04.11.09

Wien und das Originalrezept der Sacher-Torte

Wir waren wieder einmal auf Reisen. Wien im Herbst hat, wie eigentlich jede Stadt, ihren Reiz. Mein lieber Mann und ich waren schon öfter da. Aber unseren Kindern wollten wir diese schöne Stadt einmal zeigen.



Wie man sieht, war es ziemlich kalt, sogar die Pferde hatten zu kalt und zogen ihre Mäntel über.

Die Wiener benennen diese Farbe nicht als Gelb sondern Schönbrunngelb.



Eine herbstliche Stimmung im Park von Schönbrunn.


Um die Fahrt mit dem Riesenrad sind wir diesmal nicht herumgekommen. Aber ich muß sagen, es war eine "gspassige" Sache, die uns nicht reut.



Über die Mitwohnzentrale haben wir eine Wohnung gebucht, die, wie wir feststellen konnten, nicht geeigneter hätte sein können. Wir werkeln im Urlaub gerne selbst herum und zweimal am Tag in ein Restaurant wollten wir auch nicht gehen.





Also haben wir uns abends selbst eine Kleinigkeit gekocht. Es war einfach alles da, was man dazu braucht.
Sonst haben wir nichts ausgelassen: Wienerschnitzel (oder bisteca alla milanese!?), Wienerwürstchen (oder Frankfurterwürstchen!?), Martini-Gansl mit Blaukraut und natürlich die obligatorische Sacher-Torte, um deren Originalrezept sich die Konditoreien Demel und Sacher schon jahrelang streiten.
Wir sind ein wenig verwöhnte Zipfel, wie man bei uns sagt. Ich habe heute gleich eine gebacken. Meine Familie hat mir nach gemeinsamer Verkostung, das größte Kompliment ausgesprochen, das man in dem Fall bekommen kann: meine Sacher-Torte ist besser als die in Wien.
Da kann man nur sagen: danke für die Blumen. Morgen ist die Torte noch besser, weil die Marmelade und die Glasur vom Tortenboden ein wenig aufgesogen worden ist.


Für eine Torte mit 26 cm Durchmesser:

175 g bittere Schokolade
175 g zimmerwarme Butter
175 g Zucker
6 kleine oder 5 große Eier
175 g Mehl
1 TL Backpulver

Marillenmarmelade, selbstgemacht

Für die Schokoladenglasur:
75g Zucker
1/8 l Wasser
100g bittere Schokolade


1 Schokolade grob hacken und über Wasserbad schmelzen lassen.

2 Tortenform, wenn möglich 26 cm Durchmesser, einfetten und das Backrohr auf 160° C Heißluft vorheizen.

3 Zimmerwarme Butter mit der Hälfte vom Zucker schaumig rühren, esslöffelweise die
Schokolade unterschlagen.

4 Nach und nach die Dotter einrühren. Eiklar zu festem Schnee schlagen, den restlichen
Zucker einrühren und die Hälfte davon zuerst mittels Schneerute unter die Buttermasse
rühren.

5 Das Mehl und das Backpulver mischen und über die Masse sieben. Restlichen Schnee und
das Mehl langsam unterheben.


6 In die Tortenform geben und 50 -60 Minuten backen. Auf einem Tortengitter, umgedreht und mit dem Boden als Gewicht auskühlenlassen, damit sie, falls sie einen Hügel hat, schön gerade wird. Mit dem tollsten Tortenteiler der Welt (von Westmark), einmal durchschneiden und mit Marillenmarmelade füllen.

7 2 EL Marmelade, falls sie zu dick ist mit Wasser verdünnen, kurz aufkochen und auf die
Oberfläche der Torte pinseln.

8 Für die Schokoladeglasur Zucker und Wasser 5 Minuten kochen, danach kurz abkühlen
lassen. Schokolade in Stücke schneiden und im Zuckersirup, unter Rühren, schmelzen.
Nochmals aufkochen und solange kochen lassen, bis sie fast puddingartig geworden ist.



9 Nochmals ein wenig abkühlen lassen, damit sie fester wird und mit einer Spachtel über der
Torte verteilen und unbedingt bei Zimmertemperatur genießen.




Bei der Schokolade habe ich nicht angegeben, wieviel % der Schokoladenanteil haben sollte. Da hat jeder einen eigenen Geschmack. Ich habe hier nur hochprozentige verwendet, zwischen 70% und 80%.
Ich will nicht behaupten, dass das das Originalrezept der Sacher-Torte ist. Auf jeden Fall schmeckt sie gut. Und "alleweil" können wir nicht nach Wien fahren, um eine zu essen.

Kommentare:

  1. fast jede selbstgemachte Sachertorte ist besser, als die originale in Wien. Allerdings wer streitet denn? Das Original ist und bleibt von Sacher, dass wissens auch beim Demel ;-)

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  2. Ja Ellja, du hast wohl recht, sonst würde sie auch nicht Sacher-Torte heißen und bei der Massenabfertigung wird die Qualität halt auch darunter leiden.

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