Montag, 27. August 2012

Maiskolben vom Grill mit Kräuterpfefferbutter und mein Küchenfenster-Ausblick

Schnell noch ein Rezept, bevor die Grillsaison dem Ende zugeht. Die Maiskolben sind geerntet. Jetzt direkt auf dem Grill gebraten, ohne Vorkochen, weil sie noch weich sind, funktioniert noch. Sobald sie härter werden muss man sie vorkochen, oder besser gesagt vorziehen lassen. Claudio kocht sie im Schnellkochtopf. Ich bin ein bekennender Schnellkochtopf-Fan und behaupte, dass das nicht notwendig ist. Man läßt, in einem ausreichend großen Topf, Wasser kochen und legt die Maiskolben, ohne die Außenblätter zu entfernen, ins Wasser, deckt den Topf zu und läßt sie für eine halbe Stunde ziehen. Ja, ihr habt richtig gelesen, ohne zu salzen. Das Salz verhindert das Weichwerden der Kerne, wie bei Vollkornreis. Danach läßt man die Maiskolben ein wenig abkühlen, schält sie und dann kann man sie grillen oder in der Pfanne braten.
Dazu habe ich eine Kräuter-Pfeffer-Butter zubereitet. Kräuterbutter mache ich öfters, aber immer ohne Pfeffer. Angeregt hat mich dazu Astrid. Sie gibt sogar noch Portwein mit rein.
Ich lasse ein Stückchen Butter ganz weich werden, was bei der momentanen Hitze nicht lange dauert. Ich zerstoße einen Teelöffel schwarzen Pfeffer im Mörser. Ich hacke verschiedene Kräuter, in diesem Fall Basilikum, Rosmarin, Thymian und Zitronenthymian fein, gebe sie mit dem Pfeffer zur Butter, salze sie, verrühre alles und streiche sie auf ein Butterbrotpapier. Dort rolle ich sie ein wie ein Bonbon und versuche alle Luftlöcher herauszudrücken.


Im Kühlschrank lasse ich sie wieder erstarren, danach kann man sie gut portionieren.


Mit viel Liebe serviert kommt der gegrillte Maiskolben allseits gut an. Die Kräuter-Pfeffer-Butter könnt ihr auch andersweitig verwenden, aber das brauche ich euch nicht zu sagen:) 


Und weil Barbara nach unseren Ausblick vom Küchenfenster fragt und ich noch nie bei einem Event teilgenommen habe, sie mir aber dieses Jahr, mit viel Mühe und Liebe erklärt hat wie das geht, fühle ich mich fast verpflichtet teilzunehmen.

Wir wohnen mitten im Dorf und mein Blick vom Küchenfenster aus sind viele Häuser, meine Kräuterbank zum Schnellabpflücken, sonst stehen sie auf der Terrasse einen Stock tiefer und ich habe den Hausberg von Lana direkt vor mir, den Vigiljoch.
Man sieht auch am Baum im Garten unseres Nachbars wie rüde dieser im Sommer die Äste seines Baumes gestutzt hat. Der Vigiljoch ist 1500 m hoch und ist unsere Naherholungszone. Es führt eine Seibahn hinauf, da das ganze Gebiet Autofrei ist. Im Sommer wie im Winter wunderschön, wie in alte Zeiten zurückversetzt.
Wenn ihr glaubt das ist ein Berg für uns, dann zeige ich euch noch unsere Aussicht vom letzten Sonntag im Martelltal bei einer Wanderung.

Hier waren wir auf Halbweg und hatten schon einen wunderschönen Ausblick auf die gegenüberliegende Bergkette, fast alles Gipfel und Gletschen mit über 3000 m. Auch auf den wir gestiegen sind hat 3050 m.  

So nehme ich am Ausblick-Event von Barbara teil und freue mich auf die anderen.

Blick aus dem Küchenfenster: Sommer - bis 31.08.2012

Liebe Barbara, wie du siehst, wärst du sicher eine gute Lehrerin geworden. Oder bist du vielleicht eine??

Freitag, 17. August 2012

Wenn diese Locken nicht locken... - Insalata di pesce - Fischsalat

Erst neulich erzählte ich meiner Familie, wieviele Speisen ich als Kind verschmäht habe. Schon als Baby, schickte ich, die von meiner Mutti gut gemeinte Spinatzufuhr, zwecks überdurchschnittlichem Eisen-Anteils, was sich später als Tippfehler entpuppte, wieder retour. So schnell bekam ich keinen Spinat mehr, von meiner damals grün gesprenkelten Mutti. Als ich später zu kochen begann, wurde ich neugierig und probierte fast alles was mir unterkam. Heute gibt es nicht mehr viel was ich nicht mag.
Deshalb habt Geduld mit euren Kindern, vieles kommt von ganz allein, ohne dass man sie dazu zwingen muß, oder auch umgekehrt, wie bei der Geschichte einer Kundin:
Ihr Mädchen war auf Besuch bei einer ihr älteren Cousine, welche die Haut auf dem Pudding nicht mochte. Wie es so häufig ist, musste die Ältere nachgeahmt werden. Ohne ersichtlichen Grund wurde von einem Tag auf den anderen die Haut auf die Seite geschoben. Dann gab es lange keinen Pudding mehr. Wie das Mädchen das nächste Mal vor einem saß, zögerte sie lange bis sie ihren Zweifel äußerte:" Mag ich das was oben drauf ist nicht oder das was drunter drin ist?"
So mag ich heute auch Fischsalat, wobei ich mich auf wenige Male im Jahr beschränke, da man Fisch nicht zu häufig essen sollte, wegen der Überfischung der Meere. Fisch sollte wie eine Delikatesse gesehen werden. Der Fischsalat ist ein bisschen arbeitsaufwendig, aber es lohnt sich.

Fischsalat

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
  • 500 g Polyp (bei mir war es ein halber)
  • 2 Calamari (größerer Tintenfisch)
  • 6 Seppioline (kleiner Tintenfisch)
  • 1/2 Netz Vongole (Venusmuscheln)
  • 8 rohe Garnelen 
  • 2 Selleriestängel, wenn möglich aus dem Inneren der Staude oder Bleichsellerie
  • 1 große Fleischtomate
  • 1 Karotte
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Zitronensaft
  • Olivenöl
Wie ihr seht tu ich mich schwer die Zutatenliste in deutscher Sprache zu verfassen. Für Südtiroler ist das normal.
  1. Ich stelle Wasser auf, lasse es aufkochen, gebe die geschälte Karotte und ein paar Sellerieblätter dazu, salze es und lege den Polypen ein. Sofort rollen sich die Tentakel zu wunderschönen Locken. Diesmal koche ich ihn nicht mit dem Schnellkochtopf um auszuprobieren, wie lange das ohne dauert. Wie es mit Schnellkochtopf geht ist hier beschrieben.
  2. Ich putze und wasche den restlichen Fisch, die Calamari wie hier, Garnelen schäle ich und entferne den Darm.
  3. Ich schneide alle Fische in mundgerechte Stücke, die länglichen Calamari in Ringe.
  4. Die Vongole gebe ich in einen leeren Topf, schließe ihn und erhitze ihn solange bis sich im Inneren alle Muscheln geöffnet haben. Da sehe ich, dass sie sehr sandig sind. Ich löse sie aus den Schalen und spüle sie in Wasser durch. Den Sud, der entstanden ist, filtere ich und fange ihn auf, so wie hier.
  5. Die Karotte fische ich nach 10 Minuten aus dem Wasser und lasse sie abkühlen. Den Polyp koche ich noch weitere 30 Minuten.
  6. Die Tomate schäle ich mit dem Tomatenschäler und schneide sie, wie auch die Karotte, in kleinere Würfel. Ich gebe alles in eine große Schüssel, wo nach und nach alles hineinkommt.
  7. Die Selleriestängel schneide ich in ungefähr gleich große Stücke, die Blätter hacke ich fein.
  8. Tintenfische sollten entweder nicht zu lange oder sehr lange gekocht werden, sonst werden sie hart. Deshalb warte ich bis der Polyp schon fast fertig gekocht ist, stelle eine Pfanne auf den Herd, gebe wenig Olivenöl hinein, und brate sie, bis sie ein wenig Farbe angenommen haben. Dann gieße ich einen Schöpfer vom Wasser des Polypen darüber, decke sie Pfanne ab und lasse die Fische 10-15 Minuten kochen. Danach kommen sie zum Rest in die Schüssel.
  9. Die Pfanne wische ich mit Küchenkrepp aus und erhitze nochmals wenig Olivenöl darin, brate jetzt die Garnelen an, bis sie rosa sind, nicht länger sonst werden sie trocken und ab in die Schüssel.
  10. Inzwischen ist der Polyp fertig gekocht. Mit dem Schnellkochtopf geht es wesentlich schneller. Das nächste Mal kommt wieder der zum Einsatz. Ich schäle ein wenig die dicke Haut herunter, entferne Augen und Schnabel und schneide ihn in Stücke.
  11. Wenn alles in der Schüssel ist, richte ich den Salat mit dem Fischsud, viel Zitronensaft, Salz und Olivenöl an.
 Unsere Kinder probieren wenigstens, aber lassen den größten Teil uns. Wie nett von ihnen:)



Montag, 6. August 2012

Das absolut heißeste dieses Sommers: der rauchfreie Balkon-Grill mit Holzkohle


Balkon-Grill ist bei uns nicht einmal der richtige Ausdruck:) Wir könnten auf unserem Balkon niemals nie sitzen oder essen. Er steht auf der falschen Seite des Hauses: Straßen-Seite. Es ist fast unvorstellbar, dass mitten in Südtirol in dieser wunderbaren Natur, soviel Verkehr auf der Straße herrscht. Nur zwischen 2.00 Uhr und 4.00 Uhr nachts (Samstag ausgenommen) herrscht absolute Stille. Leider hat man nicht viel davon, aber man schläft vielleicht ruhiger.
Zum Glück haben wir auf der anderen Seite des Hauses eine Terrasse, welche im Sommer der schönste Platz unserer Wohnung wird. Nicht jedes Jahr gleich, da er ja wetterbedingt auch sehr ungemütlich sein kann. Dieses Jahr haben wir Glück und wir genießen einen lauen Sommerabend nach dem anderen.
Grillen war bei uns immer so eine komplizierte Sache. Einen fixen Grill kann man unmöglich aufstellen, zwischen all den Häusern, die sehr nahe an unserem sind (eines ist direkt an unseres angebaut). Den Gasgrill, den wir bis jetzt hatten, mussten wir immer wieder in den Keller zurück stellen. So macht grillen keinen Spaß.
Bis wir dieses Jahr eine Neuheit von unserem "narrischen" Vertreter Peter angeboten bekamen. Wir waren gleich Feuer und Flamme. So wird er angepriesen: der rauchfreie Balkongrill, in unserem Falle die Terrasse, es kann aber auch die Wiese beim Picknick oder das Boot sein.

Mit dieser sehr stabilen Tasche wird er geliefert. So kann er sehr leicht transportiert werden.


Hier sieht man wie sein Innenleben, nach bereits mehreren Einsätzen, aussieht: eine große Schale aus rostfreiem Stahl (sie liegt auf dem unteren, orangen Teil nur auf), ein Metall-Teller auf den ein Ring Brennpaste gedrückt wird und ein relativ kleiner Behälter für die Holzkohle. Der Clou der Sache ist, dass der Grill einen kleinen, mit Batterien betriebenen, Ventilator eingebaut hat. Dieser bringt die Holzkohle, sobald die Brennpaste entzündet wird, sofort zum Glühen, deshalb raucht es nicht und die Hitze wird optimal verteilt. Der rostfreie Grill-Rost wird an das untere Teil angeschnallt, da kann nichts verrutschen. Innerhalb weniger Minuten ist der Grill einsatzbereit. Die Außenwand wird nicht heiß, nicht einmal warm. 


Für diesen Abend gab es selbstgemachte Grillwürste, in Marinade eingelegte Rostbratenscheiben vom hohen Teil, auch bekannt unter Rib-Eye-Steaks, und Bio-Hühnerbrustfilets. Dazu gab es einen Salat mit gleichen Teilen gekochter Kartoffeln und grüner Bohnen, ein paar Rippen, geschälten und gegrillten roten Peperoni, einen Bund Rucola und ein wenig fein gehackten weißen Zwiebel. Marinade wie immer: Essig, Salz, Olivenöl. Angelehnt habe ich mich an den Salat von Petra.
Für das Hühnerfleisch, aber auch zum auftunken, kommt bei uns immer ein Schälchen Kräuteröl auf den Tisch.

Zum Wenden eignet sich eine Grillpinzette am Besten. Warum wohl wird der Schalter so beleuchtet sein? Norbert vermutet, damit man in jedem Zustand und bei allen Lichtverhälnissen den Grill wieder abschalten kann:)

Zur Feier des Abends gab's auch Veneziano. Unser Mädchen ist nach einer größeren Runde in Europa, wieder heil nach Hause gekommen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!?
Zwei Dinge sind zum Grill noch zu sagen: die Hitze hält nicht unendlich an, wie bei einem Gasgrill, reicht aber für einen Abend. Er ist für höchstens 4 Personen geeignet, alles darüber hinaus ist zu viel. 
Die Reinigung ist, da alle wichtigen Teile aus rostfreiem Stahl sind, denkbar einfach. Wir, ich darf nicht lügen, Norbert hat ihn bis jetzt immer per Hand gespült. Aber man könnte die Schale und den Rost auch in die Spülmaschine geben. Das einzige Teil, welches mit der Zeit verbrannt sein könnte, ist der gitterartige Behälter für die Holzkohle. Den bekommt man als Ersatzteil nachzukaufen. Ist das nicht toll!?
Was bleibt an Abfall übrig? Eine handvoll Asche, welche wir zu den Blumen streuen.
Wir sind wirklich sehr begeistert vom Lotus-Grill und können ihn nur weiter empfehlen.
Wir hatten einen wirklich schönen, stressfreien Abend und werden, sofern uns das Wetter es erlaubt, noch einige haben. 
Die selbstgemachten Grillwürste gibt es beim Kochkurs "Wursten" im Herbst. 


     

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