19.01.12

Etwas, was es früher nie gegeben hätte: Gnocchi di ricotta con cuori di carciofi

Die Artischocken-Zeit ist wieder da und somit einer meiner liebsten Jahreszeiten, wenn es nur ein bisschen wärmer wäre. Im chinesischen Sternzeichen muss ich Eidechse sein. Ich liebe die Wärme, speichere meine Energie im Sommer für den Rest des Jahres. Jetzt merke ich, dass meine Batterie  fast alle ist.
Ich habe erst als Erwachsene das erste Mal Artischocken gegessen. Ein so exotisches Gemüse gab es früher bei uns zu Hause nicht, vielleicht weil sie meiner Mutter völlig unbekannt waren, vielleicht weil wir zu viele waren, aber auch vielleicht weil es sie nicht zu kaufen gab. Eine größere Vielfalt an Lebensmittel, wie heute, hat es noch nie gegeben. Und trotzdem haben wir nicht schlecht gelebt, obwohl das Lebensmittel-Geschäft, in dem wir einkauften, nicht größer war als meine Küche und die ist nicht sehr groß.
Aber wir waren alle gut genährt, wie man auf diesem Bild sieht:

Auf diesem Foto fehlen noch zwei meiner jüngeren Geschwister, obwohl meine jüngste Schwester schon geboren war, aber wahrscheinlich war sie noch zu klein. Ich kann euch genau beschreiben, was hinter jedem Kopf von diesen Fünfen vorgeht:
Hinten links ist mein großer Bruder, der sich schon überlegt wie man das Gerät, mit dem die Aufnahme gemacht worden ist, in alle Einzelteile zerlegen könnte.
Neben ihm steht meine große, ernste Schwester. Sie muss als Vorbild fungieren. Wahrscheinlich steht unsere Mutter in der Ecke, in der sie hinschaut, um auf die Anweisungen zu achten, welche ihr gegeben werden.
Vorne links, das bin ich, ganz typisch für mich, mit den Händen in den Taschen. Ich denke mir: voll cool!
Daneben meine jüngere Schwester. Sie weiß nicht so recht was hier passiert und sucht sicher auch unsere Mutter, immer in der selben Ecke, oder denkt sich:"Wo ist das Vögelchen, von dem alle sprechen??"
Mein zweiter großer Bruder ist eher gelangweilt, er würde lieber was anderes machen und er weiß auch ganz genau was: der heißgeliebten Puppe seiner kleinen Schwester, die Schädeldecke zu kappen, um zu sehen, wie das mit den Schlafaugen funktioniert!!
Natürlich mußte man in einer neunköpfigen Familie auf vieles verzichten. Aber wir hatten so viel mehr, da war es nicht schlimm, dass es keine Artischocken gab.


So und jetzt zum heutigen Rezept:

Gnocchi di ricotta con carciofi auf gut deutsch Ricottagnocchi mit Artischockenherzen

Zutaten für 4 Personen:

  •  300 g Ricotta romana
  • 150 g Mehl
  • 2 Eigelbe
  • 20 g Parmesankäse, gerieben
  • 5 Artischocken, Mamme, wenn möglich 
  • eine handvoll entsteinte Oliven
  • 1 EL Kapern, in Essig gelegt
  • wenig frischen Thymian
  • ein Schuss Weisswein
  • bestes Olivenöl
  • Salz
  • frischen Pfeffer
  1. Ich setzt Wasser auf, bringe es zum Kochen und salze es.
  2. Ich streiche die Ricotta durch ein feines Sieb und mische das Mehl, die Eigelbe, den Parmesankäse und das Salz unter. Der Teig sollte ein wenig ruhen können.
  3. Ich teile den Teig in 6 Portionen und forme jede Portion in lange, schmale Stränge. Diese schneide ich in ca. 4 cm lange Rhomben und lasse sie sofort portionsweise, ins kochende Wasser gleiten.
  4. In einer beschichteten Pfanne erhitze ich Olivenöl, fische mit einer Schaumkelle die Gnocchi aus dem Wasser und röste sie bei moderater Hitze rundum goldgelb.
  5. Und hier kommt der Trick: inzwischen hat mir Norbert schon die Artischocken zugeputzt! Wie man das macht, kann man hier sehen.
  6. Ich schneide die Herzen in Spalten, erwärme in einer anderen Pfanne nochmals Olivenöl, und röste sie darin an. 
  7. Die Oliven schneide ich in grobe Stücke und streue sie, mit den abgetropften Kapern über die Artischocken. 
  8. Ich zupfe die Blättchen des Thymians (immer noch vom eigenen Anbau) in die Pfanne, gieße den Wein an und würze mit Salz und Pfeffer.
  9. Jetzt mische ich das Ganze mit den Gnocchi, träufle noch etwas Olivenöl darüber und fertig ist dieses, für mich als Kind gänzlich unbekanntes Zeugs, das ich nie und nimmer gegessen hätte.

Kommentare:

  1. KÖSTLICH (auch das Foto)!
    Am liebsten würde ich einen Stuhl an den Tisch rücken und um eine Gabel bitten!

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  2. Genau so mag ich die Artischocken am liebsten. Bei mir oft mit Pasta oder einfach mal so als Gemüse. Leider bekomme ich hier keine schönen Artischocken. Aber als wir vor kurzem bei euch waren, konnte ich nicht widerstehen. Unsere Freunde haben zwar erst skeptisch geschaut, haben sie dann aber sehr gerne gemocht.
    Und das Foto ist echt herrlich. Wobei ich eher auf dich oben rechts getippt hätte.
    Liebe Grüße! Auch von meinem Kampi!

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  3. so schön gebräunt gefallen mir die Gnocchi gut !

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  4. Ich Habe mal eine Frage: kann man die Nudeln auch im Dampfgarer zubereiten? weil ich sehr gerne mit dem Dampfgarer koche

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  5. Könnte man das Rezept nicht auch in einen Salat umwandeln? Wie ist die Konsistenz der Gnocchi, wenn sie kalt werden? Ich hab, ist aber schon ewig her, früher öfter mal aus normalen Kartoffelgnocchi, Mandeln und Paprikasoß' einen Salat zubereitet, das war echt lecker. Und wenn ich dein Bild oben seh (das vom Artischockengericht, nicht das Kinderfoto ;) ) dann könnt ich mir das unheimlich gut als Salat vorstellen.

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  6. LECKER! Das klingt richtig, richtig toll! :D Genau nach meinem Geschmack....

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  7. @grain de sel, kein Problem, setz dich zu uns.

    @Sandra, schade, ich liebe dieses Gemüse. Liebe Grüße Magdi

    @Robert, ich mag sie in allen Farben und Formen.

    @Pia, könnte leicht sein, hab es aber selbst noch nicht ausprobiert.

    @Christopher, meinst du mit Salat: Essig und Öl undso. Das hätte ich nicht so gerne. Die Konsistens ist fest, machbar wäre es sicher.

    @Sarah-Maria, und Artischocken sind so richtig gesund.

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  8. Hmm, Artischocken und Kapern - einfach perfekt!

    Liebe Grüße

    Tini

    cookiesandcrystal

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  9. Hallo Magdi,
    tolles Foto! Ich glaube, die Kleider waren rot, oder?
    War das schon zu Meerholzer Zeiten?
    Liebe Grüße,
    Beate

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  10. Hallo Magdi,

    Ist das ein nettes Foto und deine passenden Kommentare erst...

    Liebe Grüße Ester

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  11. Bei uns gab es als Kind nie Tomatensauce..dabei liebe ich die heiß und innig..mein Mutter machte sie einfach nicht..mit 15 habe ich sie mir zum ersten mal selber gekocht..danach immer wieder, auch für Freunde..und dabei sind Tomaten schon damals jedem bekannt gewesen..es müssen also nicht nur Artischocken sein die es nicht gab..aber spannend war die Küche meiner Eltern allemal wie ich finde..nie im Leben bekomme ich einen Lammbraten so hin wie meine Mutter ihn zauberte..lGHEike

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  12. @Beate, das Foto ist zu Meerholzer Zeiten entstanden:)Die Kleider waren Blau/rot karriert. Liebe Grüße an alle

    @Ester, mach auch so ein schönes Foto von deinen Kleinen. Man freut sich immer daran.

    @Heike, ja so ist das halt:)

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  13. Super Bilder, das sieht so richtig lecker aus! Und super gute Rezepte, vielen herzlichen Dank und feinschmeckerliche Grüße!

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