25.01.10

Nachgekocht: Dörrgemüse-Risotto und eins von mir: Strozzapreti trentini


Bei Robert habe ich ein schönes Rezept für Dörrgemüse gesehen. Da ich sebst Melanzane gedörrt habe, hab ich es sofort ausprobiert. Melanzane zu dörren ist eine wunderbare Art, wenn man zuviele im Sommer auf den Stauden hängen hat, sie für den Winter haltbar zu machen. Ich habe sie ungefähr 1/2 cm dick gehobelt und auf meinen Dörrapparat gelegt. Danach waren sie wie Chips.

Dörrtomaten bekommt man bei uns auf jedem Markt. Die Tomaten von meinem Garten habe ich allesamt eingekocht und zehre jetzt noch davon. Diese gekauften sind ziemlich gesalzen. Man legt sie in eine Schüssel und übergießt sie mit kochendem Wasser. Danach lege ich sie auf ein Küchenpapier und lasse sie trocknen. Jetzt sind sie wieder schön weich und entsalzen. Danach schichte ich sie in ein Glas, gebe frische Origano-Blätter zwischen die Schichten und fülle das Glas mit bestem Olivenöl. Solche Tomaten habe ich das ganze Jahr im Kühlschrank. Um sie zu essen, muss ich sie allerdings früh genug herausnehmen, damit sich das gestockte Öl wieder verflüssigt.


Das Rezept für den Risotto könnt ihr bei lamiacucina nachlesen. Ich sage euch was ich ein anderes Mal ändern würde: ich habe sowieso nur die Hälfte Pilze genommen, als Robert angegeben hat und die waren zu intensiv. Die Melanzane hat man nicht geschmeckt. Ich würde das nächste Mal nur Melanzane und getrocknete Tomaten nehmen. Ich habe die Melanzane auch geröstet, aber mit reichlich Olivenöl überträufelt und danach nicht eingeweicht, sondern zum Schluss nur untergerührt. Während dem Rösten haben wir diese Melanzane-Chips so gegessen, eine Wucht!


Wenn Kinder mitessen, den Weißwein reduzieren: 1 Schuss Madeira und 1 Schuss Weißwein, den Rest mit Brühe aufgießen. Zum Schluss habe ich den Reis in zwei geteilt, in den einen kam ein kräftiger Schuss Grappa, in den Kinder-Reis keiner. Die Tomaten habe ich gewürfelt und in einem Schüsselchen auf den Tisch gestellt, da wir jemanden haben, der Tomaten absolut nicht mag. Uns hat der Risotto gut geschmeckt, obwohl er wie ein Risotto ai funghi geschmeckt hat.

Und jetzt zum Rezept von mir: Strozzapreti trentini

Auch von Robert inspiriert habe ich dann diese Gnocchi gemacht, die von den Zutaten unseren Spinatnocken ähneln, aber ganz anders schmecken. Woher dieser eigentümliche Name kommt erklärt er euch auf seiner Seite.

Zutaten für 4 Personen:
  • 200 g Knödelbrot oder altbackenes Brot

  • ca. 200 ml Milch
  • 100 g Spinat gekocht und gehackt

  • 1 kleines Ei

  • Brotbrösel

  • Mehl

  • Salz
Für den Sugo:
  • 300 g Kirschtomaten

  • Olivenöl

  • Salz

  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • 60 g Butter
  • 30 g Mandelblättchen

  1. Ich weiche das Brot mit der etwas gewärmten Milch ein, rühre gut um und lasse es eine Weile stehen. Es kann sein, dass das Brot die gesamte Milch aufsaugt, wenn es ziemlich trocken war. Es kann aber auch sein, dass noch Milch herauszudrücken geht, dann sollte man das tun. Bei mir war keine Milch mehr da, aber das Brot ziemlich nass.

  2. Jetzt gebe ich das Brot und den Spinat in die Küchenmaschine (in meinem Fall in den Fine cut von Fissler, da ich keine elektrische besitze) und vermische das Brot mit dem Spinat, indem ich es hacke.

  3. Ich gebe diese grüne Masse in die Schüssel von vorher zurück, gebe das Ei dazu, würze mit Salz und knete die Masse mit einer Hand. Mit der anderen Hand gebe ich soviel Mehl und Brösel dazu, wie ich brauche. Die Menge ist schwer anzugeben. Ich gebe immer eine handvoll Brösel und eine handvoll Mehl dazu und knete mit der anderen den Teig. Das wiederhole ich solange, bis ich mir vorstellen kann mit diesem Teig Gnocchi zu formen. Er darf auf keinen Fall zu trocken sein. Jetzt wird erst einmal geruht. Nicht ich, der Teig.

  4. Ich stelle schon wieder einmal einen Topf mit Wasser auf den Herd. Das Wasser kocht bald. In der Zwischenzeit schneide ich von den Kirschtomaten die Stielansätze heraus und schneide auf den Hintern eine Kreuz ein (geht mit einem Messer mit Wellenschliff viiiel besser).

  5. Sobald das Wasser kocht, schmeiße ich die Tomaten ins Wasser und lasse sie 1-2 Minuten sieden. Ich hole sie mit dem Schaumlöffel heraus und gebe sie in einen Behälter mit kaltem Wasser, dass sie sofort abkühlen.

  6. Die Kirschtomaten teile ich in Viertel und gebe sie in eine Pfanne in der ich Olivenöl schon ein wenig gewärmt habe. Salzen und pfeffern, Deckel drauf und dann lasse ich sie ein Weilchen kochen, aber nicht zu lange, man soll sie noch erkennen.

  7. Das Wasser im Topf salze ich und decke es wieder zu.


  8. Jetzt nehme ich den Teig aus der Schüssel raus, auf die bemehlte Arbeitsfläche und gehe genauso vor, wie bei Kartoffel-Gnocchi. Ich forme einen großen Strang, teile diesen in drei Teile. Forme mit jedem eine kleine, etwa 2 cm dicke Rolle und schneide mit einem scharfen Messer Gnocchi.

  9. Ich schalte das Wasser wieder ein, damit es kocht und gebe die ersten 4 Portionen ins Wasser. Sie brauchen etwas, aber dann erscheinen sie an der Wasseroberfläche. Ich lasse sie noch etwas kochen, dann nehme ich sie mit dem Schaumlöffel heraus und gebe sie in die Pfanne mit den Tomaten. Jetzt kommt die zweite Runde dran, bis der ganze Teig aufgebraucht ist.

  10. Ich habe die Butter geschmolzen und die Mandelblättchen darin gebräunt.

  11. Die Pfanne kommt auf den Tisch. Für unsere Tomaten-Queen habe ich natürlich welche ohne Tomaten. Sie reibt sich Parmesankäse darüber, dann die Mandelblättchen. Sieht auch ganz gut aus.

Wir essen die Strozzapreti ohne Käse, braucht es auch nicht. Sie sind so schon lecker!

Kommentare:

  1. Toll, die Trentiner Strozzapreti. Werd ich Dir bald nachkochen. Ist schon Jahre her, dass ich sie letztmals gemacht habe. Die getrockneten Melanzane saufen viel Oel, wie hast Du das gemacht, dass sie knusprig wurden ? Pilze habe ich in den Risotto reingetan, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie das mit melanzane alleine schmecken wird :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ei, wie fein sieht das aus! Jetzt habe ich große Lust zum Nachkochen.

    AntwortenLöschen
  3. Robert, vielleicht siehst du auf dem Bild oben, dass ich meine Melanzane total getrocknet habe, wie die Steinpilze (die sind übrigens auch aus der eigenen Sammlung). Deine waren wahrscheinlich eher zäh. Ich habe mit dem Olivenöl nicht gespart und die Hitze nieder gehalten. Melanzane entwickeln erst mit Olivenöl das richtige Aroma, behaupte ich mal.
    Jutta, würd mich freuen, wenn du mal Zeit hättest, zwischen deinen ganzen wunderbaren Bäckerein.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Magdalena!
    Durch deine Schwester, Gabi, bin ich auf deinen Blog gekommen. Hab auch einen Blog, der zwar überhaupt nichts mit kochen zu tun hat ;o)
    Aber wie du so schön schreibst, essen muss jeder und wir essen gerne und auch gut. g*
    Ich werd jetzt bestimmt öfter kommen und auch mal eines deiner Rezepte ausprobieren. Glg Manu

    AntwortenLöschen
  5. Manu, das freut mich natürlich sehr, wenn ich jemanden animieren kann, eines von meinen Rezepten nachzukochen ;)Dann gibt es wieder einen Grund mehr um fleißig weiter zu machen.

    AntwortenLöschen
  6. Ich würde gerne viel öfters Gerichte nachkochen, allerdings ist das manchmal gar nicht so leicht, vor allen Dingen in der Woche nicht, wenn man erst so spät von der Arbeit kommt und am Wochenende kann man sich dann auch kaum dazu bewegen. Aber dieses Wochenende werde ich es einfach mal ausprobieren. Bin gespannt, ob es mir gelingen wird.

    AntwortenLöschen
  7. @Samira, sag mir Bescheid, ob du dich durchgerungen hast und ob es sich gelohnt hat. Man muss natürlich früh genug daran denken, damit man dementsprechend einkaufen kann. Aber es wird dir mit Sicherheit gelingen.

    AntwortenLöschen