Mittwoch, 25. August 2010

Gemüse-Risotto


Unser Junior-Koch war kurzfristig wieder da, und schon wieder weg. Die Kinder heutzutage haben ein volles Programm. Wenn er wieder kommt muss ich ihn schonen, dann darf er noch 2 Wochen richtig Ferien haben. Danach fängt der Ernst des Lebens wieder an, die Schule. Laut unseren Kindern ist zur Schule gehen und Nachmittags dafür lernen, der anstrengendste Job den es gibt auf der ganzen Welt. Sie wissen noch nicht wie streng der Job "Eltern sein" ist.

Als Letztes hat Lukas einen Gemüse-Risotto mit dem Schnellkochtopf gekocht und hat auch fleißig Fotos gemacht. Er traut sich das, weil er mich schon von klein auf mit dem Schnellkochtopf kochen gesehen hat.

Das Rezept ist ganz einfach. Er braucht für 4 Personen:
  • 2 Tassen Reis, Arborio oder Vialone nano

  • 1/4 Zwiebel

  • 4 und 3/4 Tassen Wasser

  • 2-3 TL Instant-Gemüsebrühe

  • 1 Zucchini

  • 1 Melanzane

  • Olivenöl

  • Salz

  • frisch gemahlenen Pfeffer
  1. Als Erstes schneidet Lukas den Melanzane in eher dickere Scheiben, salzt sie von beiden Seiten und legt sie auf das Abtropfbrett des Waschbeckens.

  2. Er schneidet den Zucchini ebenfalls in gröbere Würfel.

  3. Er hackt die Zwiebel ganz fein und dünstet sie im Schnellkochtopf mit Zugabe von etwas Olivenöl kurz an.


  4. Dann schüttet er den Reis dazu, lässt diesen ganz heiß werden und gießt mit dem Wasser auf.

  5. Jetzt muss er sich beeilen, denn der Deckel vom Schnellkochtopf soll so schnell wie möglich darauf. Er würzt das Wasser mit der Instant-Gemüsebrühe und mit Salz, schließt den Deckel und wartet bis das Ventil mit dem 2.Ring sichtbar wird.

  6. In der Zwischenzeit holt er noch eine kleine beschichtete Pfanne heraus, gibt Olivenöl hinein und stellt sie auf den Herd.


  7. Die Melanzane-Scheiben trocknet er mit Hilfe von Küchenkrepp, schneidet sie in Würfel und gibt sie mit den Zucchiniwürfel in die heiße Pfanne. Dort läßt er das Gemüse Farbe annehmen, Zucchini und Melanzane bekommen dadurch erst einen guten Geschmack. Er würzt das Gemüse auch mit Salz und Pfeffer.

  8. Das Ventil ist schon oben und er lässt den Topf für 5 Minuten unter Druck. Bei Gas kann man nach der Hälfte der Zeit schon abschalten, bei Ceranfeld schon nach 1 Minute. Die Restwärme hält das Ventil leicht die restliche Zeit oben.

  9. Nach den 5 Minuten stellt er den Topf in das Waschbecken und lässt kaltes Wasser über einen Teil des Deckels im dünnen Strahl laufen. Der Topf kühlt sofort soviel ab, dass das Ventil sinkt.


  10. Jetzt kann man den Topf öffnen und das Gemüse unterrühren.

Der Risotto ist wunderschön cremig, das Gemüse nicht verkocht. Wenn man möchte, könnte man einen Teil oder auch den ganzen Peperoncino, den er für die Deko verwendet hat, klein schneiden und mit dem Gemüse braten. Ihm war das nicht geheuer. Wir fangen erst an, die Kids an Schärfe zu gewöhnen. Irgendwann wird es uns dann zu scharf sein, wenn sie kochen:)
Der nächste Risotto wird der von Mestolo sein. Momentan gibt es haufenweise wunderschöne Steinpilze, keine Pfifferlinge. Die müssen für dieses Experiment herhalten. Ich finde den Risotto vom Optischen her sehr interessant und kann mir gut vorstellen, dass Pilze und Blaubeeren gut miteinander harmonieren.

Dienstag, 17. August 2010

Calamari ripieni, gefüllte Tintenfische


Es hat am Fischstand Calamari gegeben, was nicht so oft vorkommt. Norbert und ich sind momentan verwaist. Ich wäre mir auch nicht sicher, ob die Kinder dieses Gericht mögen würden?? Für uns die richtige Gelegenheit etwas zu kochen, was wir lange schon nicht mehr gegessen haben.
Mit diesem Tintenfisch habe ich schon den dritten auf meiner Seite. Es wäre schwer zu leugnen, dass uns Tintenfisch schmeckt. Tintenfische gibt es viele, von ganz klein, die Moscardini, bis zum großen, dem Polypen.

Dieser heute ist ein wenig anderes gebaut und bedarf einer speziellen Vorbereitung. Wir, d.h. ich beim Putzen und Norbert beim Fotografieren, haben uns bemüht alles Wichtige festzuhalten.



Auf diesem Foto sieht man zwei Exemplare, einer mit den langen Fangarmen, dem anderen haben sie diese schon abgeschnitten. Gleich ober den Armen sieht man die zwei großen Augen, hinten den langen Körper. Der hintere liegt mit dem "Bauch" nach oben, der andere zeigt uns seine kalte Schulter. Ich erkenne das an der Farbe, vorne ist er dunkler als hinten.



Ich ziehe als erstes den Kopf aus dem Körper heraus, das geht ganz leicht. Ich schneide mit einem scharfen Messer die Arme ab und drücke den spitzen Teil vom Schnabel in der Mitte heraus. Den Kopf bewahre ich auf. Mit einem langen Löffel putze ich den Körper vollständig aus.


Auf der vorderen Seite steckt ein eigenartiges Schwert, das seinem Körper halt gibt, welches er aber nicht mehr braucht und ich auch nicht. Ich ziehe es einfach heraus. Es sieht fast wie ein Eiszapfen aus, fühlt sich aber wie Plastik an. Jetzt muss ich ihn noch enthäuten. Ich löse mit dem Fingernagel die Haut ganz leicht an der Öffnung, fasse sie und ziehe sie ab.

Ich wasche die Calamari gründlich und beginne mit der Fülle und der Sauce.

Dazu benötige ich folgende Zutaten:

  • 160 g Thunfisch aus der Dose mit Olivenöl (man kann auch anderes frisches Fischfleisch verwenden und dazu noch 2 EL Olivenöl)
  • die Tentakel vom Tintenfisch
  • 3 EL Brotbrösel
  • 3 TL Kapern, in Essig gelegt
  • etwas Zitronenabrieb einer Bio-Zitrone
  • Petersilie, gehackt
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Sauce:

  • die Köpfe vom Tintenfisch, ohne den Innereien, welche daranhängen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 reife Tomaten
  • 1/8 l Weißwein
  • Petersilie, gehackt
  • Salz
  • Pfeffer

Ich wasche die Arme und schneide sie in kleine Stückchen. Ich erwärme Ölivenöl in einer kleinen Pfanne, gebe die Stücke dazu und lasse sie höchstens 10 Minuten kochen.

Ich mische den Thunfisch mit den Brotbröseln, den gedünsteten Tentakeln, den Kapern, der Petersilie, dem Zitronenabrieb, dem Salz und dem Pfeffer solange bis es eine geschmeidige Masse wird.

Für die Sauce schäle ich die Tomaten, entkerne sie, schneide sie in Würfel dünste sie im gebrauchten Töpfchen, das schon auf dem Herd steht, mit den Tintenfischköpfen, in etwas Olivenöl an.

Ich gieße den Weißwein auf, lasse diesen ein wenig verdampfen und gieße danach noch ein wenig Wasser dazu. Ohne Deckel lasse ich die Sauce leicht kochen, muss natürlich noch salzen und pfeffern.



Die Thunfischmasse fülle ich jetzt mit einem langen Löffel in die Bäuche der Calamari und schließe diese mit einem Schaschlikspieß.


Ich erhitze die beschichtete Grillpfanne, pinsle sie mit Olivenöl ein und grille die Tintenfische in unterschiedlicher Zeit. Der kleinere ist in 10 Minuten fertig, der größere braucht noch 5 Minuten länger. Man sieht am Besten am Rand von der Öffnung, ob er durch ist oder nicht. Wenn der Rand ganz weiß ist, ist er gar. Tintenfische sollten nicht zu lange gebraten werden, denn sie werden dann gerne zäh.


Unsere waren butterweich. Serviert habe ich dazu etwas grünes Gemüse und die Sauce, aus der ich nur die Köpfe entfernt habe. Ein wahrlich fürstliches Essen. Ich hoffe irgendwann einmal, mögen das auch unsere Kids, damit ich nicht wieder solange warten muss um es zu kochen.

Dienstag, 10. August 2010

Tomatensugo, selbstgemacht

Eine Bekannte hatte mir schon seit Jahren vorgeschwärmt, wie gut der selbstgemachte Tomatensugo sei. Ich hatte keinen eigenen Garten, für eventuelle Tomaten und keine Gerätschaft für so ein Unterfangen. Vorallem hatte ich keine Lust!
Voriges Jahr war die Tomaten-Ernte vom eigenen Garten ziemlich gut, aber nicht so gut, dass es sich ausgezahlt hätte, mit so einer Arbeit anzufangen. Also kaufte ich noch Perette dazu. Fälschlicherweise werden bei uns diese Tomaten als Pelati gehandelt. Das sind sie erst, wenn ihnen die Haut abgezogen ist. Früher hat es diese ovalen Tomaten, geschält in Dosen zu kaufen gegeben. Das war der einzige Tomatensugo den man bekam. Auf der Dose stand groß: Pelati, daher der vermeintliche Name.

Also habe ich uns schon voriges Jahr ziemlich mit Tomatensugo eingedeckt und ich muss gestehen, dass wir jetzt total verwöhnt sind und Tomatensugo nur mehr in extremen Notfällen kaufen.


Dieses Jahr habe ich schon mit einem größeren Beet Tomaten angefangen. Sie beginnen zu reifen. Ich habe alle möglichen Sorten gepflanzt. Nur aus meinen Tomaten bekäme ich jedoch nie Sugo für's ganze Jahr heraus. Also habe ich mir gestern frei genommen, mehrere Kisten Bio-Perette gekauft und mich an die Arbeit gemacht.


Ich habe die Tomaten gewaschen und in gröbere Stücke geschnitten. Ich habe zum Glück einen ziemlich großen Topf. Dort habe ich sie aufgefangen und auf den Herd gestellt. Sie müssen sprudelnd mindestens 15 Minuten kochen, damit sie völlig zerkocht sind.
Die Deckel der Flaschen koche ich aus, damit sie steril sind. Zum Herausnehmen verwende ich die Spaghettizange. Das Wasser lasse ich stehen, weil ich nicht weiß, ob ich noch Deckel brauche.

Tomaten haben sehr viel Wasser und dieses siebe ich ab, damit der Sugo nicht zu dünn wird. Ich nehme dafür eine saubere Tetrawindel, lege diese ihn ein Standsieb und schöpfe eine Portion Tomaten ins Sieb, lasse das Wasser etwas ablaufen und fülle sie dann erst in den Trichter meiner Passiermaschine. Diese funktioniert fast wie ein Fleischwolf.
Ich drücke mit einem Stößel die Tomaten ins Gehäuse und drehe gleichzeitig mit der Kurbel.




Wie man auf dem Foto sieht, läuft der Sugo auf der Seite ab und wird aufgefangen, die Schalen und fast alle Kerne werden vorne beim Trichter hinaus gedrückt. Den Abfall treibe ich aber nochmals durch, denn er ist noch nicht ganz ausgepresst. Ich sammle ihn jetzt in einer großen Schüssel und lasse ihn nochmals am Ende, wenn ich schon alle Tomaten passiert habe, durch die Maschine. Man würde nicht glauben was da noch herauskommt.



Der Abfall ist jetzt trocken.
Den Tomatensugo koche ich nochmals kräftig auf und fülle ihn heiß in Flaschen. Ich mache auch kleinere Portionen, damit ich z.B. für ein Ossobucco oder einem Sfincione nicht eine ganze Flasche öffnen muss.



Wenn ich dann alle Flaschen im Keller stehen sehe, freue ich mich und denke mir, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Freitag, 6. August 2010

Lana, ein Dorf im Burggrafenamt

Heute stelle ich euch das Dorf vor, in dem wir leben, arbeiten, lieben und leiden. Lana ist eines der wenigen Dörfer in Südtirol, welches nur einen Namen hat, das heißt, sein Name wurde nicht übersetzt. Lana ist die italienische Bezeichnung für Wolle. Es nochmals ins Italienische zu übersetzen ging nicht.

Die Fotos stammen alle von unserem Junior, da er außer ein bisschen kochen, nicht viel zu tun hat. Das wäre früher nicht möglich gewesen, denn bei diesem Eifer wären meine Eltern arm geworden, wenn man diese Flut an Fotos entwickeln gelassen hätte.

Aber hier ein paar Eindrücke eines 14-jährigen von seinem Heimatdorf:

Es steht momentan alles in Blüte






Schöne Durchgänge und Kirchen



Überall Wasser.....




und verwunschene Wege




Interessante Häuserfassaden...




..und noch ein paar interessante Gesellen, welche Lukas mit seinem Freund Roli am Gardasee in die Linse eingefangen haben, von denen wir gerne gewusst hätten was aus dem einen jedenfalls wird


Aber gekocht haben wir auch!


Beim Mangold-Quiche war der selbst gemachte Blätterteig vom Kühlfach und den Rest haben wir miteinander gebastelt. Es hat diesmal gemeinsam gut geklappt, da er in Zeitnot war. Da ist man halt doch noch froh, wenn eine geübte Hand schnell aushilft.

Hier die Kurzfassung dieses Rezeptes:

  • 1 Blätterteig

  • ca. 500 g Mangold-Stiele (übriggeblieben von den Mangold-Schnecken von Robert, die wirklich sehr gut waren)

  • 100 g Speckstreifen

  • 1 Knoblauchzehe

Für den Guss:

  • 1/8 l Milch

  • 130 g würziger Bergkäse (hier Marienberger)

  • wenig geriebene Muskatnuss

  • Salz

  • 3 Eier

  1. Die Mangold-Stiele haben wir weich gedünstet, dass sie aber noch Biss hatten, mit der feingehackten Knoblauchzehe vermischt und sie dann abkühlen lassen.


  2. Den Blätterteig habe ich ausgerollt und in die eingefettete Form gelegt, die Stiele und die Speckstreifen darauf verteilt und den von Lukas angerührten Guss darüber verteilt.

  3. Den Backofen hat Lukas schon frühzeitig auf 180° Ober und Unterhitze vorgeheizt und er hat die Quiche auf der 3. Ebene eingeschoben.

  4. Nach ca. 40 Minuten war sie fertig und hat vorzüglich geschmeckt.

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