19.01.11

Wie Astrid Lindgren in meine Küche kam

Astrid Lindgren's Bücher habe ich schon als Kind gelesen, geliebt, verschlungen, die Filme sowieso alle.
Als meine Kinder im richtigen Alter waren, durfte ich zum zweiten mal diese Geschichten genießen und ich war wiederum begeistert, obwohl ich es diesmal aus der Sicht der Erwachsenen sah. Aber in unserem Herzen bleiben wir ja alle Kinder und Kinder verstehen die Geschichten von Astrid Lindgren einfach zu gut.
Als Astrid Lindgren im Jahre 2002 verstarb, widmete unsere damals noch sehr kleine Bibliothek eine Sonderausstellung dieser berühmten Frau. Ich lieh mir damals ihre Biografie aus. Ihre Geschichte hat mich sehr berührt. Für mich war neu, dass ihre Bücher anfangs von den Kindern geliebt und von den Erwachsenen stark kritisiert wurden. Hauptsächlich, weil ihre Hauptfiguren, wie Pipi oder Ronja Räubertochter, nicht zur Vorstellung eines gut erzogenen Kindes passten.
Irgendwann im Buch erzählt sie, dass sie sich, zur Erinnerung, dass man Kinder nicht schlägt, ein Steinchen auf die Küchenanrichte, gelegt hat. Man muss sich vorstellen, dass dies alles in den Jahren zwischen 1940-1950 passiert ist. Damals war die körperliche Züchtigung noch normal.
Unsere Kinder haben von jedem Spaziergang Steinchen, welche ihnen besonders schön vorgekommen sind, in ihren Taschen mitgebracht. Dann ist so ein Steinchen auch einmal bei uns in der Küche geblieben. Nicht, dass ich eine gewalttätige Mutter gewesen wäre und dieser Erinnerung bedurft hätte, aber der Gedanke, dass einem der Stein an Friedfertigkeit erinnern soll, hat mir gefallen. Seit dem denke ich jedes mal an Astrid Lindgren, wenn ich den Stein in den Händen habe. Zum Glück ist er noch nie in ein Gericht gewandert!
2004 sind wir nach Schweden gereist, inzwischen Experten der Lindgren-Geschichten. Wir waren an ihrem Geburtshaus und an ihrem schlichten, sehr einfachem Grab, ein einfacher Stein im Gras. Ein Tränchen ist dort geblieben.
Land und Leute sind zum Verlieben. Gegessen haben wir in Schweden aber nicht sehr gut. Nur den Kaffee und ihre einmaligen Backwaren, wie Zimtschnecken, haben wir ausgiebig genossen.
Bei Gemüse sind wir halt verwöhnt, das muss ich auch zugeben!
Ich habe für euch heute eine schnelle Sache:



Carcioffi (Artischocken) mit Eierdip und Basmatireis

  • Artischocken, für jeden eine
  • Zitronensaft
  • Olivenöl
  • Salz

  • 2 Eier
  • 1/2 EL Apfelessig
  • 4 EL Olivenöl
  • Kräutersalz
  • Pfeffer
  • Schnittlauch, fein in Röllchen geschnitten

  • 3 Tassen Wasser
  • 2 Tassen Basmati-Reis
  • wenig Butter
  • Salz
  1. Artischocken werden mit Stiel verkauft, wie Brokkoli. Beides ist der Blütenstand einer Pflanze und bei beiden, wenn man den Stiel schält, schmeckt der genauso gut wie der Rest des Gemüses. Also schäle ich den Stiel sehr sorgfältig, bis nur mehr das helle Innere übrig ist, reibe diesen allerdings sofort mit Zitrone ein, da sich das Artischockenfleisch sofort schwarz färben würde.

  2. Ich fülle bodenbedeckt Wasser in den Schnellkochtopf, lege die Artischocken hinein, schütte Olivenöl darüber und salze kräftig, schließe den Topf und stelle ihn über die Flamme.
  3. Sobald der zweite Ring sichtbar ist, schalte ich klein und stelle den Timer auf 15 Minuten.
  4. Inzwischen bringe ich in einem Topf das Wasser für den Reis zum Kochen, schütte den Reis in ein Sieb, spüle ihn unter fließendem Wasser und lasse ihn abtropfen, bis ich ihn brauche.
  5. In einem kleinen Töpfchen stelle ich noch einmal Wasser über, pikse zwei Eier ein, damit sie nicht springen, wenn ich sie ins kochende Wasser gebe.
  6. Sobald das Wasser für den Reis kocht, salze ich es und es ich rühre ein Stückchen Butter und den Reis ein. Ich warte bis er kocht, schalte dann ganz klein, decke ihn ab und lasse ihn 12 Minuten kochen.
  7. Nach ca. 10 Minuten sind die Eier gekocht. Ich lasse sie in kaltem Wasser abkühlen, schäle sie und gebe sie in den Fincut. Essig, Olivenöl, Salz und Pfeffer kommt dazu und ich zerhacke in Windeseile die Eier, gleichzeitig werden sie mit dem Rest vermischt. Ich rühre den Schnittlauch unter und habe den Dip schon fertig.

  8. Den Schnellkochtopf lasse ich unter einem kalten Wasserstrahl im Waschbecken abdampfen.


Mit dem Dip und dem Reis ein wohlschmeckendes Gericht, auch für den Abend, da es leicht verdaulich ist. Wie gesund die Artischocke ist, brauche ich euch nicht zu erzählen, das wisst ihr ja alle schon. Das Beste der Artischocke ist das Herz, nachdem man das Heu beseitigt hat. Denn wie Amelie zum Gemüsehändler sagt: "Sogar eine Artischocke hat ein Herz!".

Wie ißt man eine Artischocke? Ich nehme jedes Blatt einzeln und ziehe das Gemüsefleisch, welches an der breiten Seite des Blattes liegt, mit den Zähnen ab. So einfach ist das!

Kommentare:

  1. Mmmh, ich liebe Artischocken! Und Astrid Lindgren auch, als Kind habe ich mich einige Zeit voll und ganz mit Pipi Langstrumpf identifiziert, sehr zum Leidwesen meiner Mutter. ;-) Die Lindgren-Bücher werde ich jedenfalls später mit meinen Kindern auch lesen, garantiert!

    AntwortenLöschen
  2. Die Dampfkochtopfversion habe ich noch nie probiert. Das wär was für die grossen Sommerartischocken, da dauert es sehr lange, bis sie gart sind.

    AntwortenLöschen
  3. Beides schön - die Geschichte und das Rezept.

    AntwortenLöschen
  4. @Christina, ich wünsch dir ein Mädchen, sowie du es warst. Nein ganz ehrlich, du erlebst dann deine Kindheit wieder. Es ist einfach nur schön!!

    @Robert, das sind dann die Mamme, weil sie so rund und ergiebig sind, wie halt die richtigen Mütter auch. Die Kochdauer beim Schnellkochtopf ist dieselbe. Vielleicht krieg ich dich doch noch dran, ihn auszuprobieren;o)#

    @mestolo, so wie deine Gerichte immer alle lecker sind.

    AntwortenLöschen
  5. wenns bloss nicht so weit wäre, würde ich gerne einen Kurs bei Dir belegen.

    AntwortenLöschen
  6. So eine schöne Geschichte! Die Pipi Langstrumpf-Bücher habe ich geliebt und natürlich auch die Filme.
    Artischocken zutzeln wär wieder mal was.

    AntwortenLöschen
  7. @Robert, ich weiß nicht, ob die Kurse für dich nicht zu einfach wären??

    @Fritz, ihr sagt auch zutzeln, das ist ja lustig!!

    AntwortenLöschen