30.09.10

Südtiroler Schlutzkrapflen

Heute gibt es wieder einmal eine regionale Spezialität. Ich habe Spinat geerntet, aber nicht sehr viel, deshalb bieten sich diese Teigtaschen an. Nur mehr wenige stellen sie selbst her, da es alle möglichen Fertigprodukte gibt. Die Fülle dieser Schlutzkrapfen wird zumeist mit Kartoffeln gestreckt, das schmeckt mir nicht, deshalb selbst ran an die Produktion. Der Nudelteig der Schlutzkrapflen wird normalerweise mit einer Hälfte Roggenmehl und einer Hälfte Weizenmehl zubereitet. Mir ist der Anteil des Roggenmehls zu groß. Sie werden zu brüchig und überhaupt nicht bissfest. Da ich nur wenig Spinat habe, muss auch ich die Masse etwas strecken. Ich mische Ricotta romana und Schinken unter.

Südtiroler Schlutzkrapflen:
Der Teig:
  • 100 g Weizenmehl Typ 550
  • 60 g Hartweizenmehl
  • 40 g Roggenmehl Typ 1150
  • 2 Eier
  • 1 EL Olivenöl
Die Fülle (reicht nur für 3 Portionen, muss vergrößert werden)
  • 150 g gekochten, ausgedrückten Spinat (für 4 Portionen würde ich 250 g nehemen)
  • 50 g Schinken
  • 80 g Ricotta romana
  • Salz
  • Pfeffer
  • Parmesankäse, gerieben
  • Butter
  1. Ich knete schon am Morgen die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig zusammen, gebe ihn in eine Nylontüte und lasse ihn bis zum Mittag ruhen.
  2. Wenn ich mittags nach Hause komme, dann stelle ich als erstes Wasser zum Kochen auf. Dann hacke ich mit dem Cutter den Spinat ganz fein, schneide den Schinken in Mini-Würfel und mische alle Zutaten der Fülle.
  3. Ich nehme vorerst die Hälfte des Teiges, drehe ihn solange durch die Walze der Nudelmaschine, bis ich auf der letzten Stufe angekommen bin.

  4. Ich steche mit einem runden Ausstecher Kreise aus, setze einen Teelöffel voll Füllung auf jeden Kreis, lege die Nudelplatte zusammen, so dass ich einen Halbmond erhalte und verschließe ihn mit den Fingern. Bepinseln braucht man nicht, wenn man schnell genug ist. Dann ist der Teig noch feucht genug und klebt von alleine, wenn er länger liegt und austrocknet, muss man mit Wasser die Ränder befeuchten.

  5. So gehe ich vor bis ich über vierzig Schlutzkrapflen habe, weil mir dann die Fülle ausgeht.
  6. Ich koche die Schlutzkrapflen ca. 3 Minuten und siebe sie ab. Ich gebe sie in eine feuerfeste Form und mische hier schon ein bisschen geschmolzene Butter unter, da sie sonst zusammen kleben würden.

Für jeden einzelnen kommt dann noch auf dem Teller Parmesankäse darüber gestreut und schäumende Butter.
Da wir für das ganze Schuljahr nur zu dritt sind (warum verrate ich euch in einem der nächsten Post's) hat diese Portion gereicht. Für 4 Personen wäre genügend Teig, aber die Fülle müsste auf jeden Fall größer sein. Mit dem restlichen Nudelteig habe ich Suppennudeln gemacht. Die hat es abends natürlich in der Suppe gegeben.
Jetzt noch zu zwei Speisen, welche ich in den letzten Tagen nachgekocht habe, von Christina. Ich hinke ja immer noch meiner Nachkochliste nach, aber einiges habe ich geschafft!


Ihre Wirsingröllchen sind mangels Wirsing zu Chinakohlröllchen geworden. Hat fantastisch geklappt, auch ohne Zahnstocher. Ich habe mich genauestens an die Arbeits-Anleitung gehalten. Nur bei der Zutatenliste musste ich ein bisschen was ändern. Christina, du bist mir nicht böse, Parmesankäse und Rosinen konnte ich nicht miteinander vermischen und Gemüse mit Sahne ist auch nicht so mein Ding. Quinoa ist eine Super Fülle für die Röllchen. Ich habe dann an Stelle der Rosinen Kapern und entsteinte, gehackte Oliven genommen und einfach die Sahne in der Sauce weggelassen. Deine Menge reichte für uns Drei, aber das ist immer so eine individuelle Sache. Erich hat Lasagne draus gemacht, die könnt ihr hier sehen. Dieses Gericht hat es sicher nicht das letzte Mal gegeben. Es hat uns sehr gut geschmeckt.
Aber der Hammer ist diese Nachspeise: Zwetschgen-Sauerrahm-Parfait mit Griesschmarren


Außer dem Amaretto, den ich weggelassen habe, habe ich an den Zutaten nichts geändert. Ich habe allerdings die Masse halbiert, das war ausreichend, sonst hätten wir bis nächste Woche Parfait.
Es ist ein wenig Arbeit, aber macht sie nach, jetzt wo es Zwetschgen gibt, es lohnt sich!

Kommentare:

  1. Die Schlutzkrapfen stehen schon seit Langem auf meiner Koch- bzw. Nachkochliste. Sobald ich dazukomme !

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  2. Lecker sehen die Schlutzkrapfen aus.

    Erinnert mich gerade an eine Folge von Lanz kocht. Da hat Markus Lanz seine Mutter angerufen und sie über die Schlutzkrapfen ausgefragt. ;-)

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  3. Hmmm, das hört sich nach meinem Geschmack an und sieht auch so aus! Kommt auf die Nachkochliste!

    Im übrigen habe ich vor 2 Tagen Deine Kartoffel-Gnocchis ausprobiert - und was soll ich sagen: es sind die besten K-Gnocchis, die ich je gemacht habe! Und das sogar mit unserer Ernte von diesem Jahr! Vielen Dank dafür! Von nun an werde ich keinen anderen K-Gnocchi-Rezepten mehr Beachtung schenken ;)!

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  4. Ich werde nie meine ersten Schlutzkrapfen vergessen, die ich in Brixen in einem tollen Restaurant gegessen habe. Nun habe ich dafür ein zuverlässiges Rezept.
    Die Wirsingröllchen von Christina habe ich mittlerweile schon oft in anderen Blogs gesehen, ich glaube, die muss ich dann auch mal nachkochen.

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  5. Wann koche ich die Schlutzkrapfen nach??? Ich möchte 5x am Tag kochen bei all den leckeren, animierenden Dingen, die ich beim Bloglesen sehe. Deine Krapfen gehören zu den mundwasserzumzusammenlaufenbringenden.

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  6. Hmmm, Schlutzer, da freu ich mich schon drauf!!! Ist ja nur noch eine Woche und dann kann ich sie vor Ort genießen.
    Aber sag mal, den Teig machst du wirklich so dünn?
    Reißt der dann nicht?
    Liebe Grüße, Sandra

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  7. Ich glaub´, da sollte ich mich mal drantrauen. Mit deiner Anleitung kann´s wohl kaum schiefgehen.

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  8. @Robert, diese Nachkochlisten!! Sie haben mich auch im Griff. Aber anderseits bringen sie einem neuen Schwung und Vielfalt auf den Tisch.

    @Manu, ja der Lanzi ist sein Geld wert!

    @Micha, ich fühle mich sehr geehrt:)

    @Alex, Mach sie selbst, dann schmecken sie nochmal so gut und zu den Wirsingröllchen: unbedingt mit Quinoa.

    @Erich, warum soll es dir anders ergehen wie uns allen:? Es ist ein Jammer und zum Glück koche ich zweimal am Tag!

    @Sandra, ja und der Teig hält. Wichtig ist das Olivenöl, das lang genug Kneten und die Ruhezeit von mindestens 1/2 Stunde. Mehle die Teigplatten während dem Ausrollen immer wieder mit Hartweizenmehl ein. Nur auf der dünnsten Stufe nicht mehr, sonst kleben die Ränder nicht mehr zusammen. Wird schon schief gehn:)

    @Claus, sonst komme ich und helfe dir::))

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  9. Die Schlutzkrapfen kommen wie gerufen, ich bin gerade ein bisschen auf dem "gefüllte-Pasta-Trip". Spinat und Ricotta ist für mich sowieso ein Dreamteam, da freue ich mich schon drauf! Und ich freue mich, dass dir das Parfait und die Röllchen geschmeckt haben. Bei letzteren bin ich ganz begeistert, was daraus für neue Rezepte entstanden sind, deine Version mit Kapern und Oliven finde ich auch klasse.

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  10. Lecker, lecker... ich liebe Teigtaschen, egal aus welcher Region. Zweimal für mich, bitte :-).

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  11. Finde ich immer schoen wenn es traditionell bei Dir wird...:-)

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  12. @Christina, auf deinen Anstoß hin haben alle gekocht, echt schön.

    @Milliway, es ist so eine komplette Sache, finde ich auch.

    @Jutta, Tradition in der Küche finde ich auch sehr wichtig, das ist und bleibt immer unsere Basis.

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