Mittwoch, 28. Juli 2010

Gefüllte Peperoni oder kochende Männer sind attraktiver!


Christina hat es mit ihrem Kommentar zum letzten Post genau getroffen, das was ich mir immer schon gedacht und neulich dann bestätigt bekommen habe. Mir ist die März-Ausgabe des Feinschmeckers unter gekommen. In einem kleinen Bericht werden zwei Studien vorgestellt, die besagen, dass ca. 90 Prozent der Frauen die Kochkünste der Männer attraktiver finden als Geld, Macht und Humor!! An letzter Stelle stehen, wie könnte es anders sein, Beschäftigungen wie Fahrzeugtuning.
Bei meiner Idee, unseren Junior mittags kochen zu lassen, gab es ganz bestimmt nicht diesen Hintergedanken. Die ist schon viel früher entstanden.
Er kocht wie wild und ich komme ihm schon nicht mehr hinterher....
Norbert hat schon gemeint, man könnte meinen wir essen nur 1 x pro Woche. Ich könnte nie alles ins Netz stellen was der produziert!
Neulich hat er gefüllte Peperoni zubereitet.
Wir hatten uns für ein Rezept aus der Zeitschrift "Sale & Pepe" geeinigt und sind es zusammen durchgegangen. Einige Ausdrücke, welche ihm nicht geläufig waren, musste ich ihm übersetzen, dann gab ich halt meine Ratschläge und merkte schon, das ihn das schon irgendwie nervte.
Gekocht hat er dann alleine. Es war keine Rede von Fotos.
Als wir mittags in die Wohnung kamen, waren die Peperoni schon im Backofen und er überraschte mich mit der Aussage, dass er, mit Hilfe des Stativs, alles fotografiert habe. Auf der Frage wie es geklappt hat, kam die prompte aber ehrliche Antwort: "Als du nicht da warst, war es ganz gemütlich."
Hier das empfehlenswerte Rezept für 4 Personen (bei uns nur für 3, da die Große zur Zeit nicht mit uns isst)
  • 2 rote Peperoni
  • 2 gelbe Peperoni (bei uns war es ein grüner. Der gelbe war eindeutig besser. Grüne Peperoni sind und bleiben unreifes Gemüse)
  • 200 g Reis, hier Arborio
  • 400 g reife Tomaten
  • 2 Dotter
  • 80 g Pecorino
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Petersilie (war schon gehackt im Tiefkühlfach)
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Als erstest hat Lukas reichlich Wasser aufgestellt, es gesalzen und dann den Reis 14 Minuten darin gekocht, wie man Nudeln kocht. Nach der Kochzeit hat er das Wasser abgeschüttet und den Reis in einer Schüssel mit 3 Esslöffel Olivenöl und der Petersilie gemischt.
  2. Dann hat er die gelben Peperoni geköpft, den grünen der Länge nach aufgeschnitten, da er diesen nicht stehend in die feuerfeste Form stellen konnte und hat die Kerne entfernt.

  3. Die Tomaten hat er mit dem Tomatenschäler enthäutet und sie dann mit dem Allesschneider, welcher auch ihn fasziniert, kleingeschnitten. Die Hälfte davon hat er in der feuerfesten Form verteilt und mit etwas Wasser, Salz und Pfeffer angerührt. Den Pecorino hat er entrindet und gerieben.
  4. Irgendwann wird ihm dann eingefallen sein den Backofen auf 180° vorzuheizen.
  5. Die Dotter waren das einzige Problem, wegen dem telefonisch angefragt wurde, wie er die vom Eiweiß trenne. Ich habe nicht weiter nachgefragt, drinnen waren sie, das hat man geschmeckt.

  6. Er hat den Reis mit der anderen Hälfte der gehackten Tomaten, dem Pecorino, den Dottern, noch etwas Salz und Pfeffer gemischt und sie in die gesalzenen Peperoni gefüllt.
  7. Dann hat er sie in der feuerfesten Form verteilt, hat noch den geschälten Knoblauch darüber gehobelt und sie, mit einem Deckel darüber, in den Ofen geschoben. Dort sind sie 30 Minuten geblieben.
  8. Nach dieser Zeit hat er den Deckel abgenommen, den Backofengrill eingeschaltet und weitere 10 Minuten die Peperoni Farbe annehmen lassen (aufpassen, es kann auch kürzer sein).

Auch hier wäre es von Vorteil, wenn das Gericht einige Zeit abkühlen könnte, dann muss man nicht so wahnsinnig aufpassen, dass man sich die Zunge verbrennt.

Der Knoblauch war violett, wer weiß warum. Geschmeckt hat er gut, so wie das gesamte Gericht. Ich freue mich über seinen Mut und die Ausdauer, die er hat. Mit dem Alter habe ich mich nicht an so schwierige Gerichte gewagt!

Hier aber noch ein von mir nachgekochtes Gericht, damit der Verdacht, dass ich nichts mehr koche, aus der Welt geräumt wird. Petra hat es ins Netz gestellt, Claus hat es nachgekocht und uns hat es sehr gut geschmeckt: ein wunderbares Sommergericht. Ich habe folgende Zutaten dafür verwendet:

  • 1 Tasse roter Quinoa (nach Packungsanleitung kochen)
  • 2 kleiner gekochter Brokkoli
  • gegrillte, Zucchinischeiben, in Steifen geschnitten
  • 1 kleine Salatgurke
  • 1 Karotte
  • 3 TL Kapern + 3 TL Essig davon
  • 3 frische Tomaten (Perette), in kleine Stücke geschnitten
  • reichlich frischen Thymian
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

  • 100 g Feta-Würfel
  • 1 EL Zucker (weiger Zucker als im Originalen)

Die Überraschung war groß, wie hervorragend gut der karamellisierte Feta zum restlichen Gericht passte. Mein Rat an alle: unbedingt nachkochen!!!

Dienstag, 20. Juli 2010

Aktion "Junior kocht Mittagessen" läuft!


In Italien haben Schüler 3 Monate Schulferien. Ich habe mich nicht vertippt: Monate! Als unsere Generation zur Schule ging, hatten wir noch längere Ferien: von Mitte Juni bis zum 1. Oktober. Zum Teil hat man die Schulkameraden nicht mehr wieder erkannt, weil sie sich so verändert hatten. Es gibt für solch lange Ferien Vorteile und Nachteile. Solange die Kinder klein sind und beide Eltern berufstätig, kann man sich schon alles mögliche einfallen lassen um diese langen Ferien zu überbrücken. Wenn man nicht gerade eine rüstige Oma in der Nähe hat, wird das zum Problem. Kinderbetreuung im Sommer, Kolonie (ein typischer südtiroler Ausdruck für betreute Kinderferien) auf dem Berg und am Meer, Musikwochen, Schwimmkurse, unsere Kinder haben im Laufe der Jahre das ganze Programm durchgemacht.
Der Vorteil kommt erst später, wenn die Kinder alt genug sind und einen Sommerjob annehmen können. Das geht aber erst mit 15 Jahren.

Mit 14 Jahren geht einem die Zeit nicht so leicht herum, der Tag ist lang, der Computer und der Fernseher schreien...

Deshalb haben wir schon vor 3 Jahren mit unserer Großen ein Experiment gewagt und sie den Sommer über kochen lassen. Es gab dafür ein kleines Taschengeld und sie hat sehr viel dazu gelernt.

Jetzt ist unser Junior dran! Er hat sich darauf gefreut, Chef in der Küche zu sein.

Das Wichtigste am Anfang ist, genaue Angaben zu machen, dann kann es auch klappen und das Erfolgs-Erlebnis ist groß. Später kommt das Improvisieren dazu. Das ist wie im Jazz: das Instrument muss man beherrschen, bevor man mit der Improvisation beginnt.

Diesmal gab es Hamburger!


Ich habe ihm mein Rezept ausgedruckt und hingehängt. Ich kam zu früh von der Arbeit (oder er hat spät angefangen:), habe mich aber ins Wohnzimmer gesetzt und gelesen, was mir sehr komisch vorkam.

Norbert hat mit der Kamera alles festgehalten. Die Fotoauswahl habe ich ihn treffen lassen.

Und hier das Rezept für 4 Personen, bei uns waren noch welche übrig, da wir momentan nur zu dritt sind, zwecks Sommerjob:
  • 600 g Kalbsfaschiertes (ich hatte noch Faschiertes vom Vittelone im Gefrierschrank, das ist ein größeres Kalb)
  • 4 Scheiben Toastbrot
  • 1/2 Glas Milch
  • 2 Schalotten
  • 1 roter Peperoni
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • ein paar Salatblätter
  • 6 Sesamsemmeln
  • nach Wunsch Ketchup
  1. Unser Junior ist sehr genau nach Rezept vorgegangen und hat als erstes das Toastbrot in der Milch eingeweicht, dann hat er die Salatblätter gewaschen.
  2. 1 Schalotte hat er dann geschält und fein gehackt. Da war ich gerade in der Küche und habe gestaunt, weil er das sehr geschickt ausgeführt hat.
  3. Er hat eine beschichtete Pfanne, bei mittlerer Flamme, auf den Herd gestellt und hat wenig Olivenöl hineingegeben. Er hat mich gefragt, welche Pfanne er verwenden solle und weil er weiß, dass ich bei Fleisch immer die Stahlpfanne verwende, wollte er wissen warum ich bei den Fleischkrapflen die beschichtete nehme. Ich habe ihm dann erklärt, dass durch das Brot die Fleischkrapflen eher ankleben würden. Außerdem ist Faschiertes nicht ein Stück Fleisch, das bei großer Hitze sofort die Poren schließen muss. Man muss sie eher langsam braten, damit sie bis zum Kern durch sind. Beschichtete Pfannen macht man sich hauptsächlich durch zu starker Hitze kaputt. Logisch muss man einem Junior-Küchenchef auch erklären, dass in einer beschichteten Pfanne nichts aus Metall verloren hat: kein Messer, Gabel, Schere, L..Löffel, sonst ist sie auch gegangen.


  4. Danach hat er das Faschierte, die Zwiebel, das ausgedrückte Toastbrot, Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermischt, hat sofort 7 Fleischkrapflen geformt und sie in die Pfanne gegeben. Man kann jedes ein bisschen größer machen, dann kommt man auf 6 Stück. Er hat die Fleischkrapflen, bei nicht zu starker Hitze, von beiden Seiten gebraten.


  5. Er hat den Peperoni gewaschen, geputzt und in Steifen geschnitten. In einem kleinen Topf hat er Olivenöl erwärmt, die Peperonistreifen darin angeröstet und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
  6. Dann hat er die zweite Schalotte geschält und in die Pfanne zu den Fleischkrapflen gehobelt, kurz mitgedünstet und die Pfanne vom Herd genommen.










  7. Die Semmeln hat er geteilt, mit den Salatblättern belegt. Darauf folgt je ein Fleischkrapfl und zum Schluss mit Peperonistreifen und Zwiebelringen abschließen. Die Deckel der Semmeln werden wieder daraufgesetzt und natürlich wird dieses Gericht mit den Händen gegessen.


Wie schon angeführt, kann sich jeder noch Ketchup in den Hamburger geben. Servietten liegen bereit, falls man, nach dem Male fettige Hände hat.
Unser junger Küchenchef war sichtlich stolz, dass es ihm so gut gelungen ist. Wo er am Montag, nachdem er mich 5 mal bei der Arbeit angerufen hat, um Informationen einzuholen (es gab Pasta:) der Meinung war, er sei als Koch unfähig.
Es soll kein Meisterkoch aus ihm werden, aber wenigstens die Grundbegriffe soll er lernen und vielleicht werde ich dann auch einmal so stolz sein wie Claus mit seinem Frederik.

Montag, 12. Juli 2010

Kleines Fest zum 100sten Post


So, da bin ich wieder und erfreue euch, wie ich hoffe, mit meinen Beiträgen. Urlaub ist vorbei und wir hoffen wieder lange davon zu zehren. Wir sind nicht wie ursprünglich geplant in die Normandie gefahren, da wir einfach Wärme brauchten. Es war bei uns bis Mitte Juni für unsere Verhältnisse kalt. Wir mussten uns die Füße wärmen. Im Urlaub sind wir Nomaden und da kann man das machen. 5 Tage vor der Abreise haben wir die Fähre nach Korsika gebucht. Diese Insel hat sehr viele Highlights. Hohe Berge, direkt am Meer, wunderschöne Flüsse, in denen man baden kann und vieles mehr. Es gibt leider keinen Bericht über kulinarische Höhepunkte. Ich wollte meine Familie nicht auch noch im Urlaub mit dem Fotografieren der Speisen stressen.
Aber dafür haben wir es schon geschafft meinen 100sten Post zu feiern.



Zuerst gibt es Blumen, so wie es sich gehört.


Ein Veneziano, das Modegetränk, und ein paar Häppchen dürfen auch nicht fehlen. Veneziano besteht aus Prosecco oder Sekt, Aperol, viel Eis, wenn nicht soviel Eis vorhanden ist, dann gekühltes Mineralwasser mit Kohlensäure, und einer Orangenscheibe, welche man bevor man das Gesöff trinkt in das Glas gibt.


Danach haben wir gegrillt. Ich habe mehrere Spieße vorbereitet. Zwei davon stelle ich euch vor: einmal einen Fleisch-Mortadella-Spieß und einmal einen vegetarischen Spieß.

Für den Fleisch-Spieß benötigt man für 4 Personen:
  • 400 g Spitzrose vom Rind, in einer Scheibe

  • 1 kleine Mortadella (Von der kleinen kann ich soviele Würfel schneiden wie ich brauche und später langsam verbrauchen. Sie hält sich länger. Wenn ich eine dicke Scheibe von der großen Mortadella nehme, wird das ein halbes Kilo, das ist mir zuviel.)

  • 3 mittlere Zucchini

  • Lorbeerblätter

  • Salz

Für die vegetarischen Spieße braucht man für 4 Personen:

  • 250 g kleine Tomaten, hier Datterini

  • 100 g Kirsch-Mozzarella

  • 1 grüner Peperoni

  • 4 dicke Scheiben Ciabatta

  • Olivenöl

  • Salz
  1. Für die Fleischspieße schneide ich Fleisch, Mortadella und Zucchini in Würfel und ziehe alles abwechselnd mit den Lorbeerblättern auf die Spieße.

  2. Für die vegetarischen Spieße teile ich die Datterini und höhle die Hälften aus, salze sie und füllt jede mit der Hälfte einer Kirsch-Mozzarella.

  3. Das Brot und der geputzte Peperoni werden in Würfel geschnitten und ebenfalls auf Spieße aufgezogen.


  4. Beide Spieße werden dann nicht zu lange auf dem Grill gebraten, wobei man den vegetarischen Spieß nicht wenden kann, sonst klebt der Mozzarella am Grill fest und es kommt zu eine fadigen Angelegenheit.

  5. Auf den Fleischspieß kann man noch etwas Balsamico-Essig träufeln, auf den Vegispieß unbedingt gutes Olivenöl.

Und heute noch schnell etwas zu meinen Blüten, welche ich im Garten gesät habe.
Ich zupfe die Blüten ab, trockne sie, bewahre sie separat auf und mische sie mit anderen Blättern (Minze, Lindenblüten...) das ganze Jahr über zu unterschiedlichen Tees, den wir jeden Morgen trinken.

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