Mittwoch, 14. September 2011

Der Reis der Venus

Wer ihn noch nie probiert hat, sollte sich von seiner dunklen Farbe nicht abschrecken lassen, der "Riso Venere". Er gehört zu den Reis-Spezialitäten. Das erste Mal, wie ich ihn gekocht habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass der Reis, den man in Wasser kocht wie Nudeln, eine dunkle Brühe hinterläßt und anders riecht als der gewöhnliche Reis, so lecker schmecken kann.
Früher war dieser eher rare Reis in China der Kaiser-Familie vorbehalten und man spricht ihm aphrodisierende Wirkung zu:)
Als Vollkornreis macht er sich auch ganz gut. Die Farbe ist, wie man im ersten Moment glauben könnte, nicht schwarz, sondern violett.
Ich koche ihn, wie jeden Reis im Schnellkochtopf mit viel Wasser, welches ich aufkochen lasse, dann erst den Reis einstreue, ohne Salz, 12 Minuten den 2. Ring sichtbar. Ich dampfe den Schnellkochtopf schnell im Waschbecken ab, dabei kann schon einmal passieren, dass dunkle Brühe zwischen Deckel und Topf herausgedrückt wird und den Abfluss hinunterläuft, ist weiters nicht schlimm, da ich den Reis sowieso in ein Sieb schütte und die Brühe weglaufen lasse.
Ich schneide eine Melanzane in Scheiben, dann viertele ich sie, frittiere sie in Rapsöl und weil ich noch eine Lauchstange habe, kommt die, in feine Scheiben geschnitten, auch noch ins Öl, bis die Streifen knusprig sind. Beides lege ich auf Küchenkrepp, damit überschüssiges Fett aufgesaugt wird.   
Frische, reife Tomaten habe ich momentan von meinen Stauden, deshalb wird frischer Sugo gekocht um den Vorrat nicht anzutasten. Ich schäle dafür die Tomaten mit dem Tomatenschäler, schneide den Stielansatz heraus, große Tomaten schneide ich kleiner und gebe sie in den Fincut, schäle noch eine Knoblauchzehe, gebe sie dazu und hacke in wenigen Sekunden alles fein. Diese Sauce gebe ich in eine Pfanne und lasse den Sugo mit ein wenig Olivenöl verfeinert, gesalzen und gepfeffert und dem gekippten Deckel drauf, ein bisschen reduzieren.
Den Reis schütte ich wieder in den Topf zurück, würze ihn mit Instant-Gemüsebrühe, bitte ohne Glutamat, rühre das meiste Gemüse unter und portioniere ihn mit Hilfe eines Speiseringes. 
Darauf kommt noch ein bisschen Gemüse und dazu essen wir den Sugo. 
Und jetzt frage ich mich wieso ich den "Venusreis" bis jetzt nur bei Männern gesehen habe ???? 
Dazu ist nur noch zu sagen, dass der Reis wirklich hervorragend zu Fisch paßt.


Montag, 5. September 2011

Norwegens beste Süßspeise

Da ich mir eine Sommerpause gegönnt habe, aber mein Haus & Hoffotograf trotzdem fleißig war, gibt es hier eine kleine Bilder-Zusammenfassung. Zwei Informationen gibt es dazu: den Marillenkuchen habe ich von Andreas nachgebacken. Das andere sind die weltbesten Brownis die ich je gegessen habe.
Diesen Sommer hat es uns in den Norden verschlagen, nach Norwegen. Norbert und ich haben dieses Land schon vor 20 Jahren einmal bereist. Ich eher meinem Mann zuliebe, da ich eigentlich die Wärme lieber habe, als das Kälte. Ich habe diesen Kompromiss nie bereut, hat er mich doch gelehrt, dass der Norden wunderschön, voller Abenteuer und netter Menschen ist. Dieses Jahr wollten wir unseren Kindern dieses schöne Land zeigen.
Wie wir es vom Norden gewohnt sind gibt es auch in Norwegen eine Fülle von sehr guten Leckereien, unter anderem diese Brownies.
In Bergen haben wir sie gekauft und am Hardangerfjord verspeist, wo sie von der ganzen Familie analysiert wurden.
Zuhause angekommen habe ich sofort versucht ihn nachzubacken. Nach 3 Versuchen kam er dem Geschmackserlebnis am Nächsten.

B&B (Bergen-Brownies)

Zutaten:
  • 1 Tafel Schokolade 70%
  • 1 Tafel Milchschokolade
  • 150 g Butter
  • 170 g Zucker
  • 4 Eier
  • 45 g Mehl
  • 60 g Walnüsse
  • 50 g Zucker
  • 30 g Baiser
  1. Ich breche beide Tafeln Schokoladen in Stücke und lasse sie mit der Butter über Wasserdampf langsam schmelzen.
  2. Inzwischen hacke ich die Nüsse mit dem Fincut grob, lasse die 50 g Zucker in einer kleinen Pfanne karamellisieren, schalte die Flamme klein damit er nicht verbrennt und röste die Nüsse noch ein wenig, dann schütte ich die Masse auf ein Backpapier und lasse sie abkühlen.
  3. Ich heize den Backofen auf 200° Ober und Unterhitze vor.
  4. Die Schokolade verrühre ich mit einem Teigschaber mit der Butter, schütte die 170 g Zucker dazu, rühre ihn unter und lasse die Schokomasse etwas abkühlen.
  5. Die Eier rühre ich einzeln unter, eines nach dem anderen, mit jedem Ei verändert sich die Konsistenz.
  6. Dann siebe ich das Mehl darüber und hebe es unter. 
  7. Die karamellisierten Nüsse sind inzwischen hart geworden. Ich breche sie zu eher groben Stücken.
  8. Den Baiser zerkleinere ich nicht, der zerbröselt beim Umrühren sowieso. Ich rühre ihn und die Nüsse unter die Masse und fülle sie in eine Form von ca. 30cmX25cm, welche ich mit Backpapier ausgekleidet habe.
  9. Ich backe die Browies auf der 3.Ebene 20 Minuten, länger wäre schade, da sie sonst nur trocken werden.

Der harte karamellisierte Zucker schmilzt während des Backens und umgibt die Nüsse mit seiner feinen Süße.
Zwei Wochen nach unserer Rückkehr gab es das schreckliche Attentat in Oslo und wir waren sehr betroffen, haben uns immer wieder gefragt, wie so etwas in einem so friedlichen Land, in dem wir uns sicher und geborgen fühlten, möglich ist. Unsere innige Zuneigung zu diesem Land und deren Leute hat es aber nicht geschmälert. Wir gestehen sie offen und schicken ganz liebe Grüße in dieses Land der Seen, Fjorde und Elche.

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