19.06.13

Endlich ist der Sommer da - gefüllte Rondini



Endlich ist es warm, nein heiß, so wie ich es gerne habe. Das einzige Problem ist die Wärme in der Wohnung. Im Dachgeschoss mit einigen Dachfenstern staut die Hitze unter Tags so richtig. Deshalb sind Tätigkeiten wie Bügeln oder Kochen entweder in einen anderen Teil des Hauses oder zu einer anderen Uhrzeit zu verlegen. Zum Glück kann ich beides. Mit der Bügelwäsche wandere ich ins Erdgeschoss, wo es wesentlich kühler ist. Kochen verschiebe ich auf den frühen Morgen. Mittags warm essen ist sowieso eine Zumutung. Deshalb stehe ich morgens früh auf, um die Rondini zu zubereiten, welche ich wieder einmal erstanden habe. Es sind die knuddeligen Verwandten vom Zucchini, welche zur Familie der Kürbisse gehören und diesen sieht man das auch richtig an. Da die Ferien vor der Tür stehen muss im Kühlschrank aufgeräumt werden. Das merkt man bei diesem Rezept.

Gefüllte Rondini

Zutaten für 4 Personen (lasst euch nicht verwirren: ich habe nur für 3 Personen gekocht, deshalb nur 6 Rondini, aber das Rezept ist auf jeden Fall für 4):
  • 8 Rondini
  • 200 g Faschiertes (ich hatte ein undefinierbares kleines Stück Lammfleisch im Gefrierschrank und habe das faschiert)
  • 1- 2 Scheiben altbackenes Weißbrot
  • 1 Spalte roter Peperoni (war von irgendwas anderem übrig)  
  • 1 frischer Peperoncino (mich hat jemand angesteckt, mit dieser scharfen Leidenschaft)
  • 2 EL Parmesankäse, gerieben
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
außerdem
  • etwas selbstgemachten Tomatensugo (war die letzte Flasche, seufz)
  • 1/4 Zwiebel
  • nochmal Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL Olivenöl
  1. Ich schalte den Backofen auf 180° C Heißluft ein.
  2. Ich schneide den Kugeln den Deckel ab und höhle sie aus, das Fruchtfleisch hacke ich mit dem Finecut etwas kleiner.
  3. Ich schneide den Peperoni in kleine Würfel.
  4. Ich lasse Olivenöl in einem Pfännchen erwärmen und dünste das Fruchtfleisch solange, bis es Farbe annimmt, gebe dann den Peperoni hinein und röste ihn noch etwas mit.
  5. Ich wasche den Peperoncino, teile ihn (wer will nimmt etwas Kerne und Zwischenhäute heraus und nimmt ihm so etwas von der Schärfe) und schneide ihn in dünne Streifen.
  6. Das Brot weiche ich in wenig Milch ein.
  7. Ich gebe in eine Schüssel: Fruchtfleisch, Faschiertes, ausgedrücktes Weißbrot, Peperoncino, Parrmesankäse, Salz und Pfeffer und mische alles miteinander.
  8. Ich schneide die Zwiebel in Ringe.
  9. Jetzt schütte ich den Tomatensugo in eine feuerfeste Form, mische ihn mit  gleich viel Wasser wie Sugo, Zwiebelringen, Olivenöl, Salz und Pfeffer. 
  10. Ich salze die Rondini innen und fülle jede Kugel mit dem Faschierten. Ich stelle sie in den Tomatensugeo und setze den Deckel wieder darauf.
  11. Ich schiebe die Form für einer halben Stunde in den Backofen.
Richtig gut sind die kugeligen Zucchinis aber erst, wenn sie wenigstens eine halbe Stunde abgekühlt sind.


Soviel zum Essen im heißen Südtiroler Sommer. Auf etwas ganz anderes möchte ich euch hinweisen. Letzte Woche hat mich Judith vom Online-Magazin "Barfuss" interviewt. Es war sehr nett mit ihr zu plaudern. Sie hat mich gefragt wie ich zum Boggen gekommen bin und viele andere Fragen, die ihr hier auf der Seite von Barfuss beantwortet findet.

14.06.13

Besuch für die alte Dame - Fusilli mit pikanten Brotbröseln


Das Foto ist schon bestimmt 10 Tage alt, denn jetzt steht der Lavendel in voller Blüte.

Diese wunderschöne Eidechse, von der Farbe her eher eine Smaragdeidechse, schmückt schon bald 100 Jahre unseren Garten. Sie wurde vom Ur-Großvater unserer Kinder geschmiedet, von dem ihr hier lesen könnt. Unser Garten steht direkt an der Hauptstrasse unseres Dorfes, was man ebenfalls hier auf dem Foto gut sehen kann. Viele Menschen kennen sie, denn mittlerweile sind Generationen daran vorbei spaziert. Speziell Kinder haben großen Spass daran, immer wieder hineinzusehen und diese regungslose Gestalt zu suchen. Wir haben auch mehrere Mitglieder echter Eidechsen im Garten, die sich auf dem selben Stein gerne sonnen. Ab und zu passiert es, dass sich junge Tiere, welche sich noch nicht zu benehmen wissen, in unser Geschäft verirren. Dann können wir diesen kleinen Geschöpfen nachsausen um sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum auszusetzen. Manchmal werden wir gefragt, warum wir an die Stelle des Gartens keinen Parkplatz machen. Wenn ein so kleiner Ziergarten auch eine ziemliche Arbeit ist, möchten wir ihn nicht missen. Blumen in jeder Jahreszeit erfreuen nicht nur uns, sondern viele Menschen und Kinder in unserem Dorf, das wird uns immer wieder gesagt. Und wenn auch noch so klein ist es eine kleine Insel für Tiere: Vögel scharren sich Würmer heraus, Bienen summen um die Wette, Igel konnten wir schon begrüßen und Marder habe ich auch schon beobachtet.
Inzwischen gehen wir mit großen Schritten dem Ende der Kochkurse des ersten Halbjahres entgegen. Leider kann ich euch keine Zusammenfassung der 2. Kochrunde bieten. Unser Starfotograf war wegen Lernens verhindert, was wir Eltern natürlich sehr gut verstehen konnten. Wir selbst waren so vertieft in der Arbeit, dass aus dem Fotografieren nichts geworden ist:) Deshalb gibt es nur dieses eine Foto von der warmen Vorspeise. Es war wirklich ein sehr gemütlicher Abend.  

 Und was gibt es bei uns sonst so zum Essen? Gemüse-Risotto mit Spieß vom Schweinefilet mit Rosmarinsauce, zum Beispiel. Gemüse-Risotto wird, so wie immer, mit dem Schnellkochtopf gekocht so wie hier. Das Schweinefilet schneide ich in gleichmäßige Würfel, ziehe sie auf einen Spieß, brate diese rundum an, hacke inzwischen Rosmarinnadeln fein, salze und pfeffere das Fleisch, nehme es aus der Pfanne und bereite mit dem Bratensatz ein kleines Sößchen zu, streue den Rosmarin ein und fertig ist ein feines, kleines Mittagessen.

Aber hier ein echtes Rezept. Die Idee dazu habe ich mir von Juliane von Schöner Tag noch! geholt, wobei geröstete Brotbröseln über die Pasta zur italienischen Alltagsküche gehören.

Fusilli mit pikanten Brotbröseln 

Zutaten für 4 Personen:
  • 400-450 g Fusilli
  • 1 frischer roter Peperoncino
  • 1 Zucchini
  • 1/2 roter Peperoni
  • Thymian
  • 1/2 dunkles Brötchen vom Vortag
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Ich stelle reichlich Wasser auf, lasse es aufkochen und salze es. 
  2. Ich wasche das Gemüse. Den Peperoncino halbiere ich, entferne einige Kerne samt Zwischenhäuten, wie wir hier gehört haben, enthalten hauptsächlich diese die Schäfe, und schneide ihn in feine Streifen. 
  3. Zucchini und Peperoni schneide ich in kleinste Würfel.
  4. Knoblauch schäle ich und hacke ihn fein.
  5. Thymian wasche und trockne ich, zupfe ihn von den harten Stängeln und hacke auch ihn fein.
  6. Das Brot schneide ich in grobe Stücke und hacke es mit dem Finecut in gröbere Brösel.
  7. Ich schmeiße die Nudeln ins Wasser und koche sie al dente (ist wie so oft von uns Südtirolern aus dem Italienischen übersetzt: "butto la pasta":)
  8. Inzwischen stelle ich eine Pfanne mit Olivenöl auf den Herd und röste bei kleiner Flamme das Gemüse an, aber ohne Knoblauch.
  9. Sobald das Gemüse beginnt Farbe anzunehmen, gebe ich das Brot dazu und lasse es solange rösten, bis es knusprig wird.
  10. Kurz vor die Nudeln fertig gekocht sind, kommt noch Knoblauch, Thymian, Salz und Pfeffer in die Pfanne. Jetzt sollte das Ganze nur mehr ein bisschen ziehen, als zu braten.
  11. Ich siebe die Nudeln ab, gebe sie zum Gemüse in die Pfanne, schütte noch reichlich Olivenöl darüber, mische es durch und fertig ist die Pasta.   
Wer geneigt ist zu denken, diese Pasta sei trocken, der täuscht sich:)

Hier noch ein kleiner Hinweis auf eine sehr nützliche Küchenhilfe. Früher habe ich Wäscheklammern dafür verwendet. Diese praktischen Klammern verschließen ein angebrochenes Säckchen allerdings wesentlich effizienter. Ich besitze eine Flut von Vorratsdosen. Jedoch kommt immer wieder etwas nach Hause, das ich ausprobieren möchte und wer weiß, vielleicht auch nie mehr kaufe. Deshalb verschließe ich diese Lebenmittel mit diesem Clip und ich bin sicher vor unerwünschten "Eindringlingen". Natürlich verkaufen wir dies Clips auch in unserem Geschäft.



06.06.13

Ein bisschen Sonne - Marillenkuchen


Wenn ich griechisches Jogurt übrig hätte, was eigentlich nie vorkommt, aber wenn, dann würde ich mich ganz sicher für diesen Kuchen entscheiden und nicht für diesen. Jutta ist ohne Zweifel eine hervorragende Bäckerin. Auf der Suche für einen wunderbaren Kuchen ist man bei ihr richtig. Aber wir haben es nicht so mit Zuckerwassertränke. Und wenn man sich bei ihr nur ein wenig aufhält um zu lesen, zahlt sich auf alle Fälle aus. Sie schreibt mit einem eigenen Humor. Momentan haben es viele Menschen in halb Europa wirklich nicht leicht und es ist schwer ein wenig Humor aufzubringen, wenn man an das ganze Elend denkt. Einen kleinen Sonnenstrahl möchte ich euch mit diesem Kuchen schicken, sobald es gute Marillen zu kaufen gibt.
Macht ihn nach dem Rezept von Aurélie, dann kann fast nicht schiefgehen. Nur habe ich den Mürbteigboden blindgebacken, damit er auch schön "standhaft" bleibt. Wie das geht habe ich hier beschrieben. 

Ich habe den Kuchen etwas länger im Ofen gelassen. Mir gefällt er dunkler fast besser.

Hier ein kleiner Vorgeschmack von Gerichten, die ich für den Kochkurs "Raus auf die grüne Wiese, Speisen für's Picknick und für das Buffet" zubereiten werde:

Wieder einmal ein etwas anderes Rezept für gefüllte Tomaten.


Ein Kräuterkuchen, der warm und kalt sehr lecker ist.