Donnerstag, 25. Februar 2010

Speckknödel zu Wasser und zu Land - Canederli allo Speck


Wir beginnen heute ganz am Anfang. Nicht gerade bei Adam und Eva, aber am Anfang des Knödels und da wären wir beim Speck. Es gibt den Speck mit einem dicken fleischig-roten Teil und etwas Fett und es gibt den Bauchspeck. Uns schmeckt der Bauchspeck am Besten.


Er ist oft so schmal wie das Aufschneidbrett, wie hier. Speck sollte hart sein, auf keinem Fall butterweich. Zum Speck-Essen gibt es natürlich auch Anleitungen. Die Schwarte und die Schimmelschicht wird weg geschnitten und dann wird mit einem scharfen Messer, mit glatter Klinge dünne Scheiben Speck herunter geschnitten. Bei einem Messer mit Wellenschliff, wie es häufig in den Törgelekellern bei uns zu sehen ist, stehen mir die Haare auf.

Auch für den Speckknödel wird normalerweise Bauchspeck genommen, damit ein bisschen "Fettn" im Knödel ist, sagt der Bauer.

Knödel machen ist so eine Geschichte. Man muss ein Gefühl in den Händen bekommen um das richtige Verhältnis zwischen Brot und Milch zu erreichen.

Vor einigen Jahren, die Kinder waren noch klein, grassierte in der Schule, kurz vor den Ferien der Mumps. Wir hatten die Fähre nach Griechenland gebucht. Wir sind dann, trotz aller Bedenken in den Urlaub gefahren, da es genauso hätte sein können, dass die Kinder nicht angesteckt waren.

Am untersten Zipfel der Mani, auf einem Campingplatz, im Zelt, hat unser Tochter Mumps bekommen. Ihr könnt euch vorstellen, wie wir erschrocken sind. Sie und abwechselnd einer von uns Erwachsenen hat eine ganze Woche nur am Zelt verbracht, um nichts zu riskieren. Man hat sie natürlich verwöhnt, damit auch für sie der Urlaub angenehm war und so habe ich sie gefragt was sie am Liebsten essen würde. "Knödel mit Suppe" war die Antwort und das im Hochsommer. Wir haben dann zusammen gekocht und Knödel zu Wasser und zu Land gegessen, in Griechenland.

Der Knödel zu Wasser ist der Knödel in der Suppe, als Vorspeise, und zu Land mit Salat, als Hauptspeise.

Meine Knödel unterscheiden sich deshalb von den üblichen, da ich nur ein Ei in den Knödelteig gebe und kein Mehl. Die Knödel werden nur gedämpft, nicht gekocht.

Zutaten für 12 Knödel:
  • 500 g Knödelbrot, oder altbackenes Weißbrot in kleine Würfel geschnitten

  • ca. 400 ml Milch

  • 150 g geräucherter Bauchspeck

  • 1/2 Zwiebel

  • 1 Ei

  • Butter

  • Salz

  • 5 EL gehackte glatte Petersilie
  1. Ich schneide vom Speck die Schwarte und den gesalzenen, schimmeligen Teil weg und schneide ihn in kleine Würfelchen.

  2. Die Zwiebel wird auch fein gehackt und in der Butter an gedünstet, damit sie weich wird.



  3. Ich gebe das Knödelbrot in eine große Schüssel und füge alle anderen Zutaten dazu: Speck, Zwiebel, Petersilie, das Ei und etwas Salz.

  4. Die Milch wärme ich und schütte den größten Teil über das Brot. Jetzt wird alles schön vermischt, dann decke ich die Schüssel mit einem Silikondeckel ab. Das Brot muss jetzt aufweichen, das kann im Notfall auch eine halbe Stunde sein, länger wäre besser, aber kann auch der ganze Vormittag sein.

  5. Nach dieser Zeit beginne ich den Teig richtig zu kneten, wie Brotteig. Wenn er mir zu trocken vorkommt, gebe ich noch die restliche Milch dazu, was meistens der Fall ist, sonst nicht.

  6. Ich gebe in eine flache Pfanne ungefähr 300 ml Wasser und darüber einen Dampfeinsatz, wie hier bei den Nocken.

  7. Ich forme schöne Knödel, indem ich mir unter fließendem Wasser immer wieder die Hände nass mache und verteile sie auf dem Einsatz.

  8. Die Knödel werden ungefähr 10 Minuten gedämpft, werden schön locker und zerfallen nie, wie die im Wasser gekochten.
    Einmal essen wir sie dann mit Suppe und dann mit einem reichhaltigen gemischten Salat.

Falls ihr Knödel übrig habt macht es wie Petra, und röstet sie in Scheiben geschnitten.

Eine schöne Variante zum Speckknödel ist der Rohnenknödel. Hier das Rezept:
Rohnenknödel für 4 Personen:
  • 300 g Knödelbrot
  • 300 g gekochte Rote Rohnen

  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Ei

  • Butter

  • Salz


Für die Rohnenknödel mixt man die geschälten Rohnen mit dem Ei ganz fein auf. Danach ist der Arbeits-Ablauf der selbe, wie bei den Speckknödel. Dazu serviere ich eine Sahnesauce:
  • 25 g Butter

  • 200 ml Sahne

  • 50 g Parmesankäse, gerieben

  • Pfeffer

  • Salz
Die Butter schmelzen, Sahne dazugießen, aufkochen lassen und unter leichtem Köcheln den Parmesankäse darin schmelzen lassen, etwas salzen und pfeffern.

 


Oder ich mache wenig Bechamellesauce und lasse Gorgonzola darin schmelzen.
Der Lauch schmeckt hervorragend dazu. Ich dünste ihn, fein geschnitten, in wenig Olivenöl, würze mit Salz und Pfeffer.


E oggi anche per i miei amici italiani la vera ricetta dei canederli sudtirolesi:


Canederli dell’Alto Adige
Ingredienti per 12 canederli:

  • 500 g di pane bianco raffermo tagliato a cubetti

  • 400 ml ca. di latte tiepido

  • 150 g di speck sudtirolese crudo e affumicato

  • ½ cipolla

  • 1 uovo

  • 15 g burro

  • 5 cucchiai di prezzemolo tritato finemente

  • sale q.b.


  1. Tagliate lo speck in minuscoli dadini.

  2. Tritate la cipolla e fatela soffriggere nel burro.

  3. Raccogliete il pane in una ciotola grande e aggiungete lo speck, la cipolla, il prezzemolo, l’uovo, un po’ di sale e una buona parte del latte.

  4. Amalgamate con le mani tutti gli ingredienti proprio bene, coprite con la pellicola e lasciate in ammollo almeno per ½ ora, può esser anche tutta la mattina.

  5. È importante che dopo l’ammollo l’impasto venga lavorato con le mani per bene. Se vi sembra troppo asciutto, aggiungete del latte, finché la pasta diventa bella morbida.

  6. Mettete in una padella o in un tegame poca acqua e sopra un cestino per cottura a vapore.
    Formate i canederli, bagnando ogni tanto le mani con acqua fredda e sistemateli nel cestino.

  7. Cuoceteli a vapore per 10 minuti.

I canederli si mangiano con brodo di carne come Primo, come Secondo con spezzatino, finferli o anche solo con una bella insalata mista.

Nella foto sopra si vede un canederlo alla barbabietola e fatto con:
  • 300 g di pane raffermo tagliato a cubetti

  • 300 g di barbabietole cotte e sbucciate

  • 1 uovo

  • ½ cipolla

  • sale q. b.

Frullate le barbabietole con l’uovo e preparate l’impasto come sopra, e procedete come sopra.

Per la salsa ho preso 15 g di burro, 100 ml di panna fresca, li ho portati ad ebollizione e ho aggiunto 30 g di parmigiano grattugiato. In alternativa si può preparare un po’ besciamella con del gorgonzola sciolto dentro.
Il porro l’ho tagliato a rondelle e l’ho soffritto in un filo d’olio extravergine d’oliva con del sale e un po’ di pepe.

Sonntag, 21. Februar 2010

Rindsrouladen auf italienisch - involtini di manzo

Ich bin ja nicht so der Fleisch-Typ. Aber schon für meine Familie koche ich einmal in der Woche Fleisch. Dann eher etwas kleines feines, wie das Rezept hier mit Rindfleisch. Zu Feiertagen gibt es dann die großen Stücke, wenn wir zu vielen sind, um sie auf zu essen. Wie ihr schon bemerkt habt, bin ich ein Schnellkochtopf-Fan. Im Film "Frühstück bei Tiffany" explodiert Holly (gespielt von der traumhaften Audrey Hepburn) ein Schnellkochtopf und der Reis klebt an allen Wänden. Darauf hin hätte ich mir nie einen anschaffen dürfen. Aber da Kochen mit dem Schnellkochtopf bei unseren beiden Familien total Tradition ist, habe ich mich überwunden... Nein, jetzt ehrlich: ich habe nie großen Respekt vor diesem Topf gehabt. Das ist wie bei einem anderen Gerät. Wenn ich nicht richtig mit dem Haarföhn umgehe, kann ich mir auch die Haare verbrennen. Aber am Föhn zweifelt niemand.

Der Schnellkochtopf ist das ideale Gerät für jemanden wie mich. Ich komme spät von der Arbeit und möchte noch soooo viele gute Dinge kochen. Da kannst du Rindsrouladen vergessen. Mit dem Supertopf reduziere ich die Kochzeiten um 70%. Das stimmt und ist nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

O.k. ich koche jetzt Rindsrouladen mit dem Schnellkochtopf, danach ohne. Voraus zu schicken ist, dass ich regelmäßig später nach Hause komme, als ich möchte ca. um 12.30 Uhr.

Für die Rouladen brauche ich:
  • 4 große Rindsschnitzel oder 8 kleine

  • 8 Scheiben Bauchspeck

  • 8 TL Kapern, in Essig eingelegt

  • 1 Karotte

  • Salz

  • Pfeffer, frisch gemahlen

  • 30 g Butter

  • 2 TL Mehl

  • Öl
  1. Ich nehme die Rindschnitzel und klopfe sie flach. Idealerweise mit so einem Gerät, welches Patscher genannt wird, sonst mit einem einfachen Fleischklopfer (aber mit dem sachte umgehen, es soll nicht Faschiertes werden). Wenn es große Schnitzel sind, teile ich sie und würze sie innen und außen mit Salz und Pfeffer. Normalerweise salze ich Fleisch immer nach dem Braten, weil es sonst Wasser ziehen würde. Beim Braten würde es fürchterlich spritzen und das Fleisch soll seinen Saft ja behalten, sonst wird es trocken. Aber hier komme ich nachher nicht mehr dran.

  2. Die Karotte schäle ich und schneide sie in feine Streifen.

  3. Die Karottenstreifen und je ein Teelöffelchen Kapern pro Schnitzel verteile ich auf dem Fleisch und wickle Rouladen.

  4. Ich hab's von Robert ab geschaut und wickle Speckstreifen um das Fleisch. Das hält sie gut zusammen (ich hätte mir diese kleinen Zangen auf dem Bild sparen können) und gibt dem Gericht einen guten Geschmack.


  5. Ich erhitze den Schnellkochtopf und gebe dann erst Öl hinein, verteile es mit dem Silikonpinsel und brate die Rouladen bei mittlerer Hitze rundum an.

  6. Ich nehme das Fleisch heraus, schmelze die Butter im Topf , rühre das Mehl unter die Butter und lasse es bräunen. Dann gieße ich mit Wasser auf und rühre kräftig mit einem Schneebesen, dass keine Klumpen bleiben. Wer einen Saucenfond hat, verwendet natürlich den. Die Sauce muss so dick oder dünn sein wie ihr sie essen wollt. Sie verändert sich im Laufe der Kochzeit nicht mehr, da der Deckel immer geschlossen bleibt. Mit dem nachträgliche Eindicken mit einem so genannten "Teigl" kann ich nichts anfangen. Es verändert Geschmack und Aussehen der Sauce nur auf negative Weise.

  7. Jetzt nur mehr salzen und pfeffern und die Rouladen wieder in die Sauce legen.

  8. Schnellkochtopf schließen und warten bis der 2 Ring des Ventils sichtbar wird. Ab dem Moment 10 Minuten unter Druck lassen.

  9. Nach dieser Zeit stelle ich den Topf ins Waschbecken, lasse kaltes Wasser über 1/4 vom Deckel fließen, das Ventil geht sofort herunter und ich kann den Deckel öffnen. Fertig ist mein Hauptgericht. Wir essen zur gewohnten Zeit, die hungrige Meute konnte bezähmt werden.

Wenn ich sie ohne Schnellkochtopf koche, mache ich alles ganz gleich, nur muss ich sie mindestens 1 Stunde schmoren lassen, die hungrigen Kinder werden unausstehlich und wir essen viiiel zu spät. Die Folge wäre: ich koche nie mehr Rindsrouladen.

Dazu hat es Ofenkartoffeln (war in Norbert's Aufgaben-Bereich) mit frischem Rosmarin fein gehackt und erst ganz zum Schluss darübergestreut, gegeben und gedämpften Romanesco, nur gesalzen und gepfeffert mit einem Strahl Olivenöl darüber.

Und ab heute gibt es einen eigenen Hinweis, ob ein Gericht mit dem Schnellkochtopf gekocht wurde, damit ihr wenn's mal schnell gehen soll, auf diese zurückgreifen könnt.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Florenz im Februar - Spaghetti nach Männer Art

Wir mussten nach Florenz, das heißt der weibliche Teil dieser Familie, schon früh morgens mit dem Zug. Über dem Apennin lag eine dichte Nebeldecke und wir waren froh im Zug zu sitzen. Gegen Mittag kamen wir dann in dieser wunderschönen Stadt an. Ganz gleich was man zu tun hat, in die Altstadt muss man pilgern, weil diese einem magnetisch anzieht. Mittlerweile kenne ich mich in Florenz recht gut aus.

Die großen Touristen-Massen sind im Februar nicht anzutreffen. Das macht die Stadt in dieser Jahreszeit sympathisch.

Beim Dom vorbei, auf den Piazza della Signoria und dort stehen wir vor dem Palazzo Vecchio, mit seinem herrlichem Eingangsportal.



Unsere Große kann sich noch erinnern: vor ein paar Jahren waren wir das letzte Mal hier, allerdings im Sommer. Durch diese Gässchen schlendern ist ein Genuss. Die Sonne kommt raus, wir sind zu warm angezogen. Dann um die Ecke herum zum Ponte Vecchio.


Auf dem Ponte Vecchio geht es trotzdem zu wie im Bienenstock, aber bei Weitem nicht so wie in der warmen Jahreszeit. Straßenhändler wollen einem Allesmögliche verkaufen und trotzdem ist und bleibt diese alte Brücke immer das Ziel, wenn wir in Florenz sind.


Mittags essen wir eine einfache Pasta mit Oliven und Kapern, nicht einmal sehr teuer und nach dem Essen einen Macchiato, das ist mein Dessert. Um Mitternacht sind wir wieder zu Hause.
Die Männer in unserer Familie kochen sich Mittags was Schönes und Gutes. Unser Junior darf sich einen Freund einladen, Norbert kocht, der Junior hilft.


Er kocht so gut, dass er es ein paar Tage später nachkochen muss: Spaghetti mit wenigen Zutaten, aber außerordentlich!!

Spaghetti mit gedünstetem Zwiebel, pikant

Zutaten für 3 Personen:
  • 300 g Spaghetti
  • 400 g weißen Zwiebel oder Cipolotti (Frühlingszwiebeln)
  • 200 g Kirschtomaten
  • 100 g Butter (die Menge stimmt!)
  • 100 g Parmesankäse, gerieben
  • ein paar Basilikumblätter
  • Peperoncino, gemahlen
  • Salz
  • frischen Pfeffer
  1. Von den Kirschtomaten den Stielansatz entfernen und schälen, dann vierteln.
  2. Zwiebel in Ringe schneiden und in der Butter langsam in 20 Minuten weich dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. In der Zwischenzeit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen, salzen und die Spaghetti al dente kochen.

  4. Bei Halbzeit die Tomaten zum Zwiebel geben und mitdünsten.
  5. Danach nur noch den Käse dazugeben und unterrühren.
  6. Spaghetti unter den Sugo mischen, mit den Basilikumblättern dekorieren.

Bei uns würzt sich dann jeder seine Pasta mit der Peperoncinomühle selbst, wie er es mag. Der Freund vom Junior schwärmt heute noch von den Kochkünsten Norbert's und ich bin stolz auf die Männer, dass es auch was Gescheites gibt, wenn ich nicht zu Hause bin.
Ach ja, bei uns wird nur mit Butter gekocht, gebacken, abgeschmolzen usw. Wir haben alle keinen zu hohen Cholesterinspiegel, interessanterweise!

Mittwoch, 10. Februar 2010

Pasta Fagioli im Warmen

Heute ist Unsinniger Donnerstag und das Wetter spielt wirklich verrückt. Schon gestern und die ganze Nacht hatten wir einen kalten Wind. An allen Läden hat er gerüttelt und wenn man nicht musste, ist man erst gar nicht hinaus. Im Norden schneit es wie verrückt, aber bei uns ist noch keine Flocke gefallen. Schnee kommt bei uns nur vom Süden. Das Schneegestöber sehen wir schon, es hängt in der Gebirgsgruppe nördlich von Meran, in der Texelgruppe. Aber das ist eben unsere Barriere, darüber hinaus kommt es nicht. Deshalb haben wir im Burggrafenamt auch ein so mildes Klima und es wachsen sehr exotische Bäume, wie Palmen, Olivenbäume und Zitronenbäume, die im Winter an geschützten Stellen auch draußen bleiben können. Anscheinend sollen wir 300 Sonnentage im Jahr haben, ich habe sie noch nie gezählt. Es kann allerdings schon vorkommen, dass es ein ganzes Monat keinen Niederschlag gibt, manchmal auch länger. Wenn's bei uns mal 2 Tage regnet, werden sie Menschen schon depressiv.
Gestern Abend habe ich dann diese wärmende Suppe, fast eher ein Eintopf, gekocht um alle bei Laune zu halten und die, die draußen waren aufzuwärmen.
Ich habe schon nachmittags ungefähr 250 g Borlotti-Bohnen in Wasser eingeweicht und ein paar Stunden stehen lassen.
Abends habe ich das Einweichwasser weg geschüttet und die Bohnen in den Schnellkochtopf gegeben. Ich habe ca. 1 1/2 l Wasser in den Topf geschüttet, nicht gesalzen und mit dem Deckel verschlossen. Jetzt wird der Topf solange erhitzt, bis der erste Ring vom Schnellkochtopf sichtbar wird und ich darf während dem Kochen auch nur diesen Ring sehen und muss dementsprechend die Hitze regulieren. Ich habe den Topf 20 Minuten unter Druck gelassen. Wenn ich salzen würde, verschließt sich die Schale der Bohnen und ich krieg sie nie richtig weich.
Ich habe dann den Topf vom Herd genommen und gewartet bis das Ventil von alleine herunter gegangen ist. Wenn ich schnell abdampfen würde, platzen die Schalen der Bohnen und ich habe gleich schon Mus.
Jetzt habe ich den Rest der Zutaten in Würfel geschnitten bzw. sie klein gehackt: den Speck, die geschälte Karotte, die gewaschene Selleriestange und die Zwiebel.
Ich hab ein wenig Olivenöl in einem anderen Topf erhitzt und dieses Gemüse-Allerlei angedünstet , dann vom Herd genommen. Mit einer Flotten-Lotte habe ich die Hälfte der Bohnen in den Topf passiert, danach den Rest mit der Flüssigkeit zum Gemüse geschüttet und alles verrührt. Es sollte eine cremige Suppe werden.
Jetzt habe ich mit Salz und Pfeffer gewürzt und die Suppe solange gekocht bis das Gemüse weich war.
Inzwischen stellte ich Wasser auf und sobald es kochte, habe ich es gesalzen und drei Hände voll Nudeln "al dente"gekocht, meistens Ditali, die heißen so, weil sie wie in Stücke geschnittene Finger aussehen!?
Die Nudeln werden abgeschüttet und kurz mit kaltem Wasser übergossen, damit sie nicht kleben bleiben.
In die fertige Suppe kommt noch fein gehackte Petersilie und wer mag eine feingehackte Knoblauchzehe (bei uns immer).
Bestes Olivenöl hat sich noch jeder selbst über seine Portion geträufelt, grad so wie er mag. Die Nudeln stelle ich immer in einer Schüssel auf den Tisch. Original werden sie in der Suppe gekocht, aber wenn dann welche übrig bleibt, will die niemand mehr essen, ihr könnt euch vorstellen warum: Pampe!
Es gab noch ein Stück selbstgebackenes, dunkles Brot dazu. Was will man mehr??

Sonntag, 7. Februar 2010

Die A. meiner Mutter


Zum Glück ist es nicht die Asche meiner Mutter, sondern die Apfelstrudel. Da wir als Kinder ein ganzer Haufen waren, zu siebt, hat meine Mutter immer zwei Strudel produziert, damit es auch für alle gereicht hat. Bei uns "Mädels" gibt es ebenfalls immer zwei, obwohl wir alle nicht so viele Kinder haben. Das Rezept ist ein Familien-Erbstück.

In Südtirol wird häufig der Apfelstrudel mit Mürbteig gemacht. Er hält sich länger gut. Ziehteig und Blätterteig muss man fast am selben Tag verspeisen, damit er noch schön krachend ist, wie der von Claudio. Wenn man zwei Strudel macht, hat man ein paar Tage was davon.

Ein bisschen Fingerspitzen-Gefühl verlangt das Ganze, ist aber bestimmt nicht unmöglich zu bewältigen.

Rezept für 2 Apfelstrudel mit Mürbteig:
  • 400 g Mehl

  • 200 g Butter

  • 160 g Zucker

  • 1 Ei

  • 1/2 Päckchen Backpulver

  • abgeriebene Schale einer halben Zitrone

  • etwas Vanille

  • 1 Prise Salz

Für die Fülle:

  • 6-8 Äpfel, je nach Größe

  • abgeriebene Schale der anderen Zitronenhälfte

  • 1 Handvoll Walnüsse, grob gehackt

  • 1 Handvoll Sultaninen

  • 150 g geröstete Brotbrösel

  • 125 g Butter

  • 50 g Zucker

  • 1TL Zimt
  1. Die Brotbrösel röste ich als erstes, in den 125 g Butter, da sie sonst nicht abkühlen würden, bis ich sie brauche. Stellt euch einmal die warmen Brösel auf dem Butterteig vor. Hatte ich schon und habe den Strudel nicht mehr auf's Blech derwurschtelt, eine Katastrophe!

  2. Danach knete ich aus den Zutaten für den Teig einen solchen zusammen. Falls er nicht schön geschmeidig werden will, schütte ich ganz wenig Milch dazu und versuche, ob es mir dann gelingt. Wenn ja, dann wickle ich den Teig in Klarsichtfolie und lasse ihn im Kühlschrank 1 Stunde abkühlen. Ich kann ihn dann besser verarbeiten, da er fester wird.

  3. Während dieser Zeit schäle ich die Äpfel, schneide den Stielansatz heraus und schneide sie mit einer feinen Hobel in feine Blätter, indem ich den Apfel am Kernhaus halten kann, ohne dem Messer gefährlich nahe zu kommen. Ich fange die Apfelscheiben in einer Schüssel auf.

  4. Ich reibe die Zitronenschale zu den Apfelscheiben und mische sie unter.

  5. Ich heize den Backofen auf 180° Ober und Unterhitze vor und fette das Backblech ein. Ich verwende bewusst kein Backpapier. Fragt mich nicht warum, es geht einfach besser so.

  6. Jetzt hole ich den Teig aus dem Kühlschrank, nehme vorläufig nur die Hälfte.

  7. Ich breite ein sauberes Geschirrtuch aus und streue Mehl darauf. Den etwas harten Teig knete ich kurz, damit ich ihn besser ausrollen kann, dann rolle ich ihn aus. Ich mehle den Teig immer wieder ein und drehe ihn immer wieder um, damit er schön dünn wird und nirgends kleben bleibt. Neulich musste ich mein altes Nudelholz leider mit einem neuen austauschen. Es hat mir fast leid getan. Das Holz hat mir über 2 Jahrzehnte treu gedient und ich habe es dann im Ofen verfeuert. Ich schwöre, dass ich immer nur Teig damit bearbeitet habe und nie für irgendetwas anderem benutzt worden ist!


  8. Wenn der Teig schön dünn ist, streue ich die Hälfte der Apfelscheiben über den Teig, verteile Nüsse und Sultaninen darüber und erst zum Schluss kommt der Zucker, den ich mit dem Zimt gemischt habe, aber auch nur die Hälfte der angegebenen Menge. Wenn ich den Zucker schon vorher mit den Äpfeln mische, habe ich danach immer zuviel Fruchtsaft, der mir den Teig aufweicht, bis er in den Ofen kommt und der Strudel läuft beim Backen auseinander und wird flach.


  9. Jetzt nehme ich die zwei Zipfel des Geschirrtuches, welche weiter weg von mir sind und rolle mit Hilfe des Tuches den Strudel zu mir hin auf. Ich fasse das Tuch bei allen vier Ecken und hieve den Teig auf das Backblech. Dort drücke ich die Enden noch zusammen. So das wäre der erste Strudel. Jetzt kommt der zweite dran. In den zweiten darf ich keine Sultaninen geben, die werden vom Nachwuchs nicht geschätzt, was ich überhaupt nicht verstehe. Aber was soll's.


  10. Wenn beide Strudel auf dem Blech sind, pinsle ich sie noch mit Milch ein. Dadurch bekommen sie eine schöne Farbe und mir kommt vor, sie hält die Strudel auch etwas zusammen, damit sie mir nicht flach werden.


  11. Ich schiebe die Strudel in der 2. Ebene des Backofens ein und backe sie zwischen 50 und 60 Minuten. Sobald sie eine schöne Farbe haben, kommen sie raus und müssen abkühlen.
Das erste Stück wird schon lauwarm verputzt, mit oder ohne Schlagsahne ist egal. Ihr könnt mir glauben, mir ist noch nie etwas schlecht geworden, ob der Menge. Aber alle, die irgendwie herausbekommen, dass es bei uns einen frischen Apfelstrudel gibt, bekommen natürlich ein Stückchen und schwupps, sind sie schon fertig die Zwillinge auf dem Backblech.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Lumaconi giganti, ripieni - Riesenschnecken, gefüllt


Solche Nudeln sind zum Füllen da! Für andere Gerichte wären sie viel zu groß und auch zu schade.


Im Süden Italiens hergestellt, auf traditioneller Weise, sind sie etwas besonderes. Man kann sie auf viele Arten füllen, immer mit Saisons-Gemüse und mit viel Fantasie.

Momentan steht Artischocken auf dem Speiseplan, einmal so, einmal anders. Wir machen momentan eine regelrechte Artischockenkur. Am gesündesten wären diese Blüten, wenn man sie roh essen würde. Hat sie schon einmal jemand roh in den Salat gehobelt? Etwas bitter sind sie dann, aber bestimmt nicht schlecht.

Meine Lobes-Hymnen würden nicht mehr enden, wenn ich nicht wüsste, dass ich ein Rezept zu tippen habe.



Aber ein Foto muss ich noch unterbringen. Ähnelt diese Blume nicht einer Tulpe?

Für diese Gericht wird bei 4 Personen benötigt:

  • 3 Artischocken

  • 1 Zitrone

  • 1/4 Zwiebel

  • 150 g Tomatensugo
  • 100 g Ricotta Romana

  • 100 g Caciotta

  • Olivenöl

  • Salz

  • Pfeffer aus der Mühle

  • Parmesankäse, gerieben
  1. Ich bringe reichlich Wasser zum Kochen, salze es dann und koche diese großen Nudel bis 2 Minuten vor der offiziellen Kochzeit. Ich schütte sie in ein Sieb und brause sie mit kaltem Wasser ab, damit sie nicht zusammen kleben.

  2. Ich putze die Artischocken, dass nur mehr die Herzen mit etwas Stängel übrig sind und lege sie sofort in Zitronenwasser. Hier könnt ihr sehen wie man das macht. Meine Hände sind auch dunkel. Ich reibe sie auch mit Zitronensaft sofort ab. Aber was solls, man sieht eigentlich nur, dass ich gearbeitet habe!

  3. Ich hacke die Zwiebel klein.


  4. In einem Topf erwärme ich Olivenöl, schneide die Artischocken in kleine Stücke, gebe sie zum Öl und röste sie bei milder Hitze.

  5. Dann kommt die gehackte Zwiebel dazu. Ich lasse sie dünsten, bis sie weich ist, dann schütte ich den Tomatensugo in den Topf, salze und pfeffere, schließe ihn und lasse den Sugo kochen, nur solange bis die Artischocken weich sind.

  6. Sobald der Sugo fertig ist, rühre ich die Ricotta unter.

  7. Den Käse schneide ich in kleine Würfel.

  8. Ich schalte den Backofengrill auf 220°.

  9. Jetzt ist etwas Fingerspitzengefühl angesagt, denn ich muss jede Nudel mit einem Kaffeelöffel, zuerst mit Sugo, dann mit ein paar Würfel Käse füllen und nebeneinander in eine feuerfeste Form schichten.

  10. So das hätten wir auch und nun noch Parmesankäse darüberstreuen.

  11. Ich schiebe die Form in die 3. Ebene von unten und lasse die Schnecken aber nie aus den Augen, denn so starke Hitze kann schnell unwiderrufliche Folgen haben. Was würden wir dann zu Mittag essen??

Es gäbe noch so viele gute Rezepte mit Carcioffi. Vielleicht landet das eine oder andere ja noch hier? Wer weiß?

Wenn ihr diese Nudeln nicht findet macht ihr einen Pasticcio draus, mit andere Nudeln.

Montag, 1. Februar 2010

Nudel, Kartoffel und Fisch

Heute möchte ich Euch ein Gericht, das ich schon einmal gepostet habe, nochmals wärmstens ans Herz legen. Diesmal mit zusätzlichen Fotos: die Fischlasagnette.


Ich habe sie erst neulich nochmals zubereitet und wir waren alle total begeistert.


Eine Änderung habe ich vorgenommen. Ich habe die Nudel nicht vorgekocht und dann nochmals aufgewärmt, sondern ich habe sie im letzten Moment ins Wasser gleiten lassen, 3 Minuten kochen lassen, mit dem Schaumlöffel herausgefischt und dann die Lasagnette zusammengestellt.


Zwischen den Fotos vor dem Dämpfen und nachher sind ca. 5 Minuten. Nur beim Fisch sieht man es. Das Gemüse ist gerade recht.


Der Basilikum für die Tomatenbutter hat auch gefehlt, war aber halb so schlimm.

Und nach was sieht das aus? Ja, genau die Nachspeise vom Samstag mit weißer Schokolade.
Anstelle des Kakaopulvers habe ich 2 TL Speisestärke hinzugefügt, sonst alles wie gehabt. Schokolade hätte fast ein bisschen mehr sein dürfen. Das Eiweiß habe ich aufbewahrt, da ich unbedingt die Stringozzi von Anice&Canella machen muss. Robert hat sich schon dran gewagt. Das Häubchen auf der Creme ist Schlagsahne.


So, das war's für heute. Ende der Durchsage!

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