31.12.09

Essen muss man immer

Gestern war wieder einmal so ein Tag! Ich bin schon früh am Morgen los und hatte eine lange Liste, die abgearbeitet werden musste. Vor Weihnachten hatte ich für viele Dinge keine Zeit und ich musste noch Lebensmittel einkaufen. In allen Geschäften musste ich ziemliche Wartezeiten in Kauf nehmen. Jetzt wäre man geneigt zu sagen: "Ja, wie kann denn der Kühlschrank schon wieder leer sein, vor ein paar Tagen ging nichts mehr rein?"
Aber wenn man innerhalb 2 Tagen so vielen Menschen was zu Essen macht, wie sonst in 5, dann geht schon was weg.
So gegen 12.00 Uhr bin ich nach Hause gekommen, hoffnungslos überladen. Ich habe heute zwei Einladungen, mittags kommt meine Mami und abends kommen Freunde, und wir haben noch einen Geburtstag zu feiern. Derjenige kann auch nichts dafür!
In der Küche hat sich unser Junior breit gemacht. Er hat schon vor Weihnachten bemängelt, dass "seine" Kekse nicht gemacht worden sind. Er hat sie bei einer Schulfreundin gegessen und das Rezept organisiert. Die Zutaten hatte ich schon vor Weihnachten eingekauft, bin aber beim besten Willen nicht mehr zum Backen gekommen.
Den Teig hatte er schon gerührt, den Ofen schon laufen. Das hat gerade noch gefehlt! Aber wenn meine Kinder Initiative ergreifen und sich in der Küche kreativ betätigen, muss ich passen, das kenne ich selbst zu gut. Ich wollte natürlich schnell helfen, damit ich die Küche für das Mittagessen übernehmen könnte. Er wolle alles selber machen, so die Reaktion. Also machte ich mich erst mal ans Verräumen der Dinge , die ich eingekauft hatte.
Einen Topf Wasser stellte ich mal auf den Herd. Ich habe eines im Leben gelernt: heißes Wasser ist nie falsch, ob man was Schnelles auf den Tisch stellen muss oder vielleicht gerade eine Geburt ansteht oder sonst irgendwas.
Inzwischen hat Junior begonnen Häufchen mit zwei Teelöffel auf das Bachpapier zu setzten und hat gemerkt, dass es nicht so schnell geht. Ich frage ihn nochmals, ob ich ihm helfen soll. Jetzt darf ich. Die Häufchen sind schnell gemacht und ab in den Ofen.
Jetzt heißt es schnell sein. Ich nehme 2 gerade eingekaufte Zucchini, wasche sie und schneide den Stielansatz weg. Ich suche Nudel, die passend sind und finde Bucatini, das sind Spaghetti mit Loch. Ganz hintertückische Nudel. Sie lassen sich nicht gerne aufrollen und wenn man sie dann so halb im Mund hat, lassen sie sich nicht einsaugen, wie Spaghetti. Man bekommt nur eine gehörige Portion Luft, an der man sich am ehesten Verschlucken könnte. Aber sie schmecken trotzdem zu gut.
Ich nehme eine beschichtete Pfanne raus, gebe Olivenöl hinein und hoble mit meinem Julienhobel die Zucchini längs in die Pfanne. Das Wasser kocht schon längst, ich salze es und gebe die Nudel hinein.
Tisch decken hilft mir unser Junior sogar, weil er sieht wie eilig ich es habe.
Die Zucchini röste ich, bis sie ein wenig Farbe angenommen haben, dann gebe ich noch einen Löffel Butterschmalz dazu und gebe gut 2 Esslöffel Pinienkerne dazu. Auch die Pinoli röste ich, damit wird ihr Geschmack intensiviert. Ich würze mit frischem Pfeffer und Kräutersalz.
Die Nudel schüttle ich nach dem Abseihen nicht ab, sondern gebe sie direkt in die Pfanne zu den Zucchinistreifen. Fertig ist das Essen.

Jeder hobelt sich dann noch selbst Parmesankäse darüber.



Die Kekse sind inzwischen auch fertig gebacken. Sie sind wirklich sehr lecker. Nach-Weihnachtkekse! Hat er gut gemacht unser Junior.

Als kleiner Gruß vom vergangenen Jahr und als Vorfreude für den kommenden Sommer hänge ich noch diese Fotos an meinen Post und wünsche allen ein gutes neues Jahr und dass wir wieder soviel Energie für alle schönen und guten Dinge haben, die wir brauchen.
Übrigens wachsen diese Blumen alle bei uns am Gardasee und was ich damit mache erzähle ich Euch im Laufe des nächsten Jahres.

22.12.09

Weihnachtsgrüße, Auguri di Natale


A

chi

ama

dormire

ma si sveglia

sempre di buon

umore, a chi saluta

ancora con un bacio, a

chi spegne la televisione per fare

due chiacchiere, a chi e' felice il doppio se

fa a metà con gli altri, a chi si fa in quattro per aiutare

un amico, a chi sa essere felice per quello che ha e non per quello

che vorrebbe avere, a chi vede nero solo quando e' buio,

a chi non aspetta Natale

per essere

migliore

Buon Natale


Von einem lieben Freund erhalten, schicke ich euch diesen Weihnachtsgruß weiter, bewußt nicht übersetzt, weil er so gehört! In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes Weihnachtfest und eine schöne Weihnachts-Tafel!

21.12.09

Die goldene Woche - Orata al forno

Die goldene Woche haben wir gestern mit dem goldenen Sonntag begonnen und führen sie heute mit der Goldbrasse aus dem Ofen fort.
Bei Fisch kenne ich ja nichts. Da esse ich alles, sogar Fischeier. Außer rohe Austern, die krieg ich nicht weg. Ich sehe nicht ein wieso ich dieses undefinierbare, glibbrige Zeug mit dem besten Getränk der Welt runterspülen soll. Dann lass ich es lieber.
Ich habe aber moralische Bedenken. Wenn man liest, dass aus Profitgier die Meere leer gefischt werden, überlegt man sich jedesmal ob man Fisch kaufen soll oder nicht. Ich tu mich schon bei Thunfisch aus der Dose schwer. Thunfisch ist eine vom Aussterben bedrohte Fischart. Ist das nicht traurig?
Eigentlich sollte man Fisch aus der Zucht meiden, weil man nicht weiß, was sie dem alles zum Fressen gegeben haben. Nicht nur das Futter aber leider auch Medikamente. Aber Anbetracht dieser Misere muss ich zum Zuchtfisch greifen. Es gibt allerdings schon ziemlich gute Kontrollen, an denen man sich orientieren kann.
Wenn es bei uns Fisch gibt, weiß ich schon welchen Kommentar meine Kinder, sobald sie die Türschwelle übertreten haben und den unverwechselbaren Duft in die Nase bekommen, geben. "Schon wieder Fisch?!" Dabei gibt es nicht so oft Fisch, wie ich möchte.
Interessant ist dran nur, dass nie welcher übrig bleibt und mit Genuss gefuttert wird.

Golbrasse aus dem Ofen für 4 Personen:
  • 1 Goldbrasse von 800- 1000 g oder 2 Stück mit diesem Gewicht
  • 3 Tomaten oder etwas Tomatensugo
  • 20 schwarze Oliven
  • 1/4 Cipolla di Tropea, oder rote Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • bestes Olivenöl
  • 1 Hand voll Basilikum
  • etwas Thymian
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 Glas trockener Weißwein mit etwas Wasser gemischt
  1. Falls ihr Glück habt, ist der Fisch schon geschuppt und ausgenommen. Wenn nicht, dann müsst ihr ihn selbst putzen. Bei uns macht das Norbert. Das heißt man gerechte Arbeitsaufteilung. Schuppen mit einem Messer herunterschaben, den Bauch mit einer guten Küchenschere aufschneiden und die Eingeweide heraus holen. Dabei darauf achten, dass ihr nicht die Galle verletzt. Die bittere Gallenflüssigkeit kann man nicht mehr richtig abspülen, das schmeckt man nach dem Kochen immer noch.
  2. Ich heize den Ofen auf 220° Heißluft vor.
  3. Falls es ein großer Fisch ist, muss der Bauch an den dicksten Stellen ein paar mal eingeschnitten werden. Das heißt man ziselieren. Ich muss das nicht tun. Meiner ist ein eher kleineres Exemplar, wir sind heute nur zu dritt.
  4. Ich salze den Fisch in der Bauchhöhle und außen und würze ihn auch mit weißem Pfeffer, natürlich aus der Mühle. Ja, ich besitze zwei Pfeffermühlen.
  5. In Anbetracht des Mangels guter Tomaten, ziehe ich Tomatensugo vor. Sonst würde ich hier an dieser Stelle Tomaten mit dem Tomatenschäler (was ist das für ein tolles Gerät!) schälen und in Würfel schneiden.
  6. Die Zwiebel und der Knoblauch ist schnell geschält, dann hacke ich den Knoblauch klein, den Zwiebel schneide ich nur in Ringe.

  7. Ich gebe das beste Olivenöl, natürlich unser eigenes, in eine feuerfeste Form und lege den Fisch darauf.

    Der Bursche sieht mich böse an. Ich kann nicht dafür, dass du dran glauben musstest. Das einzige was ich dir noch geben kann ist: un bel condimento.
  8. Der Zwiebel, der Knoblauch, Basilikum (aus dem Gefrierschrank), die gewaschenen und abgezupften Thymianzweiglein verteile ich um den Fisch herum und gebe ein paar Löffel vom Sugo darüber.
  9. Dem Fisch verpasse ich auch noch eine gute Portion Olivenöl, damit er schön bleibt (ist für ihn praktisch die Sonnencreme).
  10. Ach ja, die Oliven muss ich noch entsteinen und ein wenig zerkleinern, dann streue ich auch die noch darüber und gieße den Weißwein an.
  11. Im Ofen braucht der Fisch nicht lange, 15-20 Minuten, und man kann sich der Beilage widmen. Ich koche Salzkartoffeln, im Schnellkochtopf, nur über Dampf, in 5 Minuten und das Mittagessen ist pronto.

So mögen die Kinder den Fisch am liebsten, ohne Gräte und Haut, wenn man nicht mehr seine bösen Augen sieht!!
Schaut mal bei lamiacucina rein, dort gibt es auch einen wunderbaren Fisch auf Gemüsebett, aber bitte ohne Steinpilze aus Südafrika!

17.12.09

Die vergessene Kalbsbrust

Gefüllte Kalbsbrust ist ein in Vergessenheit geratenes Gericht. Dabei zaubert man aus einem eher billigerem Fleisch einen Braten, von dem alle noch lange sprechen werden.
Wie ich mitbekommen habe, muss man eine Kalbsbrust beim Metzger vorbestellen. Nicht bei allen. Wenn dieser Braten auf dem Weihnacht-Menü stehen soll, würde ich es aber raten. Dann kann der Metzger auch schon die Tasche hineinschneiden, welche notwendig ist. Im letzten Einkaufsstreß ist es sicher zum Vorteil, sonst wird man von seinen Leidgenossen noch gelyncht.
Die Fülle ist natürlich das Beste, wobei einem die Mortadella schon schmecken muss.
Dazu eine kleine Geschichte. Ich habe einen Teil meiner Kindheit in Deutschland verbracht. Bei einem Besuch in der Heimat, haben meine Eltern, wahrscheinlich unter Entzugserscheinungen, eine ganze Mortadella gekauft, die damals in Deutschland (vielleicht auch nur dort wo wir wohnten) noch unbekannt war. Vor der Grenze hat mein Vater in seiner Angst um die Wust, der Mortadella, auf dem Rücksitz eine Decke übergeworfen und 3 von seinen Kindern draufgesetzt. Die Grenzbeamten, die es damals noch gegeben hat, haben uns passieren lassen. Die Wurst war gerettet. Damals ist das Sprichwort entstanden: es geht um die Wurst, oder nicht?

Jetzt aber zum Rezept:

Gefüllte Kalbsbrust für mindestens 8 Personen:

  • 1,2 kg Kalbsbrust, mit eingeschnittener Tasche
  • 1 Schalotte
  • Butterschmalz
  • 150 g Mortadella, entweder in einer 1 cm Scheibe, die wiegt aber wesentlich mehr. Man kann auch eine Baby-Mortadella kaufen. Sie hält sich danach länger gut.
  • 50 g gekochter Schinken
  • 80 g Pistazien, nicht gesalzen und auch von der innen Haut geschält
  • 7 Scheiben Toastbrot
  • wenig Milch
  • 100 ml Weißwein
  • ein paar Kalbsknochen
  • 1 Karotte
  • 1/4 Zwiebel
  • 1/2 Selleriestange oder 1 Scheibe Knollensellerie
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  1. Das Toastbrot weiche ich in Milch ein.
  2. Danach schneide ich die Mortadella und den Schinken in Würfel, zerstoße die Pistazien etwas im Mörser.
  3. Die Schalotte wird geschält und gehackt, dann in einer Pfanne in Butterschmalz angedünstet. Die Mortadella, den Schinken und die Pistazien gebe ich dazu und röste alles ein wenig.
  4. Das Toastbrot drücke ich aus, gebe es zu den anderen Zutaten in die Pfanne und vermische alles gut miteinander.
  5. Ich salze die Kalbsbrust innen und außen. Außen kann ich auch pfeffern, innen geht nicht so gut, ich habe niemanden der mir die Tasche aufhält! Das Füllen ist auch ganz lustig. Ich raufe mit der Kalbsbrust. Aber mit den Händen geht alles. Unsere Hände sind sowieso das schönste Werkzeug, das es gibt. Also die ganze Fülle hinein in die Tasche. Ich nähe die Öffnung mit Küchengarn und einer Fleischnadel zu, ganz ohne Betäubung!
  6. Ich schalte den Backofen auf 200° Ober und Unterhitze.
  7. Ich erhitze eine Kasserolle mit starkem Boden, gebe erst dann Öl hinein (Rapsöl, kein Olivenöl) und bräune darin die Kalbsknochen.
  8. Das Gemüse schäle ich und wasche es, dann schneide ich alles mit meinem fleißigen Ohne- Motor-Cutter gebe es zu den Knochen in die Kasserolle und brate alles rundum an.
  9. Jetzt kommt natürlich auch der Braten an die Reihe. Auch dieser wird bei nicht zu starker Hitze rund herum angebraten.

  10. Ich lösche mit dem Weißwein und schiebe den Braten für 1 1/2 Stunden in den Backofen.
  11. Während dieser Zeit übergieße ich die Knochen immer wieder mit Wasser und die entstandene Sauce über das Fleisch. Aber nicht zu viel Wasser, es soll eine Sauce werden, keine Suppe.
  12. Nach dieser Zeit nehme ich das Fleisch heraus, lege es auf ein Brett und lasse es etwas ruhen. Ich nehme auch die Kalbsknochen heraus und seihe die Sauce ab. Danach erhitze ich die Sauce wieder und würze sie mit Salz und Pfeffer.
  13. Den Faden ziehe ich vom Fleisch heraus, schneide es in Scheiben und serviere es mit der heißen Sauce.
Dazu gibt es Sesamkartoffeln. Dafür schäle ich kleinere Kartoffeln, halbiere sie, schneide sie am Bauch etwas ein und lege sie auf ein mit Olivenöl und Sesamsamen ausgelegtes Backblech. Eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit des Bratens, schalte ich den Backofen auf Heißluft und schiebe die Kartoffeln ebenfalls in den Ofen. Salz kommt erst danach dran, so bleiben sie viel knuspriger.
Lasst Euch nicht vom ersten Aussehen der Kalbsbrust abschrecken. Sie gibt im ersten Moment nichts her, aber dafür im zweiten.

03.12.09

Weihnachtskekse



Wie versprochen gebe euch ein paar Rezepte von meinen Weihnachtskeksen. Wir sind schon dabei sie zu genießen. Ich versuche jedes Jahr ein paar neue Sorten dazu zu machen. Heuer bin ich über die Kekse von Nicole Stich gestolpert. Sie hat auf ihrem Blog mehrere Kekse veröffentlicht. Ich habe folgende ausprobiert: Brombeerbusselen und die Chocolate Coconut Cubes. Die Brombeerbusselen seht ihr vorne links, mit dem Schokoladentupfer in der Mitte. Diese Kekse werden von mir in meiner Keksothek aufgenommen. Die Schokolade-Kokok-Würfel, welche ihr in der letzten Reihe, in der Mitte seht, nicht. Aber das ist immer Geschmackssache, deshalb unbedingt selbst ausprobieren.

Ein "Keksl", das ich schon viele Jahre mache ist das Kokos-Makrönchen von Johann Lafer. Es ist sehr zeitaufwendig und es sind mehrere Arbeitsgänge notwendig. Falls es trotzdem jemand interessiert meldet euch.

Bei mir gibt es heute das Rezept von den Kloster-Gipfelen, die mit den Schokolade-Pistazien-Spitzen, hinten links auf dem Foto. Dieses Rezept habe ich aus dem schon etwas älteren "Südtiroler Backbuch" von Anneliese Kompatscher und gehören schon lange zu meinen Favoriten.

Klostergipfelen:
  • 140 g Mehl
  • 90 g Walnüsse, gehackt
  • 40 g Schokolade, gerieben
  • 100 g Butter
  • 1 Prise Vanille
  • 50 g Zucker
  • 1 Eidotter
Zum Verzieren:

  • dunkle Kuvertüre
  • 20 g Kokosfett oder Palmenfett
  • Pistazien, gehackt
  1. Backofen auf 180° Heißluft vorheizen.
  2. Alle Zutaten miteinander verkneten und sofort aus dem Teig kleine Gipfelen formen.
  3. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und 7-8 Minuten backen.
  4. Vorsichtig vom Blech nehmen und vollständig auskühlen lassen.
  5. Inzwischen Kuvertüre, fein geschnitten, über Wasserdampf bei höchstens 35° schmelzen. Dabei gebe ich zum Tauchen auf 250 g Kuvertüre 20 g Kokosfett dazu, damit die Schokolade etwas dünner wird und nicht soviel am Keks haften bleibt. Beim Abkühlen wird das Kokosfett in der Schokolade auch wieder so hart, wie vorher.
  6. Die Spitzen der Kekse werden zuerst in die Schokolade getaucht, dann sofort in die gehackten Pistazien und dann wieder auf ein Backpapier gelegt. Nach dem Abkühlen lösen sie sich wunderbar vom Backpapier.
Alle Kekse bleiben viel besser, wenn man sie in Blechdosen aufbewahrt, auf keinem Fall luftdicht verschließen.

Hier noch ein paar Tipps:


Wenn ich Spitzbuben mache, dann verziere ich einen Teil der Deckel mit Schokolade, mit dem Decopen, und fülle diese dann mit einer anderen Marmelade, als Marillenmarmelade. Es schaut gleich schon völlig anders aus als das Original.


Zum Füllen von Keksen, nehme ich die Torten-Spritze. Für Teig, z.B. für Spritzgebäck eignet sich viel besser ein Spritzsack.

Ich wünsche euch eine fröhliche Weinhnachts-Bäckerei. Vielleicht habt ihr auch das Glück, wie ich , dass die ganze Familie von diesem Ereignis begeistert ist und mithilft.
Eindeutig der Fanatischste von uns ist unser Sohn. Von ihm aus müsste ich noch viel mehr Kekse backen.

02.12.09

Panna cotta mit Orangensauce und Blätterteigecken


Eine der besten und schnellsten Nachspeisen ist immer noch Panna cotta. Für eine größere Runde geeignet und bei einem aufwenigeren Menü gut vorzubereiten, eben gerade richtig für die anstehenden Feierlichkeiten.

Zutaten für 4 Personen:

Für die Panna cotta:

200 ml Kochsahne
50 ml Milch
50 ml Sahne
Vanille
1 ½ Blatt Gelatine
40 g Zucker

Für die Orangensauce:

30 g Zucker
¼ l Orangensaft
Streifen der Orangenschale
1 EL Speisestärke



1 Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.

2 In einem Topf beide Arten von Sahne, die Milch und den Zucker gut verrühren und
aufkochen lassen.

3 Die ausgedrückte Gelatine und etwas Vanille dazu geben.

4 Die Masse etwas abkühlen lassen in Dessert-Förmchen füllen und mindestens 4 Stunden
kalt stellen.

5 Für die Orangensauce 3 Esslöffel Orangensaft mit der Speisestärke verrühren, bei Seite
stellen.

6 Restlichen Saft mit dem Zucker aufkochen, mit der angerührten Stärke binden, durch ein
Sieb streichen und die Streifen der Orangenschale zugeben. Abkühlen lassen.

7 Zum Servieren der Panna cotta, taucht man die Förmchen in köchelndes Wasser, löst sie
dann am Rand mit einem Messer und stürzt die Masse auf einen Teller. Mit Orangensauce
und Blätterteigecken servieren.

Karamellisierte Blätterteigecken



100 g Blätterteig
20 g Butterschmalz oder zerlassene Butter
Mandelblättchen
Puderzucker

1 Blätterteig wenn notwendig ausrollen.

2 Den geschmolzenen, aber nicht mehr heißen Butterschmalz, oder Butter, auf den Blätterteig streichen. Mandelblättchen darauf verteilen.

3 Dick mit Puderzucker bestreuen und in Dreiecke schneiden. Auf ein mit Backpapier
ausgelegtes Backblech legen und 12 Minuten im auf 180° vorgeheizten Backofen, goldgelb
backen.

01.12.09

Markttag in Meran - Moscardini in umido

Wir in Südtirol leben im Paradies. Davon bin ich überzeugt. In unserer Provinz verschmelzen viele Küchen Europas und man kann sich das Beste heraussuchen. Nicht umsonst sind wir die Provinz mit der höchsten Dichte an Michelin-Sternen Italiens. An Zutaten fehlt es nicht. Ich bekomme alles für die wunderbaren Mehlspeisen Österreichs und Deutschlands, bekomme alle Fleischspezialitäten deutscher und italienischer Küche.... Eine gepökelte Schweinsschulter, für das Rezept von Claudio, oder ein Lardo ist für mich kein Problem. Für jemanden der gerne kocht, das Schlaraffenland.


Jetzt wo ich kein eigenes Gemüse mehr habe muss ich mich anderweitig versorgen. In Meran gibt es einen Wochenmarkt. Auf dem gibt es alles was ein Köcheherz höher schlagen lässt.
Im Sommer muss man früh aufstehen und spätestens um 7.30 Uhr auf dem Markt sein. Später überrollen einem die Touristenmassen. Jetzt im Herbst, aber auch im Winter, hat der Markt eine eigene Stimmung. Das saisonale Gemüse, Fisch, Käse, Wurst und vieles mehr lockt.


Es gibt frische saftige Orangen für Orangenmarmelade, aber bitte in Bio-Qualität, da die Schalen mit hinein kommen.

Spitzkohl, alle möglichen Bohnen und Radicchio gibt es auch schon. Alles auf einmal kann ich nicht nehmen, würd es aber gerne.


Artischocken, das supergesunde Gemüse, und viele wissen nicht was damit anfangen. Ich weiß noch nicht für welches Rezept ich mich entscheiden soll.


Rosa Knoblauch, frischer Peperoncino und Zitronen sind eine Augenweide. Rosa Knoblauch kommt vom Süden Italiens und ist bekannt für seinen zarten Geschmack.

Eine Marktfrau hält mir voller Stolz ihre "Treccia", ihren Zopf mit der "Cipolla di Tropea", der Zwiebel aus Tropea hoch. Ich kaufe natürlich welchen. Es ist ein sehr milder, gut verträglicher Zwiebel, mit keinem anderen zu vergleichen.

Dann komme ich zum Fischstand und kaufe Moscardini, das sind kleine Tintenfische. Hier habe ich sie schon in meinem Sieb mit Wasser gespült. Geputzt sind sie schon.
Ich koche dieses Gericht nur für Norbert und mich. Die Kinder sind noch in der Probier-Phase. Ich habe aber gesehen, dass man sie so am ehesten zu einer Speise, die sie nicht so anspricht, hinführen kann. Mit zwingen erreicht man eher das Gegenteil.
Ich hacke ein wenig Zwiebel, einen gelben, und gebe ihn in wenig Olivenöl in eine Pfanne zum dünsten. Danach kommen diese putzigen Tintenfische dazu. Jetzt schaut es aus als ob sie zum Leben erweckt wären. Sie zappeln und bewegen sich. Aber nur weil sich durch die Hitze die Ärmchen aufrollen, nicht weil sie noch leben. Soviel ich weiß kommen nur wenig Tiere lebend in den Kochtopf: Muscheln, Hummer und Schnecken. Grausam, aber wir essen es halt doch!
Ein wenig Tomatenmark wird dazugegeben und mitgeröstet. Danach gieße ich einen guten kräftigen Rotwein auf. Jetzt habe ich Euch geschockt, ja Rotwein. Es fehlt noch passierter Tomatensugo, Salz und frischer Pfeffer. Deckel drauf und höchstens 15 Minuten kochen, sonst werde die Tintenfische hart und dann kann man sie lange kochen bis sie wieder weich werden.Zum Schluss streue ich noch fein gehackte Petersilie darüber.


Dazu gibt es Polenta, aber die richtige, nicht die Schnellpolenta, die mir immer ein bisschen wie Babynahrung vorkommt. Wer´s noch nie probiert hat, hier das Rezept für den Schnellkochtopf:
  • 1l Wasser (für den 3l Schnellkochtopf, wer einen größeren hat 1 Tasse Wasser dazu)
  • 250 g Polentamehl, mittelgrob
  • Salz
  • 25 g Butter
Ich bringe das Wasser zum Kochen, dann salze ich und rühre das Polentamehl ein. Sofort schließen, sonst verdampft vielzuviel Wasser und das fehlt danach. Ventil auf den 2. Ring gehen lassen. Zeit einstellen, in diesem Fall 10 Minuten und zurückschalten. Auf einem Cerankochfeld könnte man nach 5 Minuten abschalten. Ich koche aber mit Gas und schalte die Flamme auf ganz klein. Nach der abgelaufenen Zeit, stelle ich den Topf in das Waschbecken und lasse Wasser über den Deckel laufen. Das Ventil sinkt, der Topf macht ein komisches Geräusch, er saugt sich Luft an, das ist normal. Ich öffne den Deckel, es liegt noch ziemlich Wasser obenauf, das ist auch normal. Ich gebe ein Stückchen Butter dazu und jetzt rühre ich kräftig das Wasser und die Butter unter die feste Polenta. Sie wird geschmeidig.
Ich schwenke eine feuerfeste Form mit kaltem Wasser aus und schütte die Polenta hinein, so klebt sie nicht an den Rändern an. Wir essen sie so. Aber meistens bleibt noch was übrig. Die erkaltete Polenta, wird fest und lässt sich in einem Stück aus der Form nehmen. Die röste ich dann, in Scheiben geschnitten, abends. Dazu gibt es Käse, wer mag, in dünnen Scheiben geschnitten über den heißen Polenta gelegt, dann schmilz er. Für Norbert und mich ein Glas vom Rotwein dazu und wir sind schon glückliche Menschen. Es braucht nicht viel im Leben!