
Ich koche sie heute mit dem Schnellkochtopf und habe die Zeit auf das Minimum reduziert. Das erste mal muss der Topf 5 Minuten unter Druck sein, das zweite mal lass ich das Ventil nur bis zum zweiten Ring hochgehen, das ist der ganze Energieaufwand.
Hier gehen wir ins Detail:

Gerstsuppe

Zutaten für 10 Personen:
  • 100 g Bauchspeck oder normaler Speck
  • 100 g Gerste
  • 1,5 l Wasser
  • 300 g Selchfleisch (ich nehme meistens geräucherten Schweine-Schopf)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1/2 kl. Lauchstange
  • 1 Kartoffel
  • 1 kl. Selleriestange
  • Salz
  • wenig Öl
  1. Ich schneide den Speck (ohne Schwarte) in kleine Würfel und dünste ihn in wenig Öl an.
  2. Ich wasche die Gerste (so wird die Suppe eher klar, wenn man sie nicht wäscht wird die Suppe cremig) gebe sie zum Speck, schütte das Wasser dazu und lege das Selchfleisch ein, schließe den Topf und lasse die Suppe solange kochen bis die Ankochautomatik das Ventil schließt.
  3. Jetzt muss ich warten bis der zweite Ring vom Ventil sichtbar wird, dann schalte ich ganz klein, damit sich das Ventil in dieser Position hält. Ich koche allerdings mit Gas, bei Elektroherde muss ich schon etwas früher daran denken, zurückzuschalten.
  4. Nach 5 Minuten nehme ich den Topf vom Herd und lasse das Ventil langsam heruntergehen.
  5. In der Zwischenzeit putze ich das Gemüse und schneide alles klein.
  6. Sobald das Ventil im Topf verschwunden ist, öffne ich den Topf und gebe das Gemüse dazu.
  7. Ich lasse nochmals die Suppe kochen, bis ich den zweiten Ring sehe, nehme den Topf aber dann sofort vom Herd und warte wieder, bis sich das Ventil völlig gesenkt hat.
  8. Ich öffne den Topf, schneide das Fleisch in kleine Stücke, gebe es zurück in die Suppe, salze noch etwas nach (vom Fleisch und Speck ist sie schon etwas gesalzen) und serviere sie mit einem Stück selbstgebackenem Brot.

Ich koche immer diese große Menge. Aufgewärmt ist diese Suppe noch besser. Meistens habe ich noch eine Nachspeise z.B. einen Eigenbau-Schokopudding oder Apfelstrudel oder was halt gerade bei der Hand ist.